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Der teuerste Kunstrasenplatz aller Zeiten

Am 22. November 2018 hatte der Rat der Stadt Remscheid die Verwaltung einstimmig beauftragt, Voraussetzungen für einen Grundlagenbeschluss zum Sportplatz Neuenkamp darzulegen. Konkret: Die Politik wollte wissen, mit welchen Kosten bei Grunderwerb und Altlastensanierung zu rechnen sei und mit welchen Planungs- und Baukosten bei der Umwandlung des Sportplatzes Neuenkamp in einen Kunstrasenplatz. Der Fachdienst Sport und Freizeit beauftragte daraufhin die Technischen Betriebe der Stadt Remscheid (TBR) mit der Planung von zwei Varianten für die Sportfläche, die sich noch nie im Eigentum der Stadt Remscheid befand, beauftragt, einem großen Fußballfeld bzw. einem kleinen Fußballfeld mit zusätzlichen Sportangeboten  für Leichtathleten. Weiterhin wurden die TBR mit einer exakten Kostenschätzung für die Sanierung des Platzes beauftragt, da in den 1960er Jahren auf dem Gelände Dioxin belastetes Material (Marsberger Kieselrot) zur Platzauffüllung abgekippt worden war. Die bisherige Kostenschätzung (ohne vertiefte Untersuchung) durch die TBR hatte in Absprache mit dem Umweltamt 300.000 € ergeben.

Zur Sitzung des Sportausschusses am 20. März hat die Verwaltung nunmehr den fertigen Prüfbericht vorgelegt.  Zu den Grunderwerbskosten heißt es darin: „Da die ursprünglich von RSV e.V., BV 10 e.V. und Stadt Remscheid favorisierte Fortführung der Pacht der Sportfläche mit Umwandlung des Tennen- in einen Kunstrasenplatz nach Stellungnahmen des Rechtsamtes und des Umweltamtes der Stadt Remscheid zum Zeitpunkt Ende 2017 nicht weiterverfolgt werden konnte, wurde mit dem Sportverein RSV e.V. von Seiten der Stadtverwaltung Gespräche hinsichtlich eines angemessenen Kaufpreises für das Grundstück geführt (Oberbürgermeister, Fachdezernate). (...)
Das Ergebnis der Grundstückswertermittlung war am 6. November 2018 Grundlage für ein Gespräch mit den Vertretern des RSV e.V. über den angemessenen Grundstückswert der Sportfläche. Ausgehend von einer 30-jährigen Nutzung als Sportfläche liegt der Grundstückswert bei 38 €/m². Mithin liegt der Wert bei einer Nutzung als Sportfläche gesamt bei 540.036,60 € (ohne Berücksichtigung der Entsorgungskosten).

Am14. November 2018 teilte der verkaufsbereite RSV e.V. in einer Email der Stadt Remscheid als Ergebnis eines Vereinsbeschlusses mitgeteilt, dass eine Kaufsumme für das Grundstück (Sportfläche) an der Neuenkamper Straße in Höhe von 3.635.000 € erwartet werde. Dazu fand am 9. Januar 2019 ein Gespräch zwischen Vertreter des RSV e.V. (die Herren Bau, Riemer und Tix) und der Stadtverwaltung (die Beigeordnete Heinze und Neuhaus und sowie die Verwaltungsmitarbeiter Schulz und Sternkopf) statt  den Grundstückswert in Bezug auf eine weitere Nutzung als Sportfreifläche im Eigentum der Stadt Remscheid erörtert. Dabei beharrten die Vertreter des RSV e.V. auf der Kaufsumme i. H. v. 3.635.000 € für die Sportfläche. Hinzu kämen für die Stadt Kosten in Höhe von 555.000 Euro für die Altlastensanierung, wie von den TBR ermittelt (ein Plus von 255.000 Euro gegenüber der bisherigen Schätzung). Fehlen noch die Planungs-und Baukosten:  Die Kostenschätzung für das große Fußballfeld beläuft sich auf 1.197.000 €, die Kostenschätzung für das kleine Fußballfeld auf 1.520.000 €.

Zwischenzeitlich (am 20. Februar 2019) hat der RSV e.V. den Pachtvertrag mit der Stadt Remscheid vom 23. Mai1990 zum 1. Juni 2020 gekündigt. Dazu die Verwaltung: „Das Rechtsamt der Stadt Remscheid bearbeitet die hieraus resultierenden Fragestellungen. Die Stadt Remscheid ist in der Lage ,dem einzigen Nutzer des gepachteten Sportplatzes Neuenkamp, dem BV 10 e.V., alternative Angebote für den Trainings- und Spielbetrieb auf Sportstätten zu unterbreiten, die sich im Eigentum der Stadt Remscheid befinden.“

Waterbölles: Diese Zahlen zugrunde gelegt, müsste die Stadt Remscheid also erst einmal fast 5,4 Millionen Euro ausgeben, um dann auf dem ihr gehörenden Platz Kunstrasen anlegen zu können.  Da wäre es interessant, mal von anderen Remscheider Sportvereinen zu erfahren, ob sie diesen teuersten Kunstrasenplatz aller Zeiten noch für eine gute Investition von Steuergeldern halten würden..

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