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Fragen an den Ärztl. Direktor Prof. Dr. Eugen David

Prof. Dr. Eugen Davids. Foto: Uwe SchinkelProf. Davids, Sie sind nun seit gut zwei Monaten Ärztlicher Direktor der Evangelischen Stiftung Tannenhof, wie haben Sie diese Zeit bisher erlebt?

Die ersten Monate habe ich als überaus positiv erlebt, die Evangelische Stiftung Tannenhof mit ihrer großen Tradition zeigt sich als ein offenes modernes Zentrum für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Besonders positiv ist mir die sehr enge Bindung der Mitarbeiter an die Einrichtung aufgefallen; die Anzahl der Mitarbeiter, die über lange Zeit hier tätig sind, ist sehr groß. Dies ist ein positives Zeichen für eine gute Arbeitsatmosphäre und Verbundenheit zum Arbeitgeber.

Was waren Ihre Überlegungen, die dazu führten, sich auf die Stelle des Ärztlichen Direktors in der Stiftung zu bewerben?

Besonders gereizt hat mich neben der täglichen ärztlichen Arbeit mit den Patienten die übergeordnete Funktion und Gestaltungsmöglichkeit in der Position des Ärztlichen Direktors. Besonders bedeutsam war auch die Möglichkeit, in der gestalterischen Entwicklung der Psychiatrie hier vor Ort mitwirken zu können sowie die Verantwortung zu übernehmen gegenüber einer sehr hohen Mitarbeiterschaft zusammen mit dem Vorstand und den weiteren Leitungskräften.

Was sind in Ihren Augen die größten Herausforderungen Ihrer neuen Tätigkeit – oder vielleicht auch im Bereich Psychiatrie allgemein?

Mögliche Schwerpunkte und Herausforderungen für die nahe und mittlere Zukunft können sein die weiterhin verstärkten Bemühungen in der gerontopsychiatrischen Versorgung. Weiterhin von Bedeutung wird sein die Behandlungsmöglichkeiten von psychosomatischen Erkrankungen auch vor Ort, und die Schnittstelle der Behandlung von Menschen mit Krisen im jungen Lebensalter. Hier gibt es häufig Probleme in der Versorgung im Übergang von der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Erwachsenenpsychiatrie. Eine weitere Herausforderung ist die Bindung und Rekrutierung von neuen Mitarbeitern in allen Berufsgruppen, d. h. die Attraktivität der Arbeit in der psychiatrischen Versorgung ist zu gestalten.

Verfolgt man die Medien, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es immer mehr Menschen gibt, die an einer psychischen Erkrankung erkranken. Ist dies tatsächlich so oder ändert sich vielleicht eher die öffentliche Wahrnehmung?

Basierend auf epidemiologischen Studien sind in Deutschland jedes Jahr etwa 27,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen so publiziert 2014 in der Fachzeitschrift „Der Nervenarzt“. Dies entspricht mit etwa 18 Millionen Menschen der Einwohnerzahl von Nordrhein-Westfalen, in der gesamten Europäischen Union wird von bis zu etwa 170 Millionen betroffenen Menschen ausgegangen. Die drei häufigsten Störungsbilder sind dabei Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- und Medikamentenkonsum. Das heißt, insgesamt ist ein steigender Bedarf an psychiatrisch, psychosomatisch und psychotherapeutischer Versorgung zu verzeichnen, insbesondere hat es in den letzten Jahren eine Zunahme der Demenzerkrankungen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung gegeben und der sogenannten Stresserkrankungen. Letztlich begibt sich gegenwärtig nur etwa jeder fünfte Betroffene in Behandlung, so dass hier weiterhin eine verbesserte Aufklärung und niedrige Schwellen zur Behandlungsöffnung gegeben sein müssen.

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