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Engagement für Inklusion bei Wagner Klinikbedarf

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

In Remscheid sind aktuell 272 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen vor einem Jahr ist die Arbeitslosigkeit von Schwerbehinderten mit 11,7 Prozent genauso stark zurückgegangen wie die allgemeine Arbeitslosigkeit. Eine nachhaltige Trendwende am Arbeitsmarkt wird aber erst eintreten, wenn deutlich mehr Menschen trotz einer Behinderung und auch in vielen Fällen trotz eines höheren Lebensalters, die Chance erhalten, die Arbeitslosigkeit hinter sich zu lassen. „Menschen mit Handicap sind im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung gut qualifiziert. Fast 60 Prozent der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen in NRW sind qualifizierte Fachkräfte. Bei Menschen ohne Behinderung sind es unter 50 Prozent. Menschen mit Behinderung sind nicht weniger leistungsfähig – vielmehr sind sie – am richtigen Arbeitsplatz – sehr motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Chance nutzen und das Unternehmen bereichern“, so Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. 

Jessica Schüttler hat ihre Chance genutzt. Die 30-jährige Remscheiderin absolvierte ein von der Agentur für Arbeit finanziertes vierwöchiges Praktikum bei der Firma Wagner Klinikbedarf e. K. in Remscheid. In dieser Zeit konnte sie ihren Arbeitgeber von ihrer Leistungsfähigkeit und Motivation überzeugen. Seit dem 1. Juli 2018 arbeitet sie als Helferin im Verpackungsbereich. Als so genannte „Einschleuserin“ erhielt sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal unterstützte die Einstellung mit einem Eingliederungszuschuss.

Die Firma Wagner Klinikbedarf in Remscheid beschäftigt derzeit ca. 80 Menschen, darunter drei Menschen mit einer Behinderung. Zusätzlich absolvieren gerade weitere zwei Menschen mit Behinderung ein Praktikum. Die Firma engagiert sich nicht nur bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung - hier gelingt auch die Inklusion in der täglichen Arbeit. Aufgrund des vorbildlichen Engagements hat die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal der Firma gestern das Inklusionszertifikat verliehen.

„Arbeitgeber werden in Zukunft neue Wege der Rekrutierung ihres Personals gehen müssen, um ausreichend Fachkräfte für ihre Unternehmen gewinnen, qualifizieren und binden zu können. Gerade in Zeiten des sich abzeichnenden Fachkräftemangels, dürfen Menschen mit körperlicher, kognitiver oder seelischer Behinderung nicht ausgegrenzt werden, denn diese tragen ebenfalls zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs bei. Ich wünsche mir, dass die Unternehmen der Region dem Beispiel der Firma Wagner Klinikbedarf folgen und mehr Mut haben, auf Menschen mit Behinderung zuzugehen. Sie gewinnen motivierte und loyale Fachkräfte. Ich empfehle den Arbeitgebern, sich über ein Praktikum einen persönlichen Eindruck von den Bewerbern zu machen. Viele gesundheitliche Einschränkungen haben im Arbeitsleben wenig oder keine Auswirkungen und für viele Handicaps gibt es technische Hilfsmittel, die eine Berufstätigkeit ohne Einschränkungen unterstützen“, erläutert Martin Klebe. Firmenchef Ingo Wagner hat bereits viele positive Erfahrungen gemacht und ist überzeugt, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung eine Bereicherung für sein Unternehmen ist. „Mir ist wichtig, in unserer schnelllebigen, hektischen Zeit, in der vieles nur nach Zielerreichung und Profit ausgerichtet sind, einen Kontrapunkt zu setzen. Menschen mit Handicap freuen sich daran, etwas geleistet zu haben. Sie sind offen, unverstellt und ehrlich – sie bringen uns was und haben ihre Chance verdient!“

Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Wer dieser Vorgabe nicht nachkommt, muss eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen. „Wir möchten regelmäßig die Unternehmen erreichen und auf die Beschäftigungspotenziale behinderter Menschen aufmerksam machen“, so Martin Klebe. „Denn über die Hälfte der Unternehmen im Bergischen Städtedreieck zahlen die Ausgleichsabgabe, statt behinderte Menschen einzustellen.“

Leider haben nicht alle Menschen mit Handicap das Glück und finden eine passende Beschäftigung. So waren im bergischen Städtedreieck Ende November 1.445 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Von ihnen hat über die Hälfte eine abgeschlossene Ausbildung. Menschen mit Handicap verfügen oft über ein fundiertes Fachwissen und kompensieren gesundheitliche Einschränkungen durch hohe Motivation und Einsatzbereitschaft. Die Agenturen für Arbeit werben während der „bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung“ vom 3. bis zum 7. Dezember intensiv um Arbeitgeber. Neben dem Beratungsangebot für Arbeitgeber und ratsuchende Menschen mit Behinderung sind etwa die Einrichtung des Arbeitsplatzes für schwerbehinderte Menschen oder auch die Weiterbildung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung wichtige Themen. Für Detailfragen und individuelle Beratung stehen den Unternehmen im Städtedreieck zwei Expertinnen der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal zur Verfügung. Sie beraten Arbeitgeber, unterstützen diese bei der Rekrutierung geeigneter Kräfte und erklären Arbeitgebern auch, wie ein Arbeitsplatz entsprechend einer Behinderung technisch gestaltet werden und wie die finanzielle Unterstützung dafür aussehen kann: Für Wuppertal Lucie Müller, Tel. 0202 2828-361, für Solingen und Remscheid Britta Pfeil, Tel. 0212 2355-707.

 „Bei dem Thema Inklusion werden wir häufig nach finanzieller Unterstützung gefragt. Davon haben wir ausreichend. Wo es nicht ohne spezielle Unterstützung geht, gibt es fachliche Hilfen und verschiedene Fördermittel, über die wir noch mehr aufklären wollen. Entscheidend für eine erfolgreiche Inklusion sind aber zuerst die richtige Einstellung und dann das Geld. Ohne aktives Mitwirken der Arbeitgeber können unsere Förderprogramme zur Fachkräftesicherung nicht erfolgreich ihr Ziel erreichen.“ (Kerstin Dette)

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