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Entscheidung über Böker-Villa frühestens am 28. März

Die denkmalgeschützte Böker-Villa im Besitz der Stadt Remscheid. Foto: Lothar Kaiser

Böker-Villa: Bewerbungen bis Mitte April“, titelte der Waterbölles am 8. Februar 2018, also genau vor einem Jahr. Entschieden ist das damals angekündigte „Interessenbekundungsverfahren“ bis heute nicht. Und auch in der gestrigen Ratssitzung gab es mehr Fragen als Antworten, weshalb Sven Wolf, der Fraktionsvorsitzende der SPD, auch für Vertagung plädierte. Dem stimmte der Rat der Stadt zu.

Seit die Musik- und Kunstschule in den Herbstferien 2017 ihre neu gestalteten und renovierten Räumlichkeiten der ehemaligen Städtischen Galerie an der Scharffstraße bezog, steht die „Böker-Villa“, Elberfelder Straße 20, leer. Sie wurde 1985 in der Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen; sie ist folglich zu erhalten und im Rahmen der Bestandssicherung zu sanieren und damit in Wert zu setzen. Zwei Kaufinteressenten haben sich bislang gemeldet. Zitat aus einer Mitteilung der Verwaltung zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 21. Juni 2018: „In persönlichen Gesprächen (wird) mit den Bewerbern die genauere Ausgestaltung einzelner angedachter Nutzungen spezifiziert (z.B. Gastronomie, Büro, etc.). Das Ziel ist, die politischen Gremien nach der Sommerpause über die geführten Gespräche zu informieren und eine Entscheidungsgrundlage zur Verfügung zu stellen.“

Auf die wartet die Politik bis heute. Das hindert sie aber nicht, das Für und Wider munter öffentlich zu diskutieren. Christoph Imber, Gründerschmiede Remscheid e.V., schrieb am 30. Oktober 2018: „Die Gründerschmiede (blickt) mit großer Hoffnung auf die kommenden Wochen, in denen die Politik über das eingereichte Konzept zum Erwerb der Böker-Villa entscheiden will. Wir müssen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive geben und das Entstehen von jungen, kreativen Unternehmen fördern und sichtbar machen. Die historische Gründervilla wird mit unserem Konzept ein wichtiger Impulsgeber für die Innenstadt und kann eine positive Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus erzeugen.“

In welcher Form sich die Gründerschmiede in der Böker-Villa finanziell engagieren wird, sagte Imber nicht. Wohl auch deshalb hieß es im November, die Verwaltung wolle der Politik den Verkauf der Villa an einen externen Interessenten vorschlagen. Die Referenzen und das Nutzungskonzept des externen Bewerbers hätten bei der Verwaltung mehr Eindruck hinterlassen als die Bewerbung des Gründerschmiede e. V.  Zumal der Betrag, den die Gründerschmiede für die Böker-Villa geboten habe, um eine fünfstellige Summe niedriger als die des Mitbewerbers sei.

Dazu Carina Bürgel, Sprecherin der Wirtschaftsjunioren Remscheid, am 14. November: „Ein Gründerzentrum in der Bökervilla würde ein positives Signal setzen für die gesamte Stadt und die Menschen, die in Remscheid etwas bewegen wollen und schon bewegt haben. (...) Es wäre aus unserer Sicht fatal, wenn diese Chance der Bündelung dieser Ressourcen in einem Gründerzentrum in der Bökervilla nicht genutzt würde.“ Für die SPD machte Lothar Sill, stellv. Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, am 15. November klar: „Wir haben derzeit Angebote von zwei Investoren vorliegen, keiner davon ist der Verein Gründerschmiede selbst. (Wir) könnten wir uns vorstellen, dass die Interessenten erklären, dass sie mit der Gründerschmiede einen Mietvertrag abschließen. Sollte das nicht möglich sein, könnten wir das Verkaufsverfahren beenden, damit bliebe das Gebäude im Eigentum der Stadt und könnte an die Gründerschmiede vermietet werden." Peter Heinze, Technischer Beigeordneter, bestätigte das am gleichen Tag: „Die Gründerschmiede selbst hat kein Kaufangebot für die Böker Villa abgegeben. Sie würde in das Objekt als Mieter eingebunden werden. Unabhängig davon, für welches der beiden eingereichten Nutzungskonzepte sich der Rat entscheidet, es bestünde für die Gründerschmiede als Mieter bei beiden Investoren eine Perspektive. (...)  Rat und Verwaltung haben sich durch das ... Interessenbekundungsverfahren gebunden. (...) Die Verwaltung der Stadt Remscheid steht unverändert voll hinter dem Konzept der Gründerschmiede und wird sie wie bisher in ihren Aktivitäten unterstützen."

