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Unternehmen aufgepasst: Ausbildungsmarkt im Wandel

In den vergangenen sechs Monaten meldeten Wirtschaft und Verwaltung der Agentur für Arbeit für Remscheid 640 Ausbildungsstellen.
Dies sind 85 Stellen oder 15,3 Prozent mehr als im letzten Jahr. „Damit entwickelt sich Remscheid zum Bewerbermarkt. Es sind nahezu gleich viele Ausbildungsstellen und Bewerber gemeldet“, so Martin Klebe. Von den insgesamt 640 gemeldeten Stellen sind aktuell noch 394 Ausbildungsstellen frei und damit 56 Stellen mehr als im letzten Jahr. Die meisten offenen Stellen gibt es aktuell beispielsweise als Zerspanungsmechaniker/in; Industriekaufmann/-frau; Industriemechaniker/in; Kaufmann/-frau Büromanagement; Maler / Lackierer – Gestaltung / Instandhaltung; Verkäufer/in; Gebäudereiniger/in; Bankkaufmann/-frau; Kaufmann/-frau im Einzelhandel; Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/ Heiz.-Klimatechnik.

In den vergangenen sechs Monaten meldeten sich bisher 639 Bewerberinnen und Bewerber wegen ihrer Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung in Remscheid. Das sind 103 Jugendliche oder 19,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von allen gemeldeten Bewerbern suchen aktuell noch 345 Jugendliche aus Remscheid eine Ausbildungsstelle, das sind 64 mehr (22,8 Prozent) als im letzten Jahr. In Remscheid ist die Relation der Stellen zu Bewerbern im Bergischen Städtedreieck am günstigsten. Hier kommen auf 100 Bewerber rechnerisch rund 100 Ausbildungsstellen, vor einem Jahr waren es 104.

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

 Gemeinsam mit der bergischen IHK und der Handwerkerschaft hat Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal gestern in Solingen die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt im laufenden Jahr vorgestellt. „Für das bergische Städtedreieck wurden uns bislang rund 250 Ausbildungsstellen mehr als im März 2019 gemeldet. In Solingen und Wuppertal suchen weniger Jugendliche eine Ausbildungsstelle, in Remscheid sind es rund 100 mehr als im Vorjahr. Die Chancen auf eine Lehrstelle sind wie auch im vergangenen Jahr für die jungen Menschen in Remscheid am günstigsten. Dort sind zum zweiten Mal in Folge mehr Ausbildungsstellen gemeldet als Bewerber. Der Anstieg der unbesetzten Ausbildungsstellen zeigt aber auch, dass es für die Unternehmen immer schwieriger wird, die für sie passenden Bewerber zu finden“, erläuterte Martin Klebe, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, die positive Entwicklung auf dem regionalen Ausbildungsmarkt:

Unternehmen aus dem bergischen Land meldeten in den ersten sechs Monaten des Ausbildungsjahres, das im Oktober 2018 begann und bis Ende September 2019 verläuft, insgesamt 2.962 Ausbildungsstellen. Das waren 249 (9,2 Prozent) betriebliche Ausbildungsstellen mehr als vor einem Jahr.

In folgenden Berufskategorien werden mehr Ausbildungsstellen gesucht: Energietechnik; Fahrzeug-Luft-Raumfahrt-, Schiffbautechnik; Fahrzeugführung im Straßenverkehr, Verwaltung, Maschinenbau- und Betriebstechnik; Metallbearbeitung – u.a.
Bei folgenden Berufskategorien wurden weniger Nachwuchskräfte als vor einem Jahr gesucht: Verkauf (ohne Produktspezialisierung), Arzt- und Praxishilfen, Handel, Unternehmensorganisation und -strategie, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, Gastronomie – u.a.

