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„Grün statt Grau“, oder: Neues aus Großhülsberg

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte, die man als „Motor für den Fortschritt“ bezeichnen kann und die Anregungen für zukunftsorientierten Klimaschutz und Klimaanpassung sind. Das Projekt „Grün statt Grau“ in Großhülsberg überzeugte die Landesregierung NRW, da es sich auf die Umgestaltung bestehender Gewerbegebiete konzentriert, langfristige und übertragbare Maßnahmen priorisiert und das gemeinsame Handeln von Kommunen, Unternehmen, und Anwohnenden fördert. Das Projekt bekommt das Logo „Wir sind dabei“ verliehen!

Konkret wird es in diesem Zusammenhang am Mittwoch, 27. Februar, um 14 Uhr: Die Stadt Remscheid pflanzt auf einem Parkplatz (Einfahrt Schlosserstraße) der Firma Orthopädie Kall GmbH sechs Laubbäume. Dazu wird der Asphalt auf rund vierzig Quadratmeter entfernt, und es werden große Baumscheiben angelegt. Unterpflanzt werden die Bäume mit einheimischen Sträuchern und Stauden, die ein geeignetes Nahrungsangebot für Insekten bieten. Ziel ist es, neben einer ästhetischen und ökologischen Aufwertung der Fläche, der Hitzeentwicklung im Sommer durch Verschattung entgegen zu wirken. Dies hat positive Auswirkungen auf das Grundstück sowie die Umgebung. Grün- und Freiflächen sind für das Lokalklima bei Hitzestress von großer Bedeutung. Deren Beitrag zur Abmilderung des Wärmeinseleffekts erhöht sich, wenn die Grünstrukturen vernetzt sind. Die Baumpflanzungen sind daher Teil eines Gesamt-Begrünungskonzepts der Firma Orthopädie Kall GmbH zu dem auch Dach- und Fassadenbegrünungen gehören.

Die Städte Remscheid, Marl und Frankfurt/Main haben sich mit wissenschaftlicher Unterstützung auf den Weg gemacht, Standortnetzwerke aufzubauen und die Nachhaltigkeitspotenziale ausgewählter Gewerbegebiete mit den Unternehmen vor Ortauszuschöpfen. Das geschieht durch Baumpflanzungen, die Anlage von Retentionsflächen, verbesserte Parkraumbewirtschaftung, Planung von Radwegen, die Nutzung erneuerbarer Energien und vieles mehr. Neben den Modellgebieten haben sich mittlerweile die Städte Iserlohn, Vreden und Lengerich als Transferstädte angeschlossen und verfolgen zusammen mit den Projektpartnern das Ziel, ihre Gewerbegebiete klimagerecht und nachhaltig auszurichten.

„Kommunen berücksichtigen Klimaschutz und Klimaanpassung in Gewerbegebieten bisher hauptsächlich bei der Planung neuer Gebiete. Dabei schlummern große Nachhaltigkeitspotenziale gerade in Bestandsgebieten“, so Dr. Anke Valentin, Geschäftsführerin des WILA Bonn und Leiterin des Projektes. „Das Projekt zeigt auf, wie solche Gebiete grüner, attraktiver und klimagerechter gestalten werden können.“ Eine solche Umgestaltung ist dabei nicht nur gut für das Klima, sondern auch für die Zukunft der Gewerbegebiete selbst. Sie bieten mehr Aufenthaltsqualität und sind auf die Bedürfnisse der ansässigen Unternehme und ihrer Belegschaft ausgerichtet, da diese an der Umgestaltung mitwirken können.

Gewerbegebiete sind mit einem durchschnittlichen Versiegelungsgrad von über achtzig Prozent maßgeblich von den Veränderungen des Klimas betroffen. Hier können lokale Wärmeinseln und Starkniederschlagsproblematiken entstehen. Die Begrünung spielt deshalb in diesen hoch versiegelten Bereichen eine wichtige Rolle bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Begrünung kann nicht nur dazu beitragen, den Regenwasserrückhalt und Verdunstungsleistung im Quartier zu erhöhen, sondern auch die Luftqualität zu verbessern und den Lärm zu reduzieren.

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