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Empfindliche Fischarten wieder in der Wupper

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Um 1840 wurde der letzte Lachs in der Wupper gesichtet. Danach war der empfindliche Fisch aufgrund der immensen Verschmutzung dort ausgestorben. Erst rund 160 Jahre später, im November 2001, wurde der erste Lachs wieder in der Wupper entdeckt. Zu verdanken ist dies der Wiederansiedlung der Lachse im Rahmen des Wanderfischprogramms NRW. Die Mitglieder der Fischereivereine, z. B. des Bergischen Fischerei-Vereins 1889 e.V. Wuppertal und des Sportangelvereins SAV Bayer, ziehen ehrenamtlich Junglachse auf und setzen sie in der Wupper oder im Nebenfluss Dhünn aus. Inzwischen kehren jedes Jahr Lachse und Meerforellen zum Laichen in ihre Heimatflüsse zurück. Die Zahl der Rückkehrer ist mit rund 0,1 bis 1 Prozent noch sehr gering. Es wird noch lange dauern, bis sich die Lachse in ausreichender Zahl ohne die Unterstützung der Fischereivereine von selbst vermehren. So wird die Arbeit der Ehrenämtler noch weiter erforderlich sein, um der Entwicklung einer Lachspopulation auf die Sprünge zu helfen.

Wie auch die Kartierung von Laichgruben in Wupper und Dhünn im Winter 2016/17 zeigte: Lachse und andere Wanderfische kehren zum Laichen in ihre Heimatgewässer zurück. 501 Laichgruben wurden gefunden. Zwar gibt es im Flusssystem Wupper noch viel zu tun, aber Erfolge der Bemühungen sind bereits sichtbar.

Seit 1984 wird der „Fisch des Jahres“ gekürt. Für das Jahr 2019 fiel die Wahl auf den atlantischen Lachs, Salmo salar. Damit machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) darauf aufmerksam, „dass für den Schutz, die Erhaltung und die erfolgreiche Wiederansiedlung der Lachse passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate dringend wiederhergestellt werden müssen“, heißt es auf der Homepage des DAFV. Auch in der Wupper, die lange Jahrzehnte ein biologisch toter Abwasserfluss war, gibt es heute wieder Lachse und andere empfindliche Fischarten, z. B. Bachforellen. Die Entwicklung des Flusses und die Wiederansiedlung der Lachse ist ein langer Prozess, der viel Engagement von allen Beteiligten erfordert.
 

Die Investitionen des Wupperverbandes und seiner Mitglieder in den Ausbau der Kläranlagen, die Maßnahmen der Industrie zur Behandlung von Produktionsabwässern und die Investitionen der Kommunen in die Kanalnetze haben dazu beigetragen, dass die Wupper wieder sauberer wurde. Doch das alleine macht einen Fluss noch nicht zum Lebensraum für Lachse. Diese brauchen außerdem eine abwechslungsreiche und natürliche Struktur des Flussbetts. Ein ganz zentraler Faktor ist, dass der Lachs als Wanderfisch durchgängige Gewässer vorfindet, flussaufwärts schwimmen und laichen kann.

Die Wupper ist ein intensiv genutztes Gewässer in einem Ballungsraum. Daher war sie in früheren Jahrzehnten begradigt, kanalisiert und technisch ausgebaut worden. An vielen Wupperabschnitten gab es Wehre, die den Fluss für die Wasserkraftnutzung aufstauten. Zwischen der Wuppermündung in Leverkusen und der Stauanlage Dahlhausen ist die Wupper heute auf einer Strecke von rund 75 Kilometern wieder für Wanderfische aufwärts passierbar. Dort hat der Wupperverband entweder nicht mehr genutzte Wehre beseitigt oder Fischaufstiege errichtet.

Auch die Entwicklung der Gewässerstruktur ist in vollem Gange. Einige Projekte hat der Wupperverband in Kooperation mit seinen Mitgliedern bereits umgesetzt, z. B. zur Entwicklung der städtischen Wupper gemeinsam mit der Stadt Wuppertal, an der oberen Wupper in Wipperfürth und Hückeswagen sowie an Wupperabschnitten in Solingen am Balkhauser Kotten sowie in Leichlingen im Bereich Balker Aue. Um den Flusslauf wieder natürlicher zu machen, werden je nach Standort z. B. Uferbefestigungen entfernt, Uferlinien aufgelockert und verbreitert, Steine, Inseln und Baumstämme als Strukturelemente eingebaut. Dadurch wird das Flussbett abwechslungsreicher und entwickelt unterschiedliche Strömungen.

Projekte zur Flussentwicklung setzt der Wupperverband um, damit sich die Wupper und ihre Nebenbäche im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie so entwickeln, dass sie dem geforderten guten Zustand entsprechen. Diese Projekte werden vom Land gefördert. Für die kommenden Jahre hat der Verband noch einiges vor: Das von den Verbandsgremien beschlossene Maßnahmenpaket für die Umsetzung der Richtlinie umfasst bis 2030 rund 13,8 Mio. Euro.

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