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Denglisch humorvoll auf die Schippe genommen

Das passt: Im Foyer der Zentralbibliothek mit ihren vielen hundert Büchern singt der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) von heute an bis zum 9. Februar das hohe Lied der deutschen Sprache. In einer Ausstellung mit Karikaturen von Friedrich Retkowski. Der ist Mitglied in dem 1979 in Dortmund gegründeten Verein, der inzwischen weltweit rund etwa 35.000 Mitglieder hat. Retkowski lebt und arbeitet in Hameln als Gebrauchsgraphiker und Karikaturist. In seinen Illustrationen zum Thema "Denglisch" nimmt er humorvoll und augenzwinkernd die Vorliebe der Deutschen auf die Schippe, alles und jedes auf Englisch ausdrücken zu wollen. Seine Motive finden sich vielfach in Publikationen über Anglizismen in unserer Sprache wieder – von der Tageszeitung über Zeitschriften bis zum Buch, teilweise auch im Ausland erschienen. Hinter dem Spott mit Gespür für Absurdes und Skurriles verbirgt sich die ernste Absicht des VDS, die deutsche Sprache als eigenständige Kultursprache zu erhalten und zu fördern.

Der Verein widersetzt sich insbesondere der fortschreitenden Anglisierung des Deutschen und der Verdrängung der deutschen Sprache aus immer mehr Bereichen des modernen Lebens. Und dieses Ziel habe auch die Regionalgruppe Bergisch Land, die die Ausstellung ausgerichtet hat, wie der Vorstand mit Jörg Peter Schundau als Vorsitzendem gestern auf einer Pressekonferenz im Foyer der Stadtbibliothek betonte. Der Verein wende sich nicht gegen die englische Sprache als solche, auch nicht gegen deren Verwendung im internationalen Sprachgebrauch, wohl aber gegen die Tendenz, die deutsche Sprache in Deutschland in der Alltagssprache durch englische Begriffe und Beschreibungen in der Werbung, in den Medien und in technischen Zusammenhängen usw. zu verdrängen. Das habe nichts mit rechtslastiger Deutschtümelei zu tun. Das „Denglisch", ein Sprachgemisch von Deutsch und Englisch, verleite zur Oberflächlichkeit und sei einfach nur hässlich und  der deutschen Sprache nicht würdig. Denn die sei schließlich so vielfältig und wortgewaltig wie kaum eine andere.

„Deutschland ist (D)englischland“, fasst der Verein seine Kritik in der Überschrift der Karikaturen-Ausstellung zusammen. Konkrete Beispiele aus dem täglichen Sprachgebrauch – Shuttlebus (Pendelbus), Airport (Flughafen), Sale (Verkauf), Helikopter (Hubschrauber) Info-Point (Information) – wurden in der Pressekonferenz genannt. Für viele Anglizismen gebe es einen deutschen (Gegen-)Begriff. Auf einer Internetseite des Vereins Deutsche Sprache e.V. lässt sich das in einem „Anglizismen-Index“ individuell herausfinden. Dieses aktuelle Nachschlagewerk ist als Orientierungshilfe für alle gedacht, die deutsche Texte mit englischen oder pseudoenglischen Ausdrücken nicht verstehen oder die in eigenen Texten englische Begriffe möglichst vermeiden wollen. Insgesamt sind in dem Index 7.500 Anglizismen aufgeführt, von denen 79 Prozent „voll funktionsfähige und verständliche Wörter aus der deutschen Sprache“ zu verdrängen drohten, wie der Verein kritisiert. Diese Anglizismen seien schlichtweg überflüssig.

Dem Regionalgruppe Bergisch Land im Verein Deutsche Sprache e.V. sind aktive Mitstreiter herzlich willkommen. Für Verdienste um die deutsche Sprache vergibt sie seit 2012 den „Bergischen Sprachpreis ‚Die Eule‘“.2014 erhielt Birgit Blumberg aus Hückeswagen-Kobeshofen für ihre „Fleisch- und Wurst“-Werbung in Reimform. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Wuppertaler „Rundschau“-Redakteur Roderich Trappe für seine regelmäßigen Sprachglossen, ein Jahr zuvor an Rainer Langelüddecke, den Geschäftsführer des Fachverbandes Werkzeugindustrie e. V. (FWI) in Remscheid. Begründung: Er habe sich „in deutlicher Weise dafür eingesetzt, die Verwendung der deutschen Sprache durch die EU und ihre Institutionen zu stärken.“ Denn die Dominanz des Englischen führe zu erheblichen Nachteilen gerade für kleine und mittelständische Unternehmen. Dabei habe die EU sich eigentlich zur Vielsprachigkeit in ihrem Gremien bekannt, so Jörg Peter Schundau gestern. Aber die Praxis sehe leider ganz anders aus.

Übrigens: Wer sich die Karikaturen von Friedrich Retkowski in aller Ruhe zuhause anschauen möchte, braucht nur seinen PC zu starten und die Internetseite https://vds-ev.de/denglisch-und-anglizismen/karikaturen/retkowski/ aufzurufen. Dort hat der VDS eine Bilderschau eingestellt, die automatisch abläuft.

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Kommentare

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Heinz Wäscher am :

Wie könnte man denn „Jobcenter” passend übersetzen?

Martina Pohl am :

z.B. Arbeitsamt. Der schönste Lapsus ist und bleibt das gute alte "Come in and find out" ;-)

Helene Wolters, Krefeld am :

Die Ausstellung des VDS in der Bücherei in Remscheid kann ich nur empfehlen. Hier wird einem auf " lustige Weise " bewusst gemacht, was Werbung und Medien mit unserer Sprache tagaus tagein anrichten, weil der überwiegende Teil der Bevölkerung der Entwicklung hilflos gegenüber steht und die Vokabeln in seinen Wortschatz mehr oder weniger gedankenlos einbaut.Ca. 8000 Anglizismen haben wir schon im Sprachgebrauch, Tendenz : steigend! Das ist nicht mehr normal. Ich bin übrigens Englisch-Lehrerin und gebrauche diese Sprache gern - an der richtigen Stelle.

Wolfgang Saurenbach, VDS-Gruppe 42 am :

Im Namen unseres Vorsitzenden Peter Schundau sowie der Ortsgruppe 42 " Bergisch Land " möchte ich mich für den hervorragenden Bericht herzlich bedanken . Diese Wanderausstellung wird nun ihre Runde durch das Bergische Land antreten.

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