Am 20. November teilten die Linken mit, sie lehnten einen Verkauf der Villa ab, und schlugen vor, die Stadt möge das Gebäude für Bildung und Kultur nutzen. Die Idee der ‚Gründerschmiede‘ könne auch an anderer Stelle sinnvoll verwirklicht werden, z. B. in der Technologiefabrik. Dagegen forderte die CDU-Fraktion, der Gründerschmiede den Zuschlag für die Böker-Villa zu erteilen. Dazu die Fraktion der FDP am Januar 2019: "Die Freien Demokraten sprechen sich gegen die Initiativen von CDU und Linkspartei aus, zum jetzigen Zeitpunkt das Interessenbekundungsverfahren für die Böker-Villa oder gar die Verkaufsbemühungen insgesamt zu beenden. Vielmehr sollte aus Sicht der Rats-FDP das Verfahren fortgeführt, Verhandlungen mit dem Meistbietenden aufgenommen und die Gründerschmiede eingebunden werden." Mit der Fortführung des Interessenbekundungsverfahrens sei nicht ausgeschlossen, dass die Gründerschmiede in die Böker-Villa einziehen könne (Mietvertrag). Für die Gründerschmiede könne im Übrigen auch ein anderer zentraler Standort oder auch Honsberg mit dem Campus der Rheinischen Fachhochschule ein interessantes Umfeld bieten.

In der gestrigen Ratssitzung forderte Fritz Beinersdorf dazu auf, „alles neu zu überdenken“. Jens Petter Nettekoven mahnte zugesagte Informationen der Verwaltung an. Dazu Peter Heinze: Die Sondierungsgespräche der Verwaltung (welche? Siehe oben) seien „noch nicht ausgewertet“. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz verwies auf das noch nicht abgeschlossene Interessenbekundungsverfahren.

Zuvor hatte Sven Wolf erklärt: „Der gemeinnütziger Verein Gründerschmiede e.V. ist bisher nicht selbst als Kaufinteressent aufgetreten, sondern hat erklärt, er könnte sich eine Anmietung in den Räumen der Böker-Villa vorstellen. Wir haben eine einmalige Chance: Die Böker-Villa direkt in der Innenstadt kann und muss ein Schmuckstück werden, und gleichzeitig könnte die Gründerschmiede dort einen Anlaufort finden.“ In der Ratssitzung im Dezember habe der Rat der Verwaltung einen umfassenden Auftrag rund um die Böker-Villa erteilt. Die Verwaltung sei jetzt am Zuge, über die Gespräche zu berichten. Kann es mit beiden Kaufinteressenten eine vernünftige Lösung mit der Gründerschmiede geben? Gibt es andere Orte, die für die Gründerschmiede bereitstehen? Die SPD schlage vor, die Antworten der Verwaltung abzuwarten und danach fraktionsübergreifend über die weiteren Schritte zu beraten. Diesem Vertagungsantrag stimmte die CDU schließlich zu, nachdem man sich einig geworden war, in der nächsten Ratssitzung die beiden Kaufinteressenten zu Wort kommen zu lassen. Nettekoven: „Wir sind an einer sachlichen Lösung interessiert!“ Die Möglichkeit dazu könnte sich in der nächsten Ratssitzung am 28. März bieten.

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