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pro familia: Mehr sozialrechtliche Fragen als früher

Pressemitteilung von pro familia Remscheid

Wir freuen uns, Ihnen unseren Jahresbericht 2018 vorlegen zu können. Lesen Sie, was uns regional und bundesweit im letzten Jahr beschäftigt hat. pro familia ist die Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung Die Grundlagen unserer Beratungen sind im Schwangerschaftskonfliktgesetz (§ 2 SchKG) vorgeschrieben und umfassen alle eine Schwangerschaft mittelbar und unmittelbar berührenden Themen. Dazu gehören unter anderem: Beratung zu rechtlichen, finanziellen, medizinischen und sozialen Hilfen; Pränataldiagnostik; Kinderwunschberatung; Familienplanung und Verhütungsberatung; Sexualpädagogik; Sexualberatung und Paarberatung Außerdem beraten wir im Falle eines Schwangerschaftskonfliktes (§§ 5 / 6 SchKG und § 219 StGB).

Im letzten Jahr mussten wir uns mit der Frage beschäftigen, in welchem Umfang wir unser Angebot im Bereich der „P+S Beratungen“ aufrechterhalten können. Hintergrund war die defizitäre Situation der Beratungsstelle aufgrund der nicht ausreichenden Finanzierung des Landes und der fehlenden Anpassung der kommunalen Mittel. Unser Eigenanteil aus Spenden und Einnahmen konnte das Defizit nicht ausgleichen. Wir freuen uns nun sehr, dass der Rat der Stadt entschieden hat, den Zuschuss für pro familia zu erhöhen und damit einen wichtigen Bestandteil der Beratungslandschaft in Remscheid sichert.

Der Verband und die einzelnen Beratungsstellen verfolgten gespannt den Prozess um die Ärztin Kristina Hänel bzw. den §219a StGB. Der §219a StGB und seine juristische Auslegung führen dazu, dass es Frauen schwer gemacht wird, ihr Recht auf Information wahrzunehmen. Es darf nicht veröffentlicht werden welche/r Ärzt*in bzw. Gesundheitseinrichtung einen Schwangerschaftsabbruch durchführt und wer welche Abbruchmethode anbietet. Auch der derzeit diskutierte Kompromiss sieht dies nicht vor und reglementiert Ärzt*innen weiterhin. Genauere Informationen zu den angebotenen Methoden sollen Frauen z.B. auf Listen der Bundesärztekammer einsehen können. Niederschwellig ist das leider nicht! So wohlwollend der Entwurf auf den ersten Blick gemeint ist, so bleiben doch wichtige Aspekte des Informationsrechts unberücksichtigt. pro familia hält diesen Entwurf für einen halbherzigen Schritt und fordert weiterhin die Streichung des § 219a StGB.

Mitte des Jahres haben wir unsere langjährige Kollegin Sabine Mauer in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Begrüßen durften wir stattdessen Silke Großmann, die bereits als Psychologin bei der pro familia in Leverkusen tätig war und ist. Wir freuen uns, mit ihr eine weitere erfahrene Kollegin im Bereich der Paar- und Lebensberatung sowie der Sexualberatung zu haben.

 Das Jahr 2018 in Zahlen: Allgemeine Schwangerschaftsberatung (§ 2 SchKG) 538 Fälle; Beratungen gesamt 820, davon Gruppenveranstaltungen 25; erreichte Personen durch Gruppen: 258 Die Nachfrage nach sozialrechtlicher Beratung rund um Schwangerschaft ist nochmals gestiegen. Um den Bedarf besser bedienen zu können, bieten wir monatliche Info–Nachmittage an. In einer kleinen Gruppe bekommen werdende Eltern einen Überblick über die Themen Elterngeld (+), Elternzeit, Mutterschutz und Co. Außerdem haben wir für vereinzelte Nachfragen eine Telefonsprechstunde eingerichtet.

Über „Sextra.de“ oder die Homepage des Bundesverbandes wurden 66 Beratungen online durchgeführt. Schwangerschaftskonfliktberatung (§ 5 / 6 SchKG, § 219 StGB): Fälle 221; Beratungen gesamt 233: Die häufigsten genannten Gründe für einen Abbruch sind seit Jahren die psychische und/oder körperliche Verfassung der Ratsuchenden sowie die berufliche Situation, die durch ein Kind eine Veränderung oder Unsicherheit mit sich bringen würde. Erst dann wird das Alter (zu jung / zu alt) als Grund für einen Abbruch angegeben.

Sexualpädagogische Gruppenarbeit: 49 Personen erreicht durch Schulklassenarbeit und 137 durch außerschulische Arbeit (Jugendarrest, Kinder + Jugendhilfe). Darüber hinaus fanden ortsübergreifend für Remscheid, Solingen und den Rheinisch Bergischen Kreis Gruppen und Einzel- und Paargespräche für Menschen mit Behinderung statt. Außerdem gab es Fortbildungen für Multiplikatoren. In dem Bereich „Sexualität und Behinderung“ arbeitet unser Sexualpädagoge Floris Bottinga weiterhin mit monatlich zehn Fachstunden.

Paar-, Sexual- und Lebensberatung (Sonderhaushalt): 151 Fälle; Beratungen gesamt 466; Gruppenveranstaltungen, z.B. Gruppe für Getrennte, 22; erreichte Personen durch Gruppen 28. Die Zahlen weichen im Gesamten nur geringfügig von denen des Vorjahres ab. Auffallend ist ein Anstieg der Beratung und Begleitung nach der Geburt. Der Bedarf ist teilweise auf die Komplexität der Elterngeldanträge etc. zurückzuführen. Die vielen Möglichkeiten verunsichern werdende Mütter und Väter zunehmend. Des Weiteren häufen sich Beratungen zu Trennungen (mit kleinen Kindern). Hier scheinen sich die Frauen und Männer oft überfordert zu fühlen. „Was steht mir zu, wovon lebe ich, wie kann ich die Trennung psychisch verarbeiten?“, sind häufige Fragestellungen. Rechtliche Informationen zu Trennung und Scheidung gibt unsere Fachanwältin Cornelia Schneider einmal monatlich. 30 Personen haben ihr Angebot in Anspruch genommen. Außerdem wurde 2018 eine vertrauliche Geburt über die pro familia Remscheid abgewickelt.

Seit Jahren sind wir in Remscheid gut mit den städtischen Einrichtungen und den anderen Beratungsstellen vernetzt. Im Rahmen dieser Kooperationen haben wir in Zusammenarbeit mit anderen Trägern in diesem Jahr erstmals den „Tag der seelischen Gesundheit“ mitgestaltet. Wir konnten mit unserem Stand Ratsuchende sowie Fachpersonal erreichen. Auch der Tag der offenen Tür der Geburtsstation des Sana Klinikums Remscheid war eine erfolgreiche Veranstaltung. Viele Besucher*innen haben unsere Beratung daraufhin in Anspruch genommen.

Zum zweiten Mal führte unsere Ärztin Consuelo Wrobel das von der pro familia Leverkusen entwickelte Projekt „Wie weit würdest du gehen… für deine große Liebe?“ auch in Remscheid durch. In den Räumlichkeiten und in Kooperation mit der Welle gGmbH wurde mit Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren über Beziehungen und respektvollen Umgang diskutiert, und es wurden Erfahrungen ausgetauscht. In Hinblick auf aktuelle Themen wie z.B. „Loverboys“ ist dieses Projekt eine bereichernde Erfahrung für die Mädchen. Die Prävention von sexualisierter Gewalt und die Wertevermittlung stehen im Vordergrund.

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