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Gut feiern lässt sich auch bei klarem Kopf

‚Buddys‘ gegen Alkohol, wo Gespräch noch möglich ist“. titelte der Waterbölles am 28. Januar 2016 und „Spaß ohne Alkohol ist besser als Zudröhnen“, am 17. Februar 2017. Der Anlass war beide Male der gleiche: Im Beratungszentrum des Diakonischen Werkes, Kirchhofstraße 2, stellten Bernd Liebetrau, Leiter der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Remscheid, und Mitarbeiter/innen des  städtischen Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen die Jugendlichen ab 18 Jahre und jungen Erwachsene vor, die in den voraufgegangenen Wochen als so genannte Buddys geschult worden waren. Das Remscheider Projekt ist mittlerweile zehn Jahre alt. Und seitdem haben insgesamt siebzig bis 80 Buddys bei öffentlichen Festen die Veranstalter dabei unterstützen, dass es friedlich und fröhlich bleibt, auch wenn Alkohol ausgeschenkt wird. Und auch in diesem Jahr soll beim Rosenmontagszug in Lennep alles nach bewährtem Muster ablaufen. Diesmal werden mit dunklen Käppis und signalroten Westen neun Buddys unterwegs sein, zwei „alte Hasen“ ;-) aus dem Vorjahr und sechs neue, vier davon Studentinnen der Erziehungswissenschaften von der Universität Wuppertal, wo sich mit einen  Praktikum „Buddy“ ein wichtiger Semesterschein erwerben lässt. Bernd Liebetrau: „Ohne dies und allein auf freiwillige Interessenten gestützt, wäre es schwierig, das Projekt aufrecht zu erhalten. Denn der Einsatz der Buddys erstreckt sich – über den Rosenmontagszug hinaus - auf den Zeitraum von zwölf Monaten. Liebetrau: „Auf alle, die da zugesagt haben, konnte ich mich bisher voll verlassen!“

Ihren ersten Einsatz haben die frischgebackenen Buddys übrigens schon am kommenden Freitag im der Sporthalle West auf Bliedinghausen – bei der „Anti-Drogen-Disco“ für Jungen und Mädchen der 5. Bis 7. Klassen. Rund 500 bis 600 werden um 16.30 Uhr erwartet.

Das Buddy–Projekt firmiert auch unter dem Namen „MIDZ“ = „Mitdenkzentrale für klares Rauschen“. Buddys sind Mitdenker! Buddys sind die Freunde, die Kumpels. Dementsprechend treten sie bei ihrer besonderen Art der Alkoholprävention Jugendlichen auf Augenhöhe gegenüber. Nicht als Besserwisser, sondern als Ratgeber, das Gespräch suchend über die Lust am Rausch mit oder ohne Alkohol, den Kick im Leben, ohne das die eigene Welt aus der Kontrolle gerät. Wie kann man feiern und Spaß haben und dabei trotzdem klar im Kopf sein. Da kennen die Buddys sich aus. Eskaliert eine Situation, ziehen sie sich sofort zurück. Denn „Die gute Laune soll bleiben!“ (Liebetrau).

Die Devise ist: Konflikte vermeiden, die Jugendlichen über ihren Konsum zum Nachdenken anregen. Auch mit ein paar „Giveaways“. Spaß haben ohne Alkohol und Drogen sind besser als Zudröhnen! Dafür sind bei den Einsätzen die „erzieherische“ Rauschbrille und auch Alkohol-Tests (zum Beweis der falschen Selbsteinschätzung) mit dabei. Und wenn echte Hilfe gefordert ist, können sich die Buddys an Dr. Frank Neveling, den Leiter des Gesundheitsamtes, in der Einsatzzentrale vor Ort wenden oder an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die den Rosenmontagszug begleiten werden, wie Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann gestern bestätigte. Hinzu kommen fünf Mitarbeiter/innen des Allgemeinen Sozialdienstes der Stadt, ergänzte Tom Küchler. Der Hardtpark wird übrigens auch in diesem Jahr am Rosenmontag wieder ausgeleuchtet, „um Schabernack zu vermeiden“ (Beckmann).

Merke: Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. haben zwei Drittel der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schon einmal Alkohol getrunken. Der erste Alkoholkonsum findet in dieser Altersgruppe im Durchschnitt mit 13,8 Jahren statt. Und bei den 16- bis 17-Jährigen sind es mehr als 90 Prozent, die schon einmal Alkohol getrunken haben. Früher musste der Ordnungsdienst am Rosenmontag zwischen 15 und 30 Jugendliche aus dem Verkehr ziehen, die zu viel Alkohol getrunken hatten. Im vergangenen Jahr waren es lediglich fünf – alle samt Mädchen. Auch einen Jungen mit 2,6 Promille Alkohol im Blut hat Beckmann schon einmal erlebt. „Der zeigte keinerlei Ausfallerscheinungen, muss also ziemlich ‚trainiert‘ gewesen sein!“ Und zwei Mal wurden bei jugendlichen Alkoholkonsumenten teurer Whisky gefunden, ihren Vätern stibitz. Die seien am nächsten Tag ins Amt gekommen, um den Stoff abzuholen.

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