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Syrischer Goldschmied: Facharbeiter in 18 Monaten

Die berufliche und gesellschaftliche Integration von geflüchteten Menschen in die Gesellschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die unter anderem intensive Bemühungen zur Eingliederung in Ausbildung und Beschäftigung erforderlich macht. Integration funktioniert am besten über Arbeit und Ausbildung. Die Motivation vieler Geflüchteter ist hoch -mit entsprechender Unterstützung und Deutschkenntnissen kann die betriebliche Ausbildung gelingen - die Sprache ist der Schlüssel. Ein besonders anschauliches und gelungenes Beispiel dafür wurde der lokalen Presse gestern bei der Firma ELORA-Werkzeugtechnik GmbH in Remscheid am Blaffertsberg präsentiert. Dort war der Syrer Youssef Chawa (43) in verkürzter Ausbildung (18 Monate) zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet wurden, und Firmenchef Andreas Rauch hatte ihn anschließend in eine Festanstellung übernommen, total beeindruckt davon, wie schnell der gelernte Goldschmied aus Aleppo, im Januar 2016 binnen 14 Tagen ohne jede Deutschkenntnisse in die Bundesrepublik geflüchtet war, Deutsch lernte. „Durch seinen kulturellen Hintergrund und mit seiner offenen Art ist er eine Bereicherung für uns!"

Nach Remscheid war Youssef Chawa damals mit Unterstützung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gekommen und dank der ehrenamtlichen Betreuerin Annelie Schwierz, der Qualifizierungsberaterin der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, Martina Wildförster, und Gerda Becker, Mitarbeiterin des Bildungszentrums der Industrie (BZI). Mit dem Angebot „Willkommenslotsen" des BZI hatte sie Youssef Chawa bekannt gemacht. So fand er einen Arbeitgeber, der ihm zunächst ein Praktikum ermöglichte. Und dieses verlief für dem Goldschmied aus Syrien so erfolgreich, dass darauf eine Ausbildung, sprich: Umschulung wurde, gefördert von der Arbeitsagentur. (Durch das seit Jahresbeginn geltende Qualifizierungschancengesetz sollen Arbeitnehmer gefördert werden und so gute Chancen haben, sich durch Umschulung auf den Arbeitsmarktwandel einzustellen. Unternehmen, die das Angebot nutzen oder mehr dazu wissen wollen, können sich direkt mit den Qualifizierungsberaterinnen der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal in Verbindung setzen.)

Die Qualifizierungsberaterin Martina Wildförster berichtet begeistert: „Ohne aktives Mitwirken der Arbeitgeber können unsere Förderprogramme zur Fachkräftesicherung nicht erfolgreich ihr Ziel erreichen. Herr Chawa hat großes Glück mit der Firma ELORA gehabt, wo ihn alle so gut unterstützt haben. Die Gesamtkonstellation ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel viele Unternehmen motiviert, eventuell vorhandene Vorbehalte zu überwinden und die Fördermöglichkeiten zu nutzen. Gleichzeitig sehen wir hier, dass mit Motivation, Unterstützung und durch Zusammenarbeit vieles möglich ist, was zunächst unerreichbar scheint."

Seine Ausbildung bei der Firma ELORA-Werkzeugfabrik GmbH in Remscheid zur Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik begann Youssef Chawa mit Beginn des Ausbildungsjahres 2017. Anfangs bereiteten ihm die mangelnden Sprachkenntnisse große Schwierigkeiten. Diese Hürde hat längst überwunden. Obwohl es anfangs keiner für möglich hielt, hat er seine Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik erfolgreich abgeschlossen – mit unbedingtem Willen und starker Motivation. Youssef Chawa sei bestens in den Betrieb integriert und eine Bereicherung für seine Kolleginnen und Kollegen, die ihn mit Freude und Engagement auf seinem Weg unterstützt hätten, betonte Dipl. Ing. Andreas Rauch. „Sie gaben ihm zum Beispiel Nachhilfe in Maschinenkunde!“ – „Ohne die enorme Unterstützung seines Umfeldes wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen“, bestätigte Martin Klebe, Chef der Arbeitsagentur in Wuppertal. Die Agentur war daran beteiligt durch Beratung und Förderung des Praktikums und der Ausbildung.

Youssef Chawa hat längst den Antrag bei den Behörden gestellt, seine Ehefrau und seine beiden Töchter, die in den Irak geflüchtet waren, nach Deutschland holen zu dürfen.

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