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Stadt zur Zusammenarbeit mit der Gründerschmiede

Zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 7. März hat die Verwaltung die Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion vom 14. Januar vorgelegt. Auslöser dafür war, dass die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Remscheid hat die jüngste Untersuchung von Creditreform bzw. das darin genannte Minus von 20 Firmen als „Weckruf“ und „Alarmsignal“ für Remscheid bezeichnet hatte. Politik und Verwaltung müssten mehr für die Gründerkultur tun, da im vergangenen Jahr die Zahl der Insolvenzen die der Neugründungen von Unternehmen überbetroffen habe, so die CDU.

Frage 1: Wie erklärt sich die Verwaltung das? Wo liegen nach Ansicht der Verwaltung die Ursachen? Wie will man gegensteuern?

Antwort: Bei der Interpretation ist zu beachten, dass Gewerbemeldungen Absichtserklärungen sind. Den Statistikern liegen keine Informationen darüber vor, ob das an- bzw. abgemeldete Gewerbe auch tatsächlich ausgeübt wird bzw. wurde. Auch Übernahmen und örtliche Veränderungen von bestehenden Betrieben bringen eine Anmeldung mit sich, ebenso z.B. der Gesellschaftereintritt. Somit sind Gewerbemeldungen nur zum Teil mit Neuerrichtungen oder gar Existenzgründungen gleichzusetzen. Zudem heißt Insolvenz nicht zwingend, dass ein Unternehmen zerschlagen wird und Arbeitsplätze verloren gehen. Der Einstieg von Investoren und eine Fortführung des Unternehmens, i.d.R. jedoch einhergehend mit einem Verlust von Arbeitsplätzen, sind möglich.

Der Saldo von Gewerbean- und -abmeldungen in Remscheid war in den letzten Jahren schwankend (Quelle: IT.NRW): 2012: - 76; 2013: - 78; 2014: - 8;  2015: + 48; 2016: + 2; 2017: - 55. Für das Jahr 2018 meldet die Creditreform ein moderates Minus von 20 Unternehmen (Differenz zwischen neu gegründeten Unternehmen und solchen, die abgemeldet wurden oder in die Insolvenz gegangen sind).

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat in Remscheid seit 2010 kontinuierlich zugenommen (Quelle: BA Statistikstelle):2010: 39.892 Beschäftigte; 2017: 44.897 Beschäftigte. Dementsprechend hat sich die Arbeitslosenquote in Remscheid sehr erfreulich entwickelt bis zu einem Wert von 6,9 % im Dezember 2018 (Quelle: BA Statistikstelle). Aus den Werten lässt sich eine sehr stabile bis wachsende konjunkturelle Lage ablesen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin sehr gut bis hervorragend, auch wenn sich eine leichte Trendwende der seit Jahren wachsenden Wirtschaftslage abzeichnet. Aus dem hohen Beschäftigungsgrad und der starken Nachfrage nach Arbeitskräften resultieren eine sinkende Arbeitslosenquote und folgend ein geringerer Druck zur Firmengründung aus einem sicheren Angestelltenverhältnis oder der Arbeitslosigkeit heraus.

Der Standort Remscheid verfügt über einen guten Grundstock an Gründungsinfrastruktur- und –kultur. Hervorzuheben ist der Verein Gründerschmiede Remscheid, der seit seiner Gründung wichtige neue Impulse für die Gründerszene in Remscheid setzen konnte. Zu den Angeboten der Gründerschmiede zählen Coworking-Arbeitsplätze, Gründerstammtische, Gründerberatungen, Gründerevents, Gründerausflüge, Gründerworkshops, etc. Die Vernetzung mit Wirtschaftsakteuren und Forschungseinrichtungen aus Remscheid bietet den Gründern schnelle und unbürokratische Hilfe. Bei der Beratung und Betreuung von Gründern arbeiten die Gründerschmiede und die Wirtschaftsförderung Remscheid eng zusammen. So ist in dieser Kooperation z.B. die Gründermappe entstanden, die einen Überblick über Grundbausteine und wichtige Anlaufstellen zur Unternehmensgründung in Remscheid gibt. Weiterhin findet quartalsweise eine Gründerberatung des Bergischen StarterCenters in Remscheid, wechselnd in den Räumlichkeiten der Gründerschmiede und der Wirtschaftsförderung, statt.

