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„FIT in Deutsch“ weckt Hoffnung auf die Zukunft

Sie heißen Mohamad, Rasha, Hanah und Ivy, sind zwischen zwölf und 17 Jahre alt und kommen aus Syrien, dem Irak oder Kenia. Nach Deutschland kamen sie vor zwei bis drei Jahren als Flüchtlinge gemeinsam mit ihren Eltern in der Hoffnung, bei uns eine neue Heimat zu finden. Nicht die einzige Gemeinsamkeit, wie Schuldezernent Thomas Neuhaus gestern auf einer Pressekonferenz im Pavillon des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums an der Alten Rathausstraße erklärte. Die zweite Gemeinsamkeit sei ihre große Motivation beim Erlernen der deutschen Sprache. Und damit hätten sie gerade erst (an acht Ferientagen über Ostern) ihrer beiden Lehrer Melina Preiß und Felix Krüger  beim Unterricht in Pavillon und bei Exkursionen beeindruckt.

Deutsch-Unterricht in den Schulferien. Den gibt es in Remscheid nun schon im dritten Jahr, und diesmal sogar an drei Ferienterminen (Ostern, Sommer und Herbst) an insgesamt 23 Unterrichtstagen (in den Sommerferien von Montag, 5. August, bis Freitag, 16. August, und in den Herbstferien von Montag, 14. Oktober, bis Freitag, 18. Oktober; Anmeldungen bei Christoph Sykulski im Kommunalen Integrationszentrum). Macht übers Jahr gesehen ca. 120 Teilnehmer (Doppelbuchungen sind aber nicht ausgeschlossen) in dreimal zwei FIT-Kurse (für Einsteiger bzw. Fortgeschrittene) mit maximal 20 Schülerinnen und  Schülern pro Gruppe. Die Kurse beginnen um 9 Uhr und enden um 16 Uhr. Außerdem gibt es ein Frühstücksbuffet und ein gemeinsames  Mittagessen  (ohne Schweinefleisch), das in der Mensa der EMA zubereitet und eingenommen wird.

„FIT“ steht für FerienIntensivTraining, und daran können alle Schülerinnen und Schüler mitmachen, die neu nach Remscheid zugewandert sind und deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um am normalen Regelunterricht teilzunehmen. Sie müssen zudem eine weiterführende Schule (Gymnasium  Haupt-, Real-,  Sekundär-  oder Gesamtschule) besuchen oder die  