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Impulse zur besseren Integration von Zugewanderten

Nicht alles, dem man sich stellt, kann auch verändert werden. Aber nichts kann verändert werden, wenn man sich ihm nicht stellt." Der Satz stammt von dem amerikanischen Schriftsteller James Baldwin (*2. August 1924, † 1. Dezember 1987), der sich in seinem Erzählungen oft mit  Rassismus und Ungerechtigkeit beschäftigte. Der Satz findet sich auf einem Flyer wieder, mit dem die Kommunalen Integrationszentren (KI) der Städte Remscheid und Bonn gemeinsam mit der Remscheider Citykirche für eine Veranstaltung  zu den Bleibeperspektiven und der beruflichen Integration von (Neu-)Zugewanderten werben. Sie wird am Mittwoch, 20. Februar, um 18 Uhr im Vaßbendersaal am Markt beginnen. Aber schon heute, knapp sechs Wochen vor dem Termin, sind die Plätze im Saal zur Hälfte besetzt, wie die Veranstalter gestern auf einer Pressekonferenz im Rathaus berichteten. Das mag daran liegen, dass die Integration von Migranten / Asylbewerber*innen in dieser Stadt vielen am Herzen liegt. „Ich bin dankbar dafür, dass Neben-, Ehren- und Hauptamtliche in den vergangenen Jahren in Remscheid viel geleistet haben“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Er ist der Schirmherr der Veranstaltung. – Sevinc Brilling, die Leiuterin des KI Remscheid: „Über Trocken, Warm und Satt hinaus haben  wir in der Integration gute Fortschritte gemacht. Aber das muss sich auch auf die Arbeitswelt beziehen!“

Die Veranstaltung am 20. Februar soll Fachkräften aus Institutionen, Bildungseinrichtungen und Beratungsstellen wie z.B. Stadtverwaltung, Jobcenter, freie Träger etc., aber auch engagierten Bürgerinnen und Bürgern und Bürgerinnen den Rücken stärken, indem sie ihnen aufzeigt, in Sachen „Integration“ auf dem richtigen Weg zu sein. Sie werden an diesem Abend einen Dokumentarfilm sehen, der in Zusammenarbeit von Souad El Hasnaoui, Stabsstelle Integration der Stadt Bonn, und dem „Medienprojekt Wuppertal“ (siehe Trailer) entstanden ist: „Bleibeperspektive, eine machtvolle Praxis“. Der Titel macht neugierig. Dass sich dahinter auch so manche Ungerechtigkeit gesellschaftlicher Macht verbirgt, wurde in der Pressekonferenz deutlich. Der Film beschreiben anhand der Erfahrungen von drei (Neu-)Zugewanderten sowie Interviews mit Entscheidungsträgern der beruflichen Integration und Expert*innen, welche Einflussmöglichkeiten und Auswirkungen die jeweilige Bleibeperspektive auf die berufliche Integration der Protagonisten hatte und welche Herausforderung für Akteur*innen der beruflichen Integration damit verbunden ist: Bashar, der in Syrien Betriebswirtschaftslehre studiert hat; Amar, der nach drei Jahren Kampf seine Familie nach Deutschland holen konnte, und d Joseph aus Ruanda , der als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland kam. Zu deren persönlichen Schilderungen kommen Interviews über die Chancen und Hindernisse der beruflichen Integration, geführt mit Entscheidungsträgern der beruflichen Integration in Bonn: die Ausländerbehörde (über Aufenthaltsstatus, Arbeitserlaubnis, Ausbildungsduldung), die Integrationsbeauftragte (Faktoren für eine gelungene Integration, wie Barrieren überwunden werden können, und die Rolle der beruflichen Integration für die gesamte Integration), der IHK (Situation in Betrieben) und die Agentur für Arbeit (Arbeitssituation von Geflüchteten und Fördermaßnahmen). „Ein Film gegen Vorurteile in der Gesellschafft, der Mitgefühl weckt“, sagte der OB gestern. Joby Joppen vom KI Remscheid stimmte zu: „Nachdem ich den Film gesehen hatte, wusste ich sofort: Der muss in Remscheid gezeigt werden!“ Und Joppen organisierte die Vorführung zusammen mit der Bonner Projektleiterin Souad El Hasnaoui.

Zu Wort kommt in dem Dokumentarfilm auch der Rechtsanwalt Jens Dieckmann; er spricht über die theoretischen Ansprüche und die reale Praxis bei der (beruflichen) Integration. Der Migrationsforscher Aladin El Mafalaani, Abteilungsleiter im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, beschreibt, was „gelungene Integration“ für ihn bedeutet, und Dr. Paul Mecheril, Professor der Universität Oldenburg, erklärt aus rassismuskritischer Sicht die Auswirkungen der jeweiligen Bleibeperspektive auf die Betroffenen.

Melcherin wird am 20. Februar zusammen El Hasnaoui, Burkhard Mast-Weist, Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Martin Klebe, Chef der Arbeitsagentur in Wuppertal, auf dem Podium sitzen, nachdem der Film gezeigt worden ist. Gemeinsam wollen sie nach Impulsen für Politik und Verwaltung in Bund, Land und Kommunen suchen, um die Lage der Migranten zu verbessern. Souad El Hasnaoui nannte dafür gestern ein Beispiel: Natürlich werde keinem Migranten, auch denen ohne Bleibestatus, eine Ausbildung in Deutschland von den Behörden versagt. Aber wer diesen Status noch nicht besitze, habe keine berufliche Perspektive, weil er an keinem Deutschkurs teilnehmen dürfe. Eine Ausbildung ohne Deutschkenntnisse sei jedoch nur schwer vorstellbar.

Das verlangt nach besseren Regelungen. „Ein zutiefst menschlicher Auftrag“, so der OB gestern. Schließlich sei im Grundgesetz, das in diesem Jahr 70 Jahre alt werde, von der Würde des Menschen die Rede und nicht von der Würde der Deutschen! Dafür gelte es im Alltag einzutreten: „Wir müssen Haltung zeigen, auch wenn das nicht immer bequem ist!“ In diesem Zusammenhang verwies gestern Martin Rogalla, Pfarrer der Citykirche, auf das Kirchenasyl eines jungen Somali, der 2013 nach Remscheid gekommen sei, geduldet erst zwei Jahre später, und der erst jetzt einen festen Arbeitsvertrag bekommen habe. Dabei sei der Arbeitsmarkt in Remscheid durchaus aufnahmefähig, betonte Neuhaus. Und der Integrationswille der Zugewanderten sei in der Regel sehr groß, so Martin Klebe. Zu den Mitarbeiterinnen der Arbeitsagentur Wuppertal aus neun Nationen gehört seit kurzem auch eine junge Frau aus Aleppo (Syrien). [Anmeldung zu der Veranstaltung am 20. Februar, die auch den Auftritt eines Comedian von „Rebell Comedy“ vorsieht,  sind unter E-Mail joby.joppen@remscheid.de noch bis zum 5. Februar möglich).

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Stadt Remscheid am :

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Weil das Platzangebot begrenzt ist, ist eine Anmeldung erforderlich bis spätestens 12. Februar bei Joby Joppen (Kommunales Integrationszentrum Remscheid), Tel. RS 16 - 34 83 oder E-Mail joby.joppen@remscheid.de. Es sind noch wenige freie Plätze vorhanden.

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