Ein weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen der Gründerschmiede und der Wirtschaftsförderung Remscheid ist die Bewerbung von Gründungen aus Remscheid bei Bundeswirtschaftsminister Altmaier. Herr Altmaier hat die Initiative „GO! – GründungsOffensive“ gestartet. In einem gemeinsamen Brief sind Herrn Altmaier Gründer aus Remscheid vorgeschlagen worden, welche auf in ganz Deutschland stattfindenden Regionalkonferenzen als erfolgreiche und beeindruckende Gründungen vorgestellt werden sollen. Eine Rückmeldung aus dem Bundewirtschaftsministerium ist erfolgt, und die Gründer aus Remscheid sind gelistet. Somit stehen die Chancen gut, dass der Gründerstandort Remscheid überregional Aufmerksamkeit erfährt.

Weitere Impulse für die Gründerszene in Remscheid konnten durch folgende Events erreicht werden: Innovationstheater Remscheid; 4. Bergischer Innovations- und Bildungskongress 2017; Workshop „Digitale Gründung / Start-Up Ökosystem im Bergischen Land“ unter Mitwirkung der Gründerschmiede.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es in Remscheid mittlerweile mehr als ein zartes Pflänzchen an Gründungsinfrastruktur und –kultur gibt. Die „Szene“ ist aktiv und erfährt zunehmend Zulauf und Aufmerksamkeit. Die Stadtverwaltung wird die Gründerschmiede bei ihrem geplanten nächsten Schritt, der Etablierung eines Gründerzentrums, unabhängig vom Mikrostandort mit allen Kräften unterstützen, um das Gründungsgeschehen in Remscheid zu verfestigen und weiter voran zu treiben.

Frage 2:  Ist der von der CDU-Fraktion beantragte Ratsbeschluss vom 14.12.2017 „Eine neue Gründerzeit in unserer Stadt schaffen“ inzwischen vollumfänglich umgesetzt worden? Wenn nein: Warum nicht?

Antwort: Der Antrag der CDU zur Sitzung des Rates am 14. Dezember 2017 umfasst folgende Punkte:

1.) Bericht über Unternehmensneugründungen und Entwicklung der Gründerszene in Remscheid im Zeitraum von 2012 bis 2017.
-> Darstellung der Entwicklung der Gewerbean- und -abmeldungen durch die Wirtschaftsförderung im Stadtentwicklungsausschuss am 28.6.2018.

2.) Unternehmensgründer aus diesem Zeitraum einladen, Evaluation zum Gründerstandort Remscheid durchführen, Ziele und Strategien zur Stärkung Remscheids als Gründerstandort erarbeiten.
-> Die Verwaltung hält diesen Punkt für nicht umsetzbar (2012 bis 2017 in Remscheid 5.167 Gewerbeanmeldungen, Unternehmensgründer sind nicht identifizierbar bzw. „greifbar“).
-> Alternativ schlägt die Verwaltung einen Austausch mit der Gründerschmiede Remscheid und deren Gründern / Netzwerkmitgliedern vor (Gründerstammtisch, Workshop, etc.).
-> Herr Imber (Gründerschmiede) war für einen Austausch im Stadtentwicklungsausschuss am 26.04.2018 anwesend.
-> Evaluation des Gründerstandortes Remscheid hat durch Studierende der BUW stattgefunden („Casestellung“ durch Gründerschmiede und Wirtschaftsförderung), Ergebnisse wurden durch die Studenten im Stadtentwicklungsausschuss am 26.4.2018 präsentiert (die Präsentation war Anhang zum Protokoll dieser Sitzung).

3.) Besichtigungen und Gesprächsrunden von Startup-Unternehmen aus diesem Zeitraum vorzunehmen.
-> Siehe Anmerkung zu 2.) und vorgeschlagener Möglichkeit zu Gesprächsrunden mit Gründern aus Remscheid.

4.) + 5.) Fortlaufend über aktuelle Maßnahmen und Projekte der Landesregierung zu Unternehmensneugründungen und Startup-Unternehmen zu unterrichten bzw. umfassend in der Öffentlichkeit zu berichten.
-> Bericht an Stadtentwicklungsausschuss und Öffentlichkeit erfolgt durch Verwaltung, wenn Kenntnis über relevante Maßnahmen und Projekte vorliegt.

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Mal wieder so eine Anfrage nach dem Motto "Viel Lärm...!"

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