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Endstation für Kesselwagen ist die Trasse des Werkzeugs

Aufgeteilt auf zwei Tieflader, wird dieser Kesselwagen demnächst auf das alte Firmengleis der Brennerei Gebr. Frantzen an der Trasse des Werkzeugs transportiert. Vor seiner Neuerwerbung: Dr. Rainer Frantzen.

Ich erinnere mich: Die leeren Kesselwagen, die unterhalb der Brennerei Frantzen auf einem Abstellgleis standen, ließen sich sogar von Kindern verschieben. Auf die Schienen gelegte kupferne Pfennigstücke wurden so auf einmal doppelt so groß. Anfang des vorigen Jahrhunderts herrschte auf dem firmeneigenen Gleisanschluss von Gebr. Frantzen reger Betrieb, von dem längst nur noch ein kleiner Rest entlang der heutigen „Trasse des Werkzeugs“ erhalten geblieben ist (rechts der Honsberger Straße). Damals wurden große Mengen Getreide aus der Ukraine angeliefert, und was die Brennerei an „Feinsprit“ – 30-prozentigem Alkohol – nicht selbst vermarkten konnte, ging per Kesselwagen an die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB) und von dort an Großhandelsketten oder (vergällt) an die kosmetische Industrie. Seit gut zehn Jahre hat auf dem Gleis kein Güterwaggon mehr gestanden. Daran erinnerte heute auf einer Pressekonferenz im Rathaus Dr. Rainer Frantzen. Dem heutigen Inhaber der Brennerei und Vorsitzenden des Museumsvereins “Destille Frantzen“ ist es gelungen, den letzten Kesselwagen der Bundesmonopolverwaltung als Ausstellungsstück zu ergattern – Künftig ein Blickfang für die „Trasse des Werkzeugs“ und die als öffentliches Museum geplante „Destille“ gleichermaßen.

Vorige Woche Donnerstag trat der 25 bis 30 Jahre alte, zehn Meter lange und grün lackierte Kesselwagen seine letzte Reise auf Schienen an. Sie führte „frachtfrei“ vom Güterbahnhof München-Süd zum Bahnhof Remscheid-Bliedinghausen. Von dort rollt der Waggon diese Woche noch in eine Werkshalle des „Qualitäts-Sägenzentrums Remscheid“ (QSZ). Denn um das gute Stück auf Tiefladern zu seinem endgültigen Standort bringen zu können, wo dann für die letzten Meter ein 50-Tonnen-Schwerlastkran benötigt wird, müssen Kessel und „Fahrgestell“ von einander getrennt werden. Zusammen sind sie 6,10 Meter hoch, zu hoch für den Transport auf der Straße. Mitarbeitern der Firma Vöpel machen die „Doppel-Packung“ verladefertig. Die Firma Arno Seiferheld übernimmt die gärtnerischen Arbeiten und die Objektsicherung. Bei diesen bedankte sich Frantzen heute ebenso wie bei Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann, der die notwendigen behördlichen Genehmigungen innerhalb eines halben Tages „herbeigezaubert“ hatte. Der Museumsverein beabsichtigt, die ‚Einweihung’ des Kesselwagens , am Sonntag, 4. November, von 12 bis 16 Uhr an der Trasse im Bereich der Trafostation des RWE und des Bürgerparks Stachelhausen mit einem kleinen Bürgerfest zu verbinden. Dann können auch „Abstecher“ zu kleinen Führungen in der „Destille“ vereinbart sowie fassgelagerter Korn und Benediktiner-Liqueur verkostet werden. Außerdem wird an diesem Tag der „Bürgerkreis Stachelhausen 2020“ über seine Ziele und Vorhaben informieren.

Auch Stadtführer Klaus R. Schmidt freute sich heute auf der Pressekonferenz, dass es dem Verein „Museum Destille Frantzen“ mit Unterstützung der Jubiläumsstiftung der Stadtsparkasse nach langem Bemühen gelungen, das einmalige Ausstellungsstück zur Bereicherung der Trasse des Werkzeugs für 1.800 Euro plus Mehrwertsteuer zu erwerben und als industriegeschichtliches Exponat auf die einzig erhaltenen Bahngleise an der heutigen Trasse des Werkzeugs zu platzieren. Der Waggon war noch vor wenigen Monaten im täglichen Einsatz in Deutschland und transportierte Branntweine in großen Mengen von den erzeugenden Brennereien zur BfB. Dr. Klaus Frantzen: „Es dürfte sich um einen der letzten Kesselwagen seiner Art handeln und möglicherweise den einzigen, der auf einem privaten Gelände öffentlich ausgestellt wird. Er hat ein Leergewicht: von ca. 28 Tonnen und der Kessel fasste ca. 36.000 Liter.  

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