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VHS verhilft Erwachsenen zum fehlenden Schulabschluss

Dass das Angebot der Volkshochschule Remscheid vielfältig ist, beweisen deren Programmhefte seit Jahren. Weniger bekannt ist dagegen, dass die VHS Erwachsenen auch die Möglichkeit bietet, einen – aus welchen Gründen  in jungen Jahren auch immer versäumten – Schulabschluss nachzuholen. Darüber informierte am Mittwoch Nicole Grüdl-Jakobs, die Leiterin des städtischen Bildungszentrums, den städtischen Schulausschuss: „Der Bereich der schulischen Abschlüsse hat in der VHS Remscheid eine Jahrzehnte lange Tradition!“ Das begann schon 1982 mit diversen Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und sozialen Eingliederung junger Ausländer*innen (MBSE). Die Grundlage für dieses VHS-Angebot bildet das Weiterbildungsgesetz (WbG) NRW. Dort heißt es in Paragraf 3, Absatz 1: „Das Bildungsangebot der Einrichtungen der Weiterbildung umfasst […] die Bereiche der allgemeinen, politischen, beruflichen und kulturellen Weiterbildung und schließt den Erwerb von Schulabschlüssen und Eltern- und Familienbildung ein.“

Konkret: Die VHS Remscheid bietet Lehrgänge zum Erwerb der Hauptschulabschlüsse Klasse 9 und Klasse 10 A sowie zum Erwerb des Mittleren Bildungsabschlusses an. Ursprünglich waren es zeitgleich sechs Lehrgänge; seit 2002 sind es noch vier, nachdem zugunsten der Abendrealschule auf die zwei Lehrgänge am Abend verzichtet worden war, weil die Konkurrenzsituation als unbefriedigend empfunden wurde. )

Pro Jahr nehmen im Durchschnitt zwischen 100 und 120 Schüler*innen an den VHS-Schulabschlusskursen teil. Davon erwerben im Durchschnittlich 65 bis 70 Prozent den angestrebten Abschluss. Und in den Lehrgängen der Klasse 10B sind jedes Jahr sogar etliche Schüler*innen, die mit ihrer Durchschnittsnote 3 oder besser einen Qualifikationsvermerk erhalten, der ihnen den Weg zum Fachabitur frei macht.

Den Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Biologie, Geschichte sowie Arbeits- und Wirtschaftslehre bestreiten derzeit drei bei der VHS festangestellte Lehrer*innen (auf 2,25 Vollzeitstellen) sowie vier Honorarkräfte; letztere haben eine wöchentliche Lehrverpflichtung von insgesamt 18 Unterrichtsstunden.

Dass die Remscheider VHS diese Kurse anbieten kann, wäre ohne die finanzielle Unterstützung durch das Land NRW nicht möglich: Aus der Landeskasse fließen pro Jahr rund 95.000 Euro in den Bereich der Schulabschlusskurse. Und mit weiteren 51.130 Euro im Jahr fördert das Land die Stelle der Bereichsleitung. Macht zusammen knapp 150.000 Euro im Jahr.

Die VHS als Arbeitsvermittler? Auch das ist keine Neuerung. „Die Praktika zur Berufsorientierung sind sehr erfolgreich“, berichtete Nicole Grüdl-Jakobs den Mitgliedern des Schulausschusses. „Im Durchschnitt werden pro Jahr zehn Schüler*innen, davon zwei bis drei mit Abschluss Klasse 9, auf nach ihrem Praktikums in Ausbildung bzw. Beruf vermittelt!“ Dabei helfe ein „sehr persönlicher Kontakt zu den Schüler*innen“. Überhaupt gebe es „trotz fehlender Sozialpädagog*innen viele Beispiele für gelungene Integration und Inklusion“. Die Weiterempfehlungsraten seien entsprechend hoch und die Anmeldezahlen seit Jahren stabil.

Ab 2008 fanden die Kurse im Schulgebäude Hölterfeld statt. Dort standen drei Unterrichtsräume, ein funktionsfähiger EDV-Raum sowie je ein Physik-, Beratungs-, Aufenthalts- und Lehrerraum zur Verfügung sowie ein Büro. Und weil sowohl Pausenhof als auch Unterrichtsräume vom Lehrerzimmer und vom Büro aus einsehbar waren, seien die Aufsichtsmöglichkeiten dort „grundsätzlich gut“ gewesen, so Grüdl-Jakobs.

Im Jahr 2015 wurde die alte Schule Hölterfeld am Hasten dann kurzfristig zur Notunterkunft für Flüchtlinge, und die VHS musste ausziehen. Seitdem finden die Schulabschlusslehrgänge der VHS im Souterrain der früheren Hauptschule Bökerhöhe. Eine Etage darüber befindet sich übrigens auch die Abendrealschule.

Im Schulgebäude Bökerhöhe kann die VHS über zwei Unterrichtsräume, einen EDV-Raum (allerdings ohne funktionsfähiges WLAN), einen Fachraum für Naturwissenschaften, ein Lehrerzimmer und einen Büroraum verfügen. Als positiv hob Grüdl-Jakobs am Mittwoch hervor, dass alle Räume auf einer Ebene liegen, was einen intensiven durchgehenden Kontakt zu den Schüler*innen ermögliche. Während der Pausen gebe es allerdings kaum Aufsichtsmöglichkeiten. Insgesamt werde von den Lehrenden als auch von den Schüler*innen die derzeitige räumliche Unterbringung „als nicht unbedingt zufriedenstellend Empfunden“. Wünschenswert wäre, perspektivisch gesehen, eine Unterbringung der VHS-Schulabschlusslehrgänge gemeinsam mit den VHS-Integrations-und Orientierungskursen, um bei deren Teilnehmer*innen Hemmschwellen abzubauen und „Kontinuität sowie Nachhaltigkeit im Lernprozess sicherzustellen“, sprich: ihnen Mut zu machen für einen weiteren Gang auf dem für Migranten ohnehin nicht einfachen Bildungsweg.

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