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Teilweise neue Pläne zum Historischen Zentrum

In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung legte die Verwaltung einen Sachstandsbericht zum Deutschen Werkzeugmuseum / Historischen Zentrum vor. Er knüpft  an das 2016 vorgelegte „Konzept zur künftigen inhaltlichen Positionierung von Haus Cleff im Gesamtkontext des künftigen Historischen Zentrums sowie den Grundsätzen einer denkmalgerechten Sanierung“. Dessen Umsetzung stand unter dem Finanzierungsvorbehalt künftiger Haushaltsjahre sowie einer erfolgreichen Drittmittelakquise. Fazit dieses Konzepts: „Dieses außergewöhnliche und deutschlandweit einmalige Ensemble muss erhalten und für die Öffentlichkeit erschlossen und erlebbar gemacht werden.“ Vorgesehen waren in Haus Cleff nach dessen Sanierung zwei Ausstellungs- und eine Veranstaltungsebene und im Werkzeugmuseum eine zeitgemäße Neugestaltung, ebenso im benachbartenHaus Berger und im Umfeld des Ensembles. Diese schrittweise und langfristige Umsetzung des Gesamtkonzeptes werde das Historische Zentrum „zu einem Leuchtturm mit überregionaler Strahlkraft machen.“ Der Gesamtaufwand wurde damals grob auf zwölf Millionen Euro geschätzt. Inzwischen steht fest: Die Neukonzeption der Ausstellung des Deutschen Werkzeugmuseums bleibt zwar Bestandteil der Gesamtkonzeption, jedoch wird im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen und den vordringlichen Handlungsbedarf zur Sanierung des Hauses Cleff der Plan einer direkten baulichen Anbindung des Deutschen Werkzeugmuseums und des Hauses Cleffs nicht weiterverfolgt. Zumal der Durchgang zwischen beiden Gebäuden nach übereinstimmender Aussage der beteiligten Architekten den Charakter des freistehenden, denkmalgeschützten Patrizierhauses stark beeinträchtigen würde. Räumlichkeiten für ein Museumscafé und einen Museumsshop moderner soll es künftig im Deutschen Werkzeugmuseum geben.

Über Haus Cleff fanden seit September 2017 mehrere Abstimmungs- und Erörterungsgespräche mit der Landeskonservatorin statt, um die Sanierungsmaßnahme eng mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abzustimmen. Mitte des vergangenen Jahres wurde im vereinbart, das Denkmal hinsichtlich seiner nationalen Bedeutung zu prüfen, nachdem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien das Gut „Haus Harkorten“ im Hagener Ortsteil Westerbauer als national bedeutsames Denkmal empfohlen hatte. Aber: „Die Prüfung des Landschaftsverbandes Rheinland in Bezug auf Haus Cleff hat ergeben, dass die Voraussetzungen als national bedeutsames Denkmal nicht gegeben sind“, teilt die Verwaltung nunmehr mit – und zitiert die Landeskonservatorin zugleich hoffnungsvoll: „Auch wenn die nationale Bedeutung von Haus Cleff aus unserer Sicht nicht gegeben ist, handelt es sich bei dem Gebäude natürlich dennoch um ein bedeutendes Beispiel eines regionalen Haustyps für die Wohnformen eines reichen Bürgertums im ehemaligen Herzogtum Berg im 18. Jahrhundert. Vor diesem Hintergrund sind die Chancen für eine Landesförderung und evtl. für Zuschüsse anderer Fördergeber (…) sehr gut.“ Die Landeskonsdervatorin sei „zuversichtlich, dass es uns gemeinsam auch ohne eine Förderung aus dem Programm nationale Kulturdenkmäler gelingen wird, Haus Cleff in angemessener Weise instand zu setzen und seiner neuen Nutzung zuzuführen.“

 Für die Sanierung des Denkmals stehen derzeit folgende Mittel zur Verfügung:

  •  Eingeplante Haushaltsmittel der Stadt Remscheid 1.200.000 Euro
  •  Vorschlag zur Bildung einer Rückstellung im Entwurf des Jahresabschlusses der Stadt Remscheid zum 31.12.2017 880.000 Euro
  •  Förderung aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages 490.000 Euro
  •  Förderung der Stiftung Deutsche Denkmalpflege 120.000 Euro

 Das macht in der Summe 2.690.000 Euro. Bisher sind seit 2015 für vorbereitende Sanierungsuntersuchungen und Sicherungsmaßnahmen 383.505,07 Euro ausgegeben worden. Die Fördermittel der Stiftung Deutsche Denkmalpflege wurden abgerufen. Der Abruf der Fördermittel des Bundes setzt die denkmalrechtliche Erlaubnis und eine grobe Nutzungskonzeption voraus, an dieser wird derzeit gearbeitet. Auf Grundlage der aktuellen Kostenschätzung ergibt sich ein Gesamtaufwand in Höhe von 2.217.000 Euro (brutto) für die Sanierung der Gebäudehülle (erster Bauabschnitt). Auf dieser Grundlage wurde zwischenzeitlich ein Antrag auf Gewährung einer Landeszuwendung aus der Denkmalförderung gestellt. Dieser umfasst die folgenden Maßnahmen:

  • statische Ertüchtigung der Außenwände und der flankierenden Bauteile innen
  •  Austausch bzw. Ergänzung von nicht mehr tragfähigem Holzwerk und Fachwerkverbindungen, Ertüchtigung der Sparren und Pfetten der Dachkonstruktion;
  •  Wiederherstellung der Auflager Decke / Außenwand;
  • Instandsetzung der Fassaden und der Dachhaut
  •  Abbruch und Erneuerung der Schieferflächen unter Berücksichtigung des historischen Schieferbildes;
  •  Abbruch und Erneuerung der Bedachungen und der alten Bleianschlüsse an den Übergängen zum Gesims, den Holzfenstern und dem Sockel;
  •  Restaurierung bzw. Rekonstruktion des Holzwerks der Fassade
  •  Restauratorische Bearbeitung der historischen Fensterelemente, Gesimse, Lisenen, Läden und Gauben;
  •  Rekonstruktion von vier fehlenden Fensterelementen;
  •  Anstrich des gesamten Holzwerks in den Außenwänden mittels Leinöl.

 Die Arbeiten sollen mit dem Einrüsten des Denkmals nach den Sommerferien 2019 beginnen und werden voraussichtlich bis Ende 2020 andauern.

 Die Konzeption zu Haus Cleff sah bisher die Nutzung des ersten Obergeschosses als Veranstaltungsraum (mit Räumlichkeiten für Technik, Garderobe und Küche) vor. Die Nutzung wurde durch ein Café mit entsprechendem Aufenthaltsbereich ergänzt. Die Konzeption, die auch Bestandteil des Entwurfs der Ausstellungskonzeption des Büro „Szenario Ausstellung | Kommunikation“ ist, kann nicht im Einklang mit den Zielen des Denkmalschutzes realisiert werden. Die damit verbundenen Eingriffe in die Gebäudesubstanz durch Tragwerke und Installationen sind mit der historischen Bausubstanz nach dem Votum der beteiligten Architekten, der örtlichen und überörtlichen Denkmalpflege nicht vereinbar. Das mit der Sanierungsplanung und -durchführung beauftragte Büro „Bernhard Bramlage Architekten BDA“ wird das Büro „Szenario Ausstellung | Kommunikation“ und die Museumsleitung bei der Überarbeitung des Ausstellungskonzeptes begleiten.

