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Wenig Hoffnung auf Belebung des Wochenmarkts

„Tote Hose“ auf dem Wochenmarkt vor dem Remscheider Rathaus! Eine witterungsbedingte kurze Ausdünnung oder ein tendenzieller Niedergang mangels Marktbeschicker? Die Frage wurde am 12. Februar in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid von der Wählergemeinschaft WiR aufgeworfen; ihr war das Fernbleiben des Fisch- und anderer Händler aufgefallen. Er befahre den Remscheider Wochenmarkt nun schon seit 47 Jahren, sagte in der Sitzung Hermann Kempe, der Sprecher der Marktbeschicker. Aber seit 15 bis 20 Jahren gebe es für den Markt von Seiten der Stadt keinen ‚Kümmerer‘ mehr. Der sei aber notwendig, um neue Händler für den Markt zu werben. Das städtische Marketing hat darauf zur nächsten BV-Sitzung am 2. April schriftlich  – und ausführlich – geantwortet. Allerdings ohne den Kommunalpolitikern, die sich um den Wochenmarkt Sorgen machen, Hoffnungen machen zu können. Zitat:

„Die Stadt Remscheid betreibt zurzeit sechs Wochenmärkte auf sechs Marktplätzen im Stadtgebiet (Remscheider Rathausplatz, untere Alleestraße, Süd, Hasten, Lennep und Lüttringhausen). Bis auf den Wochenmarkt, der freitags auf der unteren Alleestraße stattfindet, finden alle Wochenmärkte jeweils vormittags in der Zeit von 7 bis 13 Uhr statt. Der Freitagsmarkt auf der Alleestraße  findet zusätzlich noch bis in den Nachmittag (16 Uhr) statt. An den Standorten Rathausplatz, untere Alleestraße und Lennep finden jeweils zwei Markttage in der Woche statt.

Derzeit stehen ca. 40 Händler (Dauer- und Einzelbeschicker) unter Vertrag, welche einen Jahresvertrag auf unterschiedlichen Märkten mit der Stadt abgeschlossen haben. Zusätzlich kommen ca. 35 Händler als Tagesbeschicker hinzu. Diese sind jeweils, teils unregelmäßig,  wöchentlich auf den unterschiedlichen Märkten vertreten.

Ist die Ausdünnung der Marktbeschicker saisonbedingt? Allgemein ist zu sagen, dass sich Wochenmärkte nicht statisch entwickeln, sondern saisonbedingten  Schwankungen unterliegen. Hierbei ist die Abhängigkeit von langen/kurzen Wintern, anhaltenden Hitzeperioden, verregneten Sommern oder auch Urlaubszeiten zu nennen. Gerade die Wettereinflüsse haben  Auswirkungen auf die angebotenen Waren wie Obst, Gemüse und Blumen und somit auch auf das Erscheinen der Markthändler auf den Wochenmärkten. Jahreszeitbedingt fahren einzelne Händler, wie z. B. Blumenhändler, die Wochenmärkte nicht an oder nutzen wesentlich kleinere Standflächen.

Tatsächlich belegen Langzeitbetrachtungen von Wochenmärkten aber insgesamt einen schleichenden Rückgang. Hier lässt sich bestätigen, dass es in den meisten deutschen Städten einen schleichenden Rückgang (ca. ein bis zwei Prozent pro Jahr) von Marktbeschickern gibt. Viele langjährige Händler müssen ihren Stand altersbedingt und auf Grund fehlender Nachfolge aufgeben. In der heutigen Zeit ist es schwierig, junge Menschen für den Beruf des Marktbeschickers, der bei allen Wetterlagen auf dem Wochenmarkt steht, zu begeistern.

Aber nicht nur saisonbedingte Schwankungen oder Aufgabe des Geschäftes nehmen Einfluss auf den Rückgang der Wochenmärkte. Immer größere sowie immer besser ausgestattete Discounter und Supermärkte entstehen in Remscheid und üben einen enormen Druck auf den kleinen Einzelhandel, wie z.B. die Wochenmärkte aus. In der heutigen Zeit gilt der Wochenmarkt somit nicht mehr als alleiniger Versorger, spielt jedoch für die qualitätsbewusste Kundschaft immer noch eine große Rolle. Die Stammkundschaft unter den Besuchern liegt immer noch bei bis zu 90 Prozent. Um die Remscheider Wochenmärkte als Ergänzung zum stationären Einzelhandel zu erhalten und auch langfristig zu sichern, benötigen die Markthändler Umsätze, und die Bürgerinnen und Bürger müssen das Angebot an frischer Ware aktiv nutzen. 

