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KAG: Bündnis mit Geschichte und Zukunft

Im Bild Jochen Hagt, Landrat Oberbergischer Kreis; Uwe Richrath, Vorsitzender der KAG und Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen; Andreas Mucke, Oberbürger-meister Wuppertal; Burkhard Mast-Weisz, Oberbürgermeister Remscheid; Tim O. Kurzbach, stellv. Vorsitzender der KAG und Oberbürgermeister der Klingenstadt Solingen; Stephan Santelmann, stellv. Vorsitzender der KAG und Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises. Fotografin: Kristina MalisUm die Kooperation innerhalb der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Bergisch Land e.V. (KAG) zu stärken den gemeinsamen Willen hierzu auch zu dokumentieren, wurde beim heutigen Parlamentariertreffen der KAG eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die „Altenberger Erklärung“. Mit dieser habe die KAG „verschriftlicht, was uns alle eigentlich schon lange beschäftigt: das gemeinsame Engagement für das Bergische Land. Die Kooperation in der KAG hat damit noch einmal neues Gewicht und eine neue Perspektive bekommen“, erklärte vor der Presse Uwe Richrath, Vorsitzender der KAG und Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen. Die Erklärung sei eine gute Grundlage, um sich gemeinsam aktuellen Herausforderungen zu stellen: u.a. zeitgemäßen Mobilitätsangeboten, der Schaffung von Wohnraum und dem digitalen Strukturwandel.

„Bündnisse sind wichtig für das Bergische Land, Bündnisse helfen, gemeinsam stark zu sein, sichtbar zu werden, sich auszutauschen. Die Zusammenarbeit stärkt unsere regionalen Themen und mögliche Projekte“, ergänzte Uta Schneider, Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH: Dies unterstrichen am Nachmittag auch Tim O. Kurzbach, stellv. Vorsitzender der KAG und Oberbürgermeister der Klingenstadt Solingen, Robert Lennerts, Bürgermeister der Gemeinde Odenthal, und Stephan Santelmann, stellv. Vorsitzender der KAG und Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören ferner Burkhard Mast-Weisz, Oberbürgermeister der Stadt Remscheid, Andreas Mucke, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, Thomas Hendele, Landrat des Kreises Mettmann, und Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises.

Die Altenberger Erklärung im Wortlaut:

Das Bergische Land erstreckt sich auf der rechten Rheinseite von den großen Metropolen Köln und Düsseldorf an der Rheinschiene bis hoch ins Sauerland. Geprägt durch die charakteristische bergische Landschaft und die besondere Mentalität der Menschen, blickt das Bergische Land auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1101 wird die Grafschaft von Berg urkundlich erwähnt. In den waldreichen Tälern entwickelte sich vor allem das metallverarbeitende Handwerk. Unternehmer- und Erfindergeist der Bergischen Menschen führte schon im frühen 19. Jahrhundert zur Industrialisierung. Es entstanden hochspezialisierte Unternehmen insbesondere im Werkzeugbau und in der Herstellung von Schneidwaren. Ebensolche Bedeutung erlangte in dieser Zeit die Textilindustrie.

Heute leben ca. 1,8 Millionen Einwohner im Bergischen Land. Mit 840 Einwohnern je Quadratkilometer zählt die Region zu den am dichtesten besiedelten Gebieten in Nordrhein-Westfalen. Das Bergische Land zeigt sich als eine innovative und leistungsstarke Wirtschaftsregion mit einer relativ homogenen Wirtschaftsstruktur, die aus der sehr vielfältigen Metallverarbeitung erwachsen ist und durch sie geprägt wird: Die Schlüsselregion im Bereich des östlichen Kreises Mettmann, das Bergische Städtedreieck mit dem industriellen Tausendfüßler Wuppertal, das Schneidwarenzentrum Solingen und die Hauptstadt des Werkzeuges in Remscheid oder der Rheinisch-Bergische und der Oberbergische Kreis mit den zahlreichen Hidden-Champions im Bereich der Metallverarbeitung. In dieser Branche haben sich neben den genannten Konsumgüterschwerpunkten etwa die Hälfte der Unternehmen auf den Bereich der Automobilzuliefererindustrie konzentriert. Im Oberbergischen Kreis hat zudem die Kunststoffindustrie, in Leverkusen die Chemieindustrie einen besonderen Schwerpunkt.

Damit verfügt die Region über eine vergleichbare homogene Industriestruktur, die nach wie vor von einer Vielzahl familiengeführter Unternehmen geprägt ist. Die Zahl der Industriearbeitsplätze ist im Landesvergleich ebenso überdurchschnittlich wie die Bruttowertschöpfung und Exportquote. Eine wesentliche Rolle spielt aber auch der Dienstleistungssektor, der insbesondere im Rheinisch-Bergischen Kreis eine Spitzenposition einnimmt. Das Bergische Land ist nicht nur durch seine Industrie bekannt, sondern auch als natürliche Mittelgebirgslandschaft, die mit ihren vielen Wasserläufen und Zeugnissen der wechselvollen Geschichte in Stadt und Land eine attraktive touristische Destination ist.

Die Region ist heute über die Grenzen hinweg als starke Verbundregion bekannt und versteht sich als Marke. Gleichwohl findet sich auch das Bergische Land inmitten des spürbaren Wandels der Wirtschaft und Gesellschaft wieder. Metropolen wachsen. Pendlerströme nehmen zu. Die vorhandene Infrastruktur stößt an ihre Kapazitätsgrenzen bzw. hat diese mitunter weit überschritten. Flächen für Stadtentwicklung sind rar. Wohnraum fehlt teils massiv. Neue technologische Möglichkeiten und Digitalisierung eröffnen große Chancen, stellen Wirtschaft und Gesellschaft aber auch vor Herausforderungen, die klug gemeistert werden müssen, um die urbanen ebenso wie die ländlichen Räume für eine moderne Gesellschaft zu entwickeln und die Zukunft des Bergischen Landes positiv zu gestalten.

Die Aufgaben für das Bergische Land sind somit ebenso klar wie anspruchsvoll. Es gilt, die Region für die Menschen attraktiver zu machen, damit sie in der wachsenden Konkurrenz um kluge Köpfe bestehen kann. Identität, Heimatgefühl und bürgerschaftliches Engagement müssen gestärkt, neue Mitbürger integriert und einbezogen werden. Mobilität versteht sich als Vernetzung und Zusammenschluss. Infrastruktur muss modern gedacht und zukunftsfähig aufgebaut werden. Flächen müssen clever entwickelt und nachhaltig genutzt werden. Es wird die Herausforderung der Zukunft sein, moderne Lösungen für die steigende Flächenkonkurrenz zu finden.

Das gesetzte Ziel ist es, durch die Gestaltung einer neuen Stadt-Land-Beziehung, die den Fokus auf die gegenseitigen Stärken von Zentren, Umland und Peripherie setzt, der Bevölkerung neue und attraktive Wohn-, Arbeits-, Freizeit- und Lebensqualitäten und der Wirtschaft beste Rahmenbedingungen für den Strukturwandel zu bieten.

Diesen Aufgaben stellen wir uns. Wir – das sind die Großstädte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie der Kreis Mettmann, der Oberbergische Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis. Gemeinsam agieren wir als KAG – als Kommunale Arbeitsgemeinschaft Bergisch Land e.V. Wir sind ein starkes Netzwerk mit hoher Vertrauenskultur. Seit nunmehr 70 Jahren stärken wir gemeinsam das Bergische Land als unsere Heimat, als starke Region mit Strahlkraft nach außen – und als verlässlicher Partner in Handelsbeziehungen und interkommunalen sowie überregionalen Kooperationen. Im Wir vereint steht die KAG für eine Konsenspolitik über alle Parteigrenzen hinweg und geht die Herausforderungen kooperativ an. Diesen Verbund braucht das Bergische Land!

Als KAG stehen wir dafür ein, unsere Identität als Bergisches Land nicht zu verlieren und gleichwohl die Zukunft neu zu gestalten. Wir werden die Region mit den alten Tugenden des Bergischen Landes neu entwickeln. Wir werden die Mobilität zwischen dem Bergischen Land und der Rheinschiene vernetzt denken und dafür sorgen, dass neue Bürger im Bergischen Land ihr Zuhause finden können. Wir wer- den den digitalen Strukturwandel der regionalen Wirtschaft unterstützen und damit neue Lebens- und Arbeitswelten für alle ermöglichen. Und dennoch werden wir als KAG den Naturerhalt groß schreiben und unsere prägende Landschaft weiterhin angemessen gewichten. Wir werden unser Bergisches Land als Freizeit- und Kulturraum profilieren und seine Vielfalt für Touristen, aber auch für Unternehmen und Fachkräfte sichtbar machen.

Dafür werden wir gemeinsam regionale und interkommunale Projekte entwickeln und uns in der Tradition der KAG gemeinsam um die erforderliche Unterstützung von Land, Bund und EU einsetzen. Zusammen mit den Industrie- und Handelskammern werden wir auch dafür Sorge tragen, dass dem Bergischen Land innerhalb der großen Metropolregion Rheinland ein angemessenes Gewicht zukommt. Unser Engagement wird dabei gestützt von den etablierten Strukturen und der Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, z. B. den in der Region vorhandenen Regionalmanagements. Wir blicken hier auf eine langjährige Aufbauarbeit im Bereich der regionalen Zusammenarbeit und Kooperationen zurück. Folglich werden unsere Bestrebungen im engen Schulterschluss in diesen regionalen Kompetenzen stehen. Kurzum: Wir werden das Bergische Land für unsere nachfolgenden Generationen lebenswert gestalten. Das Alte nicht verlieren und das Neue gestalten – dafür stehen wir, dafür steht die KAG!“

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Zur Geschichte: „Im künftigen Europa der Regionen wird ihre Bedeutung noch wichtiger sein“, sagte vor vielen Jahren der damalige Bundespräsident Johannes Rau zur Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Bergisch Land e.V. (KAG). 1949 schlossen sich die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal, Leverkusen, der Kreis Mettmann, der Oberbergische Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis zur KAG zusammen. Gastmitglied ist die Stadt Düsseldorf. Der Grundgedanke: Sich gemeinsam als Region sichtbarer machen, über die Parteigrenzen hinweg – auch im Wettstreit der angrenzenden Ballungsräume. Mit dieser Kooperation wird die bergische Gebietskulisse größer, wahrnehmbarer und die Region wird schlagkräftiger.

Im Frühjahr 2016 stellte sich die KAG als politische Interessenvertretung der Region Bergisch Land neu auf. KAG-Vorstand  und Mitgliederversammlung beschlossen damals, das Instrument des  geschlossenen politischen Auftretens wieder aktiver zu nutzen. Sie übertrugen der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH damals die Geschäftsführung der KAG. Zudem wurden die Themenfelder definiert, zu denen im Rahmen der KAG Austausch stattfinden soll: Bildung, Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Kommunikation von beispielhaften Projekten.

Beim Parlamentariertreffen Im Januar 2017 auf Schloss Burg wurden ein neues Erscheinungsbild und ein neuer Internetauftritt (www.kag-bergisch-land.de) vorgestellt. Viermal im Jahr treffen sich die Landräte und Oberbürgermeister im KAG-Vorstand zu einem thematischen Austausch. Die jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen finden an jeweils anderen Orten statt. In zwei Fachforen wurde bisher thematischer Input organisiert.

  • Tourismus: Im September 2017 fanden die touristischen Akteure im Bergischen Land in einem Forum in Leverkusen zusammen. Mehr Austausch, mehr Kooperation, mehr Ziehen an einem Strang – das war die Verabredung aller Beteiligten aus dieser Veranstaltung. Denn das, was das Bergische zu bieten hat, liegt genau im Trend: das Naturerlebnis. So ist es naheliegend, die Möglichkeiten für den Tourismus in der Region mit vereinten Kräften auszuschöpfen.
  • Mobilität: Im Herbst 2018 tauschten sich die KAG-Mitglieder zum Thema Mobilität aus und informierten sich gemeinsam über neueste Ansätze. Denn funktionierende Mobilität über Stadtgrenzen hinweg ist nicht nur ein anspruchsvolles Zukunftsthema, sondern eine Herausforderung der Kommunen und Kreise, Großstädte und Umland am effektivsten gemeinsam begegnen. Nachhaltige Mobilitätsentwicklung muss zum gemeinsamen Ziel überregionaler Kooperationen werden. Die Erkenntnisse des Fachforums Mobilität werden in zukünftige Planungen und politische Entscheidungen einfließen.

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Berg. Struktur- u. Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH am :

Rund 80 politische Vertreter der KAG-Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie des Rheinisch-Bergischen, des Oberbergischen Kreises und des Kreises Mettmann waren vertreten, als der Präsident der Bergischen IHK Wuppertal, Solingen Remscheid, Thomas Meyer, die Stärken des Bergischen Lan-des resümierte: ein starker, innovativer Industriestandort, mit einer hohen Export-quote und geprägt von vitalen, kleinen und mittleren Unternehmen. „Wir müssen die bergische DNA wieder entfesseln“, forderte er. Um die Region stärker ins Blickfeld der Landesregierung zu rücken, sei es wichtig, die Stimme zu erheben, eine Delegation aus dem Bergischen sollte daher das direkte Gespräch mit dem NRW-Wirtschaftsminister und dem Ministerpräsidenten suchen. „In Zeiten der Globalisierung wollen wir gemeinschaftlich nach vorne gehen, um diesen starken Wirtschafts- und Lebensraum zu entwickeln. Die Altenberger Erklä-rung ist ein überparteiliches Bündnis mit hoher Vertrauenskultur“, so Uwe Richrath, Oberbürgermeister von Leverkusen und Vorsitzender der KAG. Er appellierte an die politischen Vertreter, Inhalt und Idee der Altenberger Erklärung mitzunehmen und im politischen Alltag mitzudenken.

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