Im Rahmen dessen wird auch die künftige Präsentation von Werken des Malers Johann Peter Hasenclever, des Graphikers Gerd Arntz und des Bühnenbildners Teo Otto konzeptionell geplant. Dazu gehört auch die Verbindung von Künstlern und Werken mit der Handels- und Industriegeschichte Remscheids. Die Möglichkeit der Einbindung weiterer namhafter aus Remscheider stammender Künstler in den Kontext der Ausstellung wird geprüft. Weiterhin sollen Wechselausstellungen ermöglicht werden.

„Im Haus Cleff finden die Werke aus Remscheid stammender und international bekannter Künstler einen würdigen und zeitgemäßen Rahmen. Diese Anpassung der bisherigen konzeptionellen Überlegungen wird von der Landeskonservatorin ausdrücklich begrüßt und unterstützt“, so die Verwaltung weiter.  Die Werke von Johann Peter Hasenclever und Gerd Arntz wurden bereits in der Vergangenheit im Haus Cleff präsentiert und sind derzeit eingelagert. Der im Besitz der Stadt Remscheid befindliche Nachlass von Teo Otto wurde bisher der Öffentlichkeit nicht gezeigt, da er noch nicht aufbereitet ist.

Im Zuge der Sanierung von Haus Cleff sollen bestehende Mobilitätsbarrieren unter Beachtung des Denkmalschutzes weitestgehend abgebaut werden. Die bisherigen Planungen sahen die Barrierefreiheit im Erd- und ersten Obergeschoß durch einen im rückwärtigen Bereich angebauten Aufzug vor. Im Mansardengeschoß scheitert eine vollständige Barrierefreiheit an den durchgängig zu schmal bemessenen historischen Türbreiten. Zur Wahrung des äußeren Erscheinungsbildes des Denkmals ist nunmehr beabsichtigt den Aufzug innerhalb eines der beiden später ergänzten rückwärtigen Anbauten unterzubringen, so dass er äußerlich nicht mehr auffallen dürfte.

Im Zusammenhang mit Haus Berger unterstützt die Stadt Remscheid die Idee des Regionalprojekts „Tool Lab Bergisches Städtedreieck“.Ziel ist dabei die Etablierung eines außerschulischen Lernortes für Kinder und Jugendliche aus dem Bergischen Städtedreieck, um sie durch praktische Lernangebote frühzeitig in Kontakt mit den Möglichkeiten eines beruflichen Werdegangs im Handwerk zu bringen. Das Tool Lab soll dies gleichermaßen für Lehrkräfte und Eltern leisten, damit diese die Attraktivität eines Handwerksberufs erkennen und dies ihren Schülern bzw. ihren Kindern vermitteln können. Das Tool Lab soll zudem ein Demonstrationsort für Veränderungen von Beschäftigung und Qualifikationserfordernissen infolge der Digitalisierung sein. (Dem Handwerk eröffnen sich durch die Nutzung digitaler Technologien neue Möglichkeiten. So hat eine neue Studie der Universität Köln und der RWTH Aachen gezeigt, dass erste handwerkliche Betriebe beginnen, sich neu auszurichten, indem sie ihren Kunden CAD-gestützte Ingenieurs- und Konstruktionsdienstleistungen ergänzend zur Herstellung von z. B. Bauelementen anbieten.) Angestrebt wird, das Tool Lab im Haus Berger als Teil des historischen Gebäudeensembles Deutsches Werkzeugmuseums  einzurichten und mit den vorhandenen Angeboten  zu verknüpfen.

Diese Idee wird unterstützt von Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal, Kreishandwerkerschaft Remscheid, Junior Uni Wuppertaler Kinder- und Jugend-Universität für das Bergische Land gGmbH, Alexander-von-Humboldt-Schule (Remscheid), GHS Hackenberg (Remscheid), Albert-Schweitzer-Realschule (Remscheid) und der Stadt Remscheid. Die Koordinierung erfolgt über die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein- Westfalen hat zwischenzeitlich mitgeteilt, das Projekt zur Förderung im Rahmen des Projektaufrufes „Region.NRW – Innovation und Transfer“ zu empfehlen, der aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird.

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