Gibt es neue Konzepte für ein eventuell neues Standbild? Bereits in der Vergangenheit wurde häufig über ein neues Standkonzept des Wochenmarktes oder über veränderte Öffnungszeiten diskutiert. Auch die Markthändler wurden zu diesen Themen befragt, und es gab auch unterschiedliche Ideen der Verwaltung, das optische Erscheinungsbild  zu verändern. Viele Markthändler sind jedoch schon jahrelang auf ein und demselben Standplatz zu finden und sind aus diesem Grund besorgt, dass sie bei einer Umstrukturierung der Marktplätze nicht mehr von ihren Kunden gefunden und aufgesucht werden. Aus diesem Grund sind viele Händler gegen ein neues Standbild. Schwierig bei einer Neustrukturierung ist zudem, dass einige Händler auf Starkstromanschlüsse oder auf in der Nähe abgestellte Kühlwagen angewiesen sind.

Marktverlegungen zur Weihnachtszeit oder aufgrund von  Veranstaltungen stellen für viele Händler ein weiteres Problem dar, welches sie mit einem Umsatzrückgang begründen. Und das, obwohl mittlerweile feste Ausweichstandorte für Lennep und den Theodor-Heuss-Platz einvernehmlich festgesetzt, genutzt und kommuniziert wurden. So sehen einige Händler die Ausweichstandorte Alleestraße und Wupperstraße sehr kritisch, andere wiederum  sehen die Alleestraße oder die Wupperstraße als bessere Alternative, da die Märkte dort kompakter und gemütlicher wirken.

Natürlich wurde in der Vergangenheit auch versucht, die Wochenmärkte durch Aktionen zu fördern. So wurde schon mehrfach mit hier gastierenden Zirkussen zusammen gearbeitet und Auftritte mit Elefanten oder Seelöwen auf dem Markt arrangiert. Kleinere Aktionen wie z. B. die Sammelbestellung von Leinentaschen werden regelmäßig durchgeführt. Auch Führungen auf den Wochenmärkten Theodor-Heuss-Platz und Lennep werden angeboten und ... finanziert. Diese Führungen werden insbesondere von Kindergärten und Schulen rege angenommen, womit versucht wird, gerade junge Familien anzusprechen.

Mit der örtlichen Gastronomie hat ebenfalls schon eine Zusammenarbeit stattgefunden. Auf dem Theodor-Heuss-Platz und in Lennep wurde, z. T. von Sterneköchen, Show-Kochen mit Produkten des Marktes und anschließende kostenfreie Verkostung angeboten. Und auch ein Feierabendmarkt auf der Alleestraße wurde an fünf Tagen angeboten; leider ohne Beteiligung eines hiesigen Wochenmarkthändlers. Ein geplanter 1950er-Jahre-Markt kam leider nicht zustande.

Selbstverständlich versucht FB 1.41, teils durch persönliche Ansprache, neue Händler zu akquirieren. Dies gestaltet sich aber sehr schwierig, da sich Händler heutzutage durchaus die Märkte aussuchen können und sie in der in der Regel an den hiesigen Tagen schon andere Wochenmärkte anfahren. Ohne Grund gibt kein Händler einen funktionierenden Wochenmarkt auf.

Zu beachten ist, dass der Bestand nicht durch zusätzliche direkte Konkurrenz gefährdet wird. So macht eine Sortimentsergänzung z. B. bei Obst und Gemüse keinen Sinn, da dies bereits ausreichend vorhanden ist. Versuche, andere Sortimente wie z. B. Antipasti, Oliven usw. zu etablieren, sind daran gescheitert, dass manche neue Händler nach ein oder zwei Teilnahmen nicht mehr erschienen sind. Der FB 1.41 wird weiterhin versuchen, die Attraktivität der Märkte durch Marketingmaßnahmen zu steigern. Mit den Markthändlern wird eine Neuverteilung der Standplätze besprochen.“

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Chronist am :

Andreas Meike vom Stadtmarketing kündigte gestern in der Sitzung der BV Alt-Remscheid für dieses Jahr zur Unterstützung des Wochenmarktes eine Aktion „Heimat Shoppen“ an. Seinen schriftlichen Bericht zur Situation des Wochenmarktes kommentierte Alexander Ernst von der WiR mit „Das Hoffen und Bangen bleibt!“

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