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Anglerclub wird Löwenteich wohl aufgeben müssen

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet die Bundesrepublik Deutschland, allen Gewässern  – Grundwasser und Oberflächengewässer – spätestens bis 2017 zu  einem "guten Zustand" zu verhelfen, chemisch wie ökologisch. Als Folge der EU-Gebote sind künstlich angelegte Teiche, die den natürlichen Lauf eines Baches unterbrechen, den Behörden, darunter der Wupperverband, ein Dorn im Auge. Folglich wurde zum Beispiel die alte Teichanlage am Klauserner Bach zurückgebaut, ebenso eine Betonschwelle im Morsbach. Und im Focus der Behörden steht jetzt auch der Löwenteich an der Heintjesmühle (Eschbachtal) im Grenzgebiet zwischen Wermelskirchen und Remscheid). Geplant ist, den Damm des Löwenteichs zu „schlitzen“ und den Teich auslaufen zu lassen, so Stadtförster Markus Wolff (TBR). Mit dem Wupperverband sei vor zwei Wochen vereinbart worden, nach Ostern einen Fahrplan aufzustellen für den naturnahen Rückbau des Löwenteichs und diesen dann dem Rheinisch-.Bergischen Kreis (RBK) als  der zuständigen Wasserbehörde zur Genehmigung vorzulegen. Denn der Teich befindet sich zwar seit mehr als 130 Jahren im Besitz der Stadt, liegt aber im Stadtgebiet von Wermelskirchen und somit im Zuständigkeitsbereich des RBK. Die Absicht der TBR sei dem Vorstand des AC Rotauge sowie der Politik (hier: über den TBR-Betriebsausschuss) schon seit geraumer Zeit bekannt, erklärte Wolff.

Blick zurück: Bei Inkrafttreten des Wasserhaushaltsgesetzes beantragte die Stadt Remscheid beim RBK im Jahr 1984 das Aufstauen des Löwenteichs. Der führte zwar schon damals Wasser, aber schließlich muss ja alles seine „Behördenordnung“ haben. Die Wasserrechtliche Genehmigung wurde der Stadt damals für 20 Jahre erteilt. Sie lief also 2004 aus. Schon 2002, mit zweijährigem Vorlauf, forderte die Obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung in Köln die Stadt Remscheid auf, das erteilte Wasserrecht verlängern zu lassen. Doch im Remscheider Rathaus war das Wissen über den genehmigten Antrag von 1984 offenbar bei aller Behördenordnung verloren gegangen. Anscheinend nahm man an, es handele sich bei dem Brief um einen Irrläufer, und irgendwie werde der wohl noch in der Nachbarkommune Wermelskirchen landen (die damit nun gar nichts hätte anfangen können). Jedenfalls schmorte das Schreiben aus Köln wegen „unklarer Zuständigkeit“ zunächst bei der damaligen Oberbürgermeisterin Beate Wilding und dann beim städtischen Umweltamt. Vier Jahre lang hielt die Bezirksregierung das aus, dann löschte sie mit Datum vom 1. Mai 2006 das Wasserrecht. Und am 5. Juni 2006 teilte sie das der Stadt Remscheid auch mit. Pech, dass dieses Schreiben wiederum beim nicht zuständigen Umweltamt einging. Dort legte man den scheinbaren zweiten Irrläufer wiederum zu den Akten und – tat nichts.

Wie der angegraute Vorgang schließlich am 12. Januar 2011, fünfeinhalb Jahre später, bei Markus Wolff vom Forstamt und damit an der richtigen Stelle landete, lässt sich heute offenbar nicht mehr rekonstruieren. Jedenfalls bestätigte der damalige Fischereiberater, dass das Wasserrecht für den Löwenteich im "Wasserbuch" nicht mehr existierte. Daraufhin beantragte das Forstamt (mittlerweile bei den Technischen Betrieben Remscheid angesiedelt) am 12. August 2014 ein neues Wasserrecht für den Löwenteich.

Hierfür waren mehrere Gutachten fällig, die die Stadt Remscheid eine fünfstellige Summe kosteten. Das gewässerökologische Gutachten, erstellt im Rahmen einer Bachelor-Arbeit eines Studenten der Universität Lübeck, ergab für den Bach ober-. Und unterhalb der Teichanlage eine gleichwertige Wassergüte. Wenn es also nur darum gegangen wäre, hätte die Obere Wasserbehörde das beantragte Wasserrecht bis spätestens 2027 erteilen können.  Doch der Löwenteich, ein potenzielles Laichgewässer, fällt als Stauanlage auch unter die DIN-Norm 19700 bzw. die vereinheitlichen Sicherheitsanforderungen an Staudämme und Staumauern, etwa bei extremen Wetterereignissen wie Starkregen.

