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Sieben neue Scouts für Jobtickets und Radfahren

Meryem Büyükodabasi (20) und Laura Schellhorn (21) sind die neuen Klima- und Energiescouts zur klimafreundlichen Mobilität in der Stadtverwaltung Remscheid. Die beiden Auszubildende hatten im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer Ausbildung an einer Pflichtveranstaltung von Monika Meves (Fachdienst Umwelt) teilgenommen. Diese hatte damals nach Freiwilligen gesucht, um unter den 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das „Jobticket“ zu werden. Das heißt bei den Remscheider Stadtwerken offiziell „Großkunden-Rabattmodell“ und verspricht Arbeitgebern ab 30 Angestellten, die sich für ein Jobticket-Abonnement entscheiden, einen Preisnachlass von mindestens acht Prozent. Je größer der Anteil der Belegschaft, die für die Fahrten zum und vom Arbeitsplatz den öffentlichen Nahverkehr nutzen, desto größer der Preisnachlass (zehn Prozent ab 100 Abos, elf Prozent ab 250 und zwölf Prozent ab 700 Abos). Dafür zu werden, sei lohnenswert, auch im Sinne der Umwelt, befanden die beiden Auszubildenden und meldeten sich spontan für die Aufgabe, Klimaschutz und Energieeinsparung nachhaltig in der Stadtverwaltung zu verankern.

Bundesweit arbeiten daran inzwischen „Klima- und Energiescouts“ in 60 Kommunen. Die Idee dazu hatte das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU). Motivierte Auszubildende in Städten, Gemeinden und Landkreisen sollten zu eigenen Klimaschutz-Aktivitäten befähigt werden. In einem Workshop wurden die angehenden Scouts in Klimaschutz- und Energiethemen sowie damit verbundene Handlungsmöglichkeiten in den Kommunen eingeführt. Vermittelt wurden auch Grundlagen von Präsentationstechniken, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie Messverfahren. Alle „Scout-Projekte" nehmen an einem Wettbewerb teil. Die drei überzeugendsten Azubi-Projekte werden im November bei der Kommunalen Klimakonferenz, die das DIFU gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium ausrichtet, ausgezeichnet mit jeweils 1.000 Euro Preisgeld, das wiederum in kommunale Klimaschutzprojekte investiert werden muss. Monika Meves in der gestrigen Pressekonferenz: „Das passt gut zu unserem Projekt des Betrieblichen Mobilitätsmanagement, bei dem die Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg von Zuhause zum Arbeitsplatz im Mittelpunkt steht.“

Der Remscheider Wettbewerbsbeitrag wurde am 8. März beim DIFU eingereicht. Ziel von Meryem Büyükodabasi und Laura Schellhorn ist es dabei, Jobticket und Mitfahrgemeinschaften unter den Kolleginnen und Kollegen im Rathaus bekannter zu machen. Der Entscheidung war im Rahmen des Projektes „Betriebliches Mobilitätsmanagement" eine Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Rathaus arbeiten, nach ihrem Weg von zu Hause ins Rathaus und eine anonyme Wohnstandortanalyse vorausgegangen. Das Ergebnis hatte auch Umweltdezernentin Barbara Reul Nocke überrascht:

  • 75 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus wohnen in einer Entfernung, die mit einem Fahrrad bzw. Pedelec gut zu überwinden ist.
  • Für 54 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre ein Pedelec das nutzenoptimalste Fortbewegungsmittel ist (ermittelt nach den Kriterien 40 Prozent Zeitaufwand, 40 Prozent Kosten, zehn Prozent CO2-Erspamis, zehn Prozent Bewegung), und knapp ein Drittel der Befragten fährt grundsätzliche gerne mit dem Rad - aber nicht mit dem Rad zur Arbeit!

„Wie wäre es denn mit einem Bus der Stadtwerke“, wollten die beiden Energiescouts von Kollegen wissen, nachdem sie im November gestartet waren. Und stellten dabei nicht minder erstaunt fest, dass viele Mitarbeiter/innen das Prinzip des Jobtickets – „Je mehr Mitfahrer, desto günstiger“ – gar nicht kannten. Damals entstand die Idee zum gestrigen verwaltungsinternen „Mobilitätstag“ im Rathausfoyer. Mit einem Flyer, der der Gehaltsabrechnung für Februar beilag, wurde dafür geworben. Zitat: „Es gibt viel mehr Alternativen als das elektrisch angetriebene Fahrrad, um entspannt und klimafreundlich zur Arbeit zu gelangen - meist auch erstaunlich günstig. Erfahren Sie am 18, März, welche Möglichkeiten es für Sie gibt. Ist eine Fahrgemeinschaft über eine Mitfahrbörse für Sie interessant? Wie günstig ist das Jobticket? Und wie fährt sich überhaupt ein Pedelec? Welche Antriebe kann ein umweltfreundliches Auto haben, außer reinem Diesel oder Benzin?“ Die Antworten darauf gab es gestern an verschiedenen Informationsständen. Zum Beispiel von Frank Schulz, Karin Sablotny, Frank Stiller, Elke Ellenbeck und Winfried Roskamp. Diese fünf städtischen Mitarbeiter sind die „Fahrradscouts“ der Stadtverwaltung. Sie wissen, auf welchen Strecken man am sichersten mit dem Fahrrad oder Pedelec zum Rathaus kommt. Barbara Reul-Nocke und Monika Meves: „Eingeladen waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Dienststellen. Wir wollten sie für nachhaltige Verkehrsmittel begeistern, daher gilt die Teilnahme am Aktionstag als Arbeitszeit!“

Meryem Büyükodabasi und Laura Schellhorn fahren täglich mit Bussen der Stadtwerke und mit dem Jobticket zur Arbeit. Sie haben errechnet, dass sie auf diese Weise gegenüber einem Pkw monatlich 150 bis 160 Euro sparen. Denn beim Pkw kommen zum Kaufpreis  Steuer, Versicherung, Benzin und Wartungskosten hinzu. Das läppert sich! Vom Stress mal ganz abgesehen. Meryem Büyükodabasi: „Ich kenne Kollegen, die fahren morgens erst mal 15 Minuten um den Block, bis zu für ihren Pkw einen Parkplatz gefunden haben!“
Für diese Pkw-Nutzer ist die Internetseite im städtischen Intranet gedacht (samt E-Mail-Adresse fahrradsouts@remscheid.de">fahrradsouts@remscheid.de für Anfragen), die die beiden Auszubildenden selbst getextet und eingestellt haben. Das Fachwissen dafür hatten sie sich bei Mitarbeiter/innen der städtischen IT-Abteilung geholt. Nicht ausgeschlossen, dass es ihnen auf ihrem späteren beruflichen Weg in der Verwaltung noch nützlich sein kann. Ihre Werbung für Fahrgemeinschaften ist übrigens nicht die erste im Remscheider Rathaus. Bereits am 18. Februar 2014 hatte es im Waterbölles geheißen „Neuer Mobilitätsservice für Pendler aus Remscheid“. In einer Pressemitteilung hatte das Umweltamt damals auf das Pendlerportal NRW aufmerksam gemacht, ein Angebot nicht allein für städtische Bedienstete, sondern für alle regelmäßigen Berufspendler. Doch das Echo darauf war schwach gewesen, wie Monika Meves gestern einräumte. „Dabei muss man gar nicht jeden Tag eine Fahrgemeinschaft nutzen. Schon wenn man an mehrere Tage im Monat gemeinsam zur Arbeit fährt, führt das auch schon zu einer Klimaentlastung!“

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