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Sportler kritisieren Hopfenfest, OB antwortet

Dass das Remscheider Stadtmarketing in Zusammenarbeit mit der Biweko GmbH aus Herne vom 6. bis 8. Juni (Pfingsten) in Remscheid  ein Bierfest plant, hat den Vorstand des SG Hackenberg 1973 e.V. mit Joachim Weber an der Spitze nach eigenen Worten „sehr geschockt“. Es sei nicht einfach gewesen, im Veranstaltungskalender 2019 noch ein freies Wochenende zu finden, hatte Inna Safenreider vom Stadtmarketing dem RGA erklärt. Den Lenneper Sportlern wäre es lieber gewesen, sie hätte erklärt: „Es ist nichts mehr frei!“ Aber, so der SG Hackenberg in seiner öffentlichen Kritik am Stadtmarketing: „Anscheinend zählen die Internationalen Jugendfußballturniere der SG Hackenberg, des TS Struck und des SSV Bergisch Born, so wie der Pfingstmarkt auf der Hindenburgstraße nicht als schützenswürdige Veranstaltung. Mit ... einer solchen gewerblichen Veranstaltung in dieser Größenordnung, zeitgleich zu den genannten Jugendfußballturnieren, gefährdet die Stadt Remscheid die Existenz heimischer Fußballvereine.“

Der Verein organisiert in diesem Jahr zum 36. Mal sein Jugendpfingstfußballturnier am Hackenberg für Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 17 Jahren – wie immer über Pfingsten. Es gilt als eines der größten Jugendturniere seiner Art in ganz Deutschland und eine der größten und erfolgreichsten Sportveranstaltungen der Stadt Remscheid. Für dieses Jahr liegen bereits Zusagen von mehr als 120 Mannschaften mit weit über 1700 Sportlern vor, auch aus dem Ausland, so aus den Partnerstädten Pirna und Kırşehir. Und zum dritten Mal in Folge werden Sportler aus Indien in Remscheid-Lennep zu Gast sein. Allein mehr als 300 Kinder und Jugendliche werden mit ihren Trainern und Betreuern am Hackenberg übernachten. Joachim Weber: „Damit tragen wir unserer Meinung nach in erheblichem Umfang zur Völkerverständigung innerhalb unserer Stadt bei!“ Der Vereinsvorstand befürchtet, dass durch das „Hopfenfest“ in Remscheid mit erwarteten 10.000 Besuchern und den Auftritten von Livebands am Abend bei dem Lenneper Turnier eine Vielzahl an Besuchern wegfallen und somit auch finanzielle Einbußen in nicht geringem Ausmaß zu erwarten sein werden. „Wir sind sehr traurig darüber und auch wütend, dass eine kommerzielle Veranstaltung eines Geschäftsmanns aus Herne, welche den Alkoholkonsum zum Thema hat, anscheinend Vorrang hat vor ehrenamtlichen sportlichen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche einheimischer Vereine, der Begegnung mit Gästen aus dem In- und Ausland und dem gelebten Austausch mit den Partnerstädten unserer Stadt!“

Gestern nun ging beim Waterbölles per E-Mail die Antwort von Oberbürgermeister Mast-Weisz ein. Darin erläutert er aus Sicht der Verwaltung die Hintergründe des „Hopfenfestes“ und bittet die Sportler um Verständnis:

„Im Sommer des vergangenen Jahres kam der Veranstalter des bundesweit stattfindenden ‚Hopfenfestes‘ auf das Stadtmarketing zu und bat um allgemeine Informationen zur Stadt, um die Veranstaltung ‚Hopfenfest‘ eventuell in Remscheid stattfinden zu lassen. Ohne jegliche Handhabe von Versagungsgründen wurde die Veranstaltung von uns inhaltlich und vor allem vom Niveau her als begrüßenswert erachtet und somit wurde Unterstützung, wie sie das Stadtmarketing allen anderen Veranstaltern auch anbietet, zugesagt. Der Veranstalter wirkt überaus professionell, ihm ging es vorrangig um die Findung eines geeigneten Veranstaltungsortes. Nach Nennung mehrerer in Frage kommender Orte hat sich der Veranstalter für den Theodor-Heuss-Platz entschieden, inklusive der Zusage seinerseits einer Kostenübernahme der notwendigen Wochenmarktverlegung. Da die Veranstaltungsreihe landesweit an unterschiedlichen Terminen in mehreren Städten stattfindet, hat der Veranstalter demzufolge einen für sich möglichen Zeitraum (6.- 8. Juni 2019) beantragt. In Absprache mit dem Ordnungssamt wurde festgestellt, dass auf dem Theodor-Heuss-Platz in dem genannten Zeitraum keine andere Veranstaltung beantragt wurde, somit wurde der Termin verbindlich reserviert.

Zur Verdeutlichung: Weder das Ordnungsamt noch das Stadtmarketing sind Veranstalter des Hopfenfestes, und beide haben weder eine rechtliche noch eine inhaltliche Grundlage, diese und Veranstaltungen allgemein aus Gründen des Konkurrentenschutzes zu versagen. Trotzdem wird selbstverständlich immer versucht, umsichtig zu planen und dementsprechende Hinweise an die Veranstalter zu geben. In diesem Zusammenhang ist aufgefallen, dass der räumlich nahe Pfingsttrödel (9.-10. Juni 2019) mit dem Hopfenfest nicht kollidiert. Das traditionelle und für die Sportstadt Remscheid selbstverständlich wichtige Jugendfußballturnier der SG Hackenberg ist terminlich natürlich bekannt, eine inhaltliche Verbindung als Konkurrenz zu einem völlig anders konzeptionierten Hopfenfest wurde jedoch nicht festgestellt. Aber selbst wenn es anders gewesen wäre, hätte ich aus den o.a. Gründen keinerlei Rechtsgrundlage, eine Veranstaltung zu verbieten. Ihre Sorge, dass eine zeitgleiche Veranstaltung „die Existenz heimischer Fußballvereine“ gefährde, sehe ich in dieser sehr weitgehenden Konsequenz nicht. Die räumlich weit auseinander liegenden Veranstaltungen „kollidieren“ zeitlich lediglich am Samstag (8. Juni).

Soviel zum bisherigen Ablauf. Ich persönlich möchte Sie bitten, sich über folgende Argumentation als Anstoß in eine andere Richtung Gedanken zu machen: Das Internationale Jugendfußballturniere der SG Hackenberg ist eine von der Stadt Remscheid unterstützte, sportliche und traditionelle Großveranstaltung, die aus der Remscheider Sportlandschaft nicht wegzudenken ist und von der Stadt auch dementsprechend gewürdigt wird. Durch den langjährigen guten Ruf, die Vielzahl an eingeladenen Gästen, die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer handelt es sich hier um ein absolutes sportliches Aushängeschild, das seines Gleichen sucht. Genau aus diesen Gründen sollte das „Veranstalter-Selbstbewusstsein“ doch noch viel größer sein, als es zu Recht schon ist - eine Veranstaltung wie das Hopfenfest sollte überhaupt nicht als Konkurrenz verstanden werden, viel mehr sollte sich der Veranstalter des Hopfenfestes für den Samstag, als einzigen Überschneidungstag, Umsatzsorgen machen - denn wer seit vielen Jahren das Jugendfußballturnier in Hackenberg besucht, wird auch in diesem Jahr wieder dorthin gehen, ganz egal, welche anderen Veranstaltungen es in Remscheid oder im Umland noch geben wird. Wer neugierig auf das Hopfenfest ist, hat zwei Tage vorher bereits Gelegenheit dorthin zu gehen und wird es sicherlich nicht an dem einzigen Überschneidungstag machen.

Ein gutes Beispiel für meine Argumentation ist die zeitgleiche Terminierung des WDR 2-Tages mit dem Lenneper Altstadtfest im Jahr 2014. Auch dort gab es (durch die sehr ähnliche inhaltliche Ausrichtung) Befürchtungen, dass das traditionelle Altstadtfest der Großveranstaltung des WDR 2-Tages „zum Opfer“ fallen würde, schließlich wurden beim WDR 2-Tag im Durchlauf mehr als 40.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Im Nachgang der Veranstaltungen jedoch gab es für alle Beteiligten eine durchweg zufriedenstellendes Fazit, das Lenneper Altstadtfest war gut besucht, Aussteller und Gäste waren zufrieden und das trotz der anscheinend übermächtigen Konkurrenz. Dies ist nur ein Beispiel von mehreren, die uns gezeigt haben, dass Remscheid inkl. Umland groß genug für mehrere Veranstaltungen zeitgleich ist.“

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Chronist am :

Die Highlights im Arbeitsprogramm des Stadtmarketing erfuhren gestern die Mitglieder des Kulturausschusses: Picobello-Tag 29./30.03.2019, Motorshow 01./02.06.2019, essKultur 28.-30.06.2019 und Nacht der Kultur 26.10.2019,

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