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"Möhrchen" und der Landesfonds "Kein Kind ohne Mahlzeit“

Schul-, Jugendhilfe- und Sozialausschuss haben dem Rat der Stadt gleichermaßen empfohlen, die Teilnahme der Stadt Remscheid am neuen Landesfonds "Kein Kind ohne Mahlzeit“ zu beschließen. Und damit ist in der Ratssitzung am 25. Oktober auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Denn um in den Genuss der Landesförderung zu kommen, braucht die finanzschwache Stadt keinen einzigen Euro aus der Stadtkasse auszugeben. Dafür sorgt der örtliche Hilfsverein „Möhrchen“. In der Verwaltungsvorlage, der die drei Ausschüsse zustimmten, heißt es dazu: „Bezogen auf den Landesfonds kann die finanzielle Unterstützung von Möhrchen entsprechend den Förder­richtlinien in vollem Umfang auf den von der Kommune zu erbringenden Eigenanteil von 0,50 EURO pro Kind und Tag angerechnet werden. Somit würde für die Stadt keine finanzielle Belastung auftreten. Eine Beteiligung am Landesfonds würde eine wesentliche finanzielle Unterstützung von Möhrchen bedeuten. Somit könnte - zumindest für die Dauer des Förderzeitraumes - eine Stabilisierung für die Teilnahme von bedürftigen Kindern an der Mittagsverpflegung in den Offenen Ganztagsgrundschulen (OGGS) erreicht werden.“

Die Berücksichtigung beim neuen Landesfonds Kein Kind ohne Mahlzeit" wird die Stadt beim Land für Offene Ganztagsschulen im Primarbereich, Ganztagsschulen der Sekundarstufe I (Gesamtschulen, Ganztagshauptschulen) und die Hilda-Heinemann-Schule als Ganztagsschule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ beantragen. Zur Bekämpfung von Kinderarmut und zur Unterstützung der Kommunen besteht der Fonds seit dem 1. August 2007 - zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren. Gefördert wird die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen aus finanziell bedürftigen Familien an der Mittagsverpflegung im Rahmen der genannten Ganztagsangebote. Nach den Förderrichtlinien handelt es sich um Kinder und Jugendliche, deren Erziehungsberechtigte Leistungen nach dem SGB II, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder Leistungen nach § 6 a BKGG (Kinderzuschlag) beziehen, oder deren Elternbeiträge beim Besuch einer offenen Ganztagsschule im Rahmen der wirtschaftlichen Jugendhilfe vom zuständigen Jugendamt übernommen werden. Im Ausnahmefall können auch Kinder und Jugendliche einbezogen wer­den, die sich in einer akuten finanziellen Notlage befinden.

Bemessungsgrundlage für die Förderung der Mittagsverpflegung sind angenommene Ausgaben von bis zu 500 Euro pro bedürftigem Kind pro Jahr (für ein Jahr pauschal jeweils 2,50 v pro Tag bei in der Regel 200 Tagen). Von diesen 500 Euro übernimmt das Land bis zu 200 (1 Euro pro Kind und Tag).Von den Kommunen ist im Durchschnitt für die Mahlzeiten ein Eigenanteil in Höhe von 100 Euro pro bedürftigem Kind pro Jahr zu erbringen (0,50 Euro pro Kind und Tag). Der Eigenanteil kann auch durch Beiträge Dritter (z.B. Spenden, Sponsoring) erbracht werden. Die vollständige Anrechung von Beiträgen Dritter ermöglichst auch Kommunen mit genehmigtem bzw. nicht genehmigtem Haushaltssicherungskonzept – und dazu gehört Remscheid - eine Projektteilnahme ermöglichen. Bleibt noch ein Elternbeitrag in Höhe von 200 Euro (1 Euro pro Kind und Tag). Die Erhebung der Elternbeiträge können die Kommunen auf Dritte übertragen.

Mittlerweile gibt es an allen 22 Remscheider Grundschulen sowie an den drei Förderschulen Karl-Kind, Pestalozzi und Heinrich-Neumann Betreuungsangebote im Rahmen der OGGS. Die Organisation und finanzielle Abwicklung der Mittagsverpflegung erfolgt insgesamt durch die Maßnahmeträger, die Auswahl der Essenanbieter in Abstimmung zwischen der jeweiligen Schule und dem Träger. Die Kosten für eine warme Mittagsmahlzeit sind von den Eltern zu leisten und betragen im Durchschnitt 2 Euro pro Kind und Tag. Hierbei sind Getränke und Zusatzangebote (z.B. frisches Obst, etc.) noch nicht eingerechnet. Im Rahmen des Ausbaus von Betreuungsplätzen in der OGGS wurde schnell deutlich, dass nicht alle Kinder in gleicher Weise an der Mittagsverpflegung (warmes Essen) teilnehmen. In den meisten Fällen ist dies auf die finanzielle / häusliche Mangelsituation der Familien zurückzuführen. Anfang 2006 gründete sich deshalb unter dem Vorsitz von Oberbürgermeisterin Beate Wilding der Verein „'Möhrchen' - Förderverein Mittagstisch in Remscheider Schulen e.V." Ziel von Möhrchen ist es, durch finanzielle Unterstützung allen Kindern in der Offenen Ganztagsschule in gleicher Weise eine warme Mittagsmahlzeit zu ermöglichen. Der Verein trägt inzwischen maßgeblich dazu bei, dass allen bedürftigen Kindern ein warmes Mittagessen angeboten werden kann. Finanziert wurde durchschnittlich ein Euro pro Kind und Tag. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

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Fritz Beinersdorf am :

Der Rat der Stadt wird morgen mit Sicherheit der Empfehlung von Schul-, Jugendhilfe- und Sozialausschuss folgen und die Beteiligung am Landesfond „ Kein Kind ohne Mahlzeit“ beschließen. Dieser von der Landesregierung eingerichtete Fond ist ein minimaler Schritt in die richtige Richtung, um die Lebensverhältnisse von Kindern in Armut zu verbessern. Angesichts der Rekordkinderarmut, reicht dieser Fond allerdings nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. So lebten alleine in Remscheid im März diesen Jahres 3.256 Kinder in Armut. Das persönliche Engagement vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger in „Möhrchen" ist zu loben. Angesichts der Tatsache jedoch, dass im August 2006 mal eben 60.144,00 € aus dem Stadtsäckel entnommen wurden, um Remscheider Unternehmer abzufüttern, damit sie sich für ein „Schaufenster der Wirtschaft“ am HBF ( Bahnhaltepunkt ) interessieren, bleibt ein bitterer Nachgeschmack. DIE LINKE.Remscheid fordert, allen Kindern aus Familien mit Hartz-IV- Bezug oder einem Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze täglich ein gänzlich kostenloses und gesundes Mittagessen zu finanzieren. Das Geld dafür ist vorhanden, es wird zur Zeit nur an der falschen Stelle ausgegeben.

Chronist am :

875 Kinder und Jugendliche in Remscheid erhalten in diesem Schuljahr einen Zuschuss für das Schulmittagessen aus dem Landesfonds "Kein Kind ohne Mahlzeit". Diese erfreuliche Mitteilung aus dem Düsseldorfer Schulministerium überbrachte jetzt die Remscheider Landtagsabgeordnete Elke Rühl (CDU). Insgesamt fließen 171.400 Euro aus diesem Fonds, der mit insgesamt 13,5 Millionen Euro bestückt ist, in die Stadt. 28 Schulen hatte Anträge eingereicht, um an dem Programm teilnehmen zu können. "Land und Kommunen tragen so gemeinsam dazu bei, dass der Besuch einer Ganztagsschule nicht zu zusätzlichen Belastungen von Familien führt, die nur wenig Geld zur Verfügung haben", erklärte Elke Rühl. (CDU-Pressemitteilung)

Chronist am :

Golfspieler, die sich immer freitags auf der Golfanlage in Dreibäumen treffen, der Freundeskreis "Friday Sockets", haben die Kasse des Hilfsvereins "Möhrchen" jetzt beachtlich aufgefüllt: 13.950 Euro spendeten sie, den Erlös eines Wohltätigkeitsturniers, an dem im September 17 Mannschaften teilgenommen hatten. Unternehmen sponserten die Mannschaften mit jeweils 1.000 Euro. Für Juni 2008 ist ein weiteres Charity-Turnier geplant. Beate Wilding und Jörg Biermann vom Förderverein "Möhrchen" machten bei der Spendenübergabe klar, dass der Verein auch im kommenden Jahr auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein wird. Denn die Zahl der bedürftigen Kinder, die sonst mittags keine warme Mahlzeit bekämen, steigt weiterhin.

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