Mit dem Standsicherheitsgutachten für den Staudamm wurde das Ingenieurbüro Beck aus Wuppertal beauftragt. Es stellte fest, dass auf dem Damm im Laufe der Jahre Bäume gewachsen waren und an den technischen Anlagen (am eisernen Rechen und am so genannten Mönch, dem regulierbaren Ablaufbauwerk) der Zahn der Zeit genagt hatte. Hinzu kommen anscheinend noch einige ungenehmigte Umbauten (eine Hütte und Abgrabungen, um besser Angeln zu können), wie Michael Zirngiebl andeutete.

Die Angaben über die im Gutachten genannten Reparaturkosten gehen weit auseinander. Während der AC Rotauge erklärt, ihm liege eine Kostenschätzung des Ingenieurbüros von August 2018 über 85.000 Euro vor, spricht Markus Wolff gegenüber dem Waterbölles von einer Kostenschätzung in Höhe von 350.000 Euro netto. Ohne diese Reparaturen sei mit keiner bis 2027 befristeten fischereilichen Genehmigung durch den RBK zu rechnen. Aber egal, ob 85.000, 120.000 Euro, wie gestern von TBR-Chef Michael Zirngiebl genannt, oder 350.000 Euro – sämtliche Investitionen rechnen sich für die Stadt für eine höchstens acht Jahre dauernde Erlaubnis nicht. Zumal der AC Rotauge für seinen vor zwei Jahren ausgelaufenen Fischereipachtvertrages lediglich einen jährlichen Pachtbetrag von 150 € zu zahlen hatte.

Bereits nach dem Auslaufen des Wasserrechtes war der Pachtvertrag ruhend gestellt worden, da damit die Vertragsgrundlage entfallen war; merke: ohne Wasserrecht keine Genehmigung für eine fischereilichen Nutzung. Deshalb winkte der Vorstand des Anglervereins auch dankend ab, als ihm die Stadt das Gelände für einen Euro zum Kauf anbot. Die Vereinsvorsitzende Cornelia Schmidt: „Was sollte ein gemeinnütziger Angelverein mit einer Teichanlage ohne Wasserrechte?!“ Zumal ihm das Geld fehlt, um die vom Gutachter geforderten Reparaturen am Staudamm selbst bezahlen zu können. Konkret hätte der Verein die Wahl zwischen einem Ausbaggern des Teiches und einer Erhöhung des Staudamms, damit bei Starkregen plötzliche Wassermassen angestaut werden könnten, um nicht auf die unterhalb der Staumauer liegende Straße oder in ein nahes Wohnhaus zu fließen. Derzeit fehlt es dem ca. 5.000 Quadratmeter großen Teich bei einer Wassertiefe von einem bis 1.20 Metern an freiem Stauvolumen.

„Mehrere Teichanlagen in Remscheid sind den Anglern aus Ausweichquartier angeboten worden“, berichtete Markus Wolff. Etwa der Neue Hammerteich im Eschbachtal, Teiche in Tocksiepen und sogar die Panzertalsperre. Doch dem Verein sei neben dem Angeln auch das gesellige Vereinsleben wichtig. Und das setzt, wie am Löwenteich, eine Unterkunft voraus.

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Kommentare

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Cornelia Schmidt am :

Ja, es stimmt, dass die TBR dem AC Rotauge den Neuenhammerteich, Eigentümer ist die Stadt Remscheid, angeboten hat. Dieser hat einen enormen Dammbruch und ist völlig vom Eschbach abgetrennt, so dass es sich hier nur noch um ein verschlammtes Loch handelt. Ausserdem befindet sich die Anlage im Naturschutzbereich, und ist zudem noch denkmalgeschützt, was eine aufwändige Reparatur mit schweren Gerät nahezu unmöglich macht. Die Denkmal- und Umweltschutzbehörde hat uns davon abgeraten, diesen Teich zu übernehmen. Wer mag, kann sich selber vom Zustand überzeugen. Die anderen "Angebote" wie Teich Tocksiepen oder auch "Neuenteich" fr. Zoomarkt Koonen sind nicht im Besitz der Stadt Remscheid. Uns ist es also unklar, wie Teiche angeboten werden können, die der Stadt Remscheid überhaupt nicht gehören. Die jeweiligen privaten Eigentümer haben kein Interesse an einer Verpachtung an einen Angelverein. Die Panzertalsperre, und das ist der Stadt Remscheid (Umweltamt) auch sehr gut bekannt, darf nicht mehr fischereilich genutzt werden. Hier haben Gespräche zwischen Wupperverband, Umweltamt und Angelverein, kürzlich erst stattgefunden, also wiederum von der TBR ein Scheinangebot, um zu suggerieren, man habe dem Angelverein helfen wollen, aber sie wollten ja nicht.

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