Die 3.646 Bewerberinnen und Bewerber aus Remscheid, Solingen und Wuppertal sind acht mehr (0,2 Prozent) als im Vorjahreszeitraum. Von diesen Bewerbern haben 1.443 (39,6 Prozent) einen Realschulabschluss, 868 (23,8 Prozent) einen Hauptschulabschluss, 579 (15,9 Prozent Fachhochschulreife und 565 (15,5 Prozent) Abitur. 100 der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber (2,7 Prozent verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss, 91 (2,5 Prozent) machten keine Angaben zu ihrem Abschluss. Rein rechnerisch stehen im Bergischen Städtedreieck aktuell 100 Bewerbern 81 Ausbildungsplätze gegenüber. Im letzten Jahr waren es 75 Ausbildungsstellen.

„Der Ausbildungsmarkt verändert sich immer stärker zugunsten der Bewerberinnen und Bewerber, so dass auch Schülerinnen und Schüler mit schwächeren Noten bessere Chancen haben. Dies gilt umso mehr, wenn sich ein realistischer Berufswunsch mit Interesse und Engagement für den Beruf verbindet. Wichtig aus Sicht der Arbeitgeber: Vertrauen Sie nicht nur den Zeugnissen – schauen Sie sich gerade solche jungen Menschen an und bieten Sie Praktikumsplätze an!“, rät Martin Klebe. Im Übrigen bietet die Agentur für Arbeit Arbeitgebern wie Auszubildenden eine Fülle von Unterstützungsangeboten im Vorfeld, im Übergang in Ausbildung und während der Ausbildung an.

1.956 Stellen sind zur Halbzeit im Berufsausbildungsjahr noch unbesetzt, das sind 78 mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind noch 2.016 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz – nahezu genauso viele wie im März 2018, da waren es zwei weniger. Nach wie vor konzentrieren sich vier von zehn aller Bewerberinnen und Bewerber aus dem Bergischen Städtedreieck bei der Auswahl des Wunschberufes auf die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe, rund 41 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber streben einen Ausbildungsberuf aus der Top 10-Liste an:

Auf Platz 1 der beliebtesten Ausbildungsberufe junger Frauen steht erneut die Medizinische Fachangestellte, gefolgt von der Kauffrau für Büromanagement und der Verkäuferin. Wie bereits im Vorjahr favorisieren junge Männer eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker für PKW-Technik, gefolgt vom Kaufmann – Büromanagement, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenführer. Die Wünsche der Ausbildungsbewerber verändern sich seit Jahren wenig, lediglich die Rangfolgen variieren.

„Die unverändert starke Fokussierung auf wenige Ausbildungsberufe verdeutlicht, wie wichtig gute und zeitgemäße Berufsorientierung ist. Allein im Städtedreieck werden an die 200 verschiedene Ausbildungsberufe angeboten, über die viele Jugendliche wenig oder gar nichts wissen. Die Agentur für Arbeit wird u.a. auch deshalb ab dem kommenden Schuljahr mit der Lebensbegleitenden Berufsberatung ihre Anstrengungen noch einmal intensivieren. Über Berufsorientierung und Berufsberatung zur richtigen Berufswahlentscheidung“, so formuliert Martin Klebe die Zielsetzung seines Hauses. Jugendlichen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für 2019 sind, rät der Chef der Arbeitsagentur dringend, Alternativen in Erwägung zu ziehen und sich beraten zu lassen. Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal bietet Jugendlichen in allen drei Städten vor Ort ihre Berufsberatung an. Den Termin für das Beratungsgespräch können Jugendliche telefonisch über die kostenfreie Servicenummer 0800 4 5555 00 vereinbaren.

Betriebe sollten ihre freie Ausbildungsstelle der Agentur für Arbeit melden, um noch einen geeigneten Auszubildenden oder eine geeignete Auszubildende zu finden. Personalverantwortliche erreichen die Ausbildungsvermittlung unter der Rufnummer ihres bekannten Ansprechpartners im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder unter der gebührenfreien Hotline 0800 4 5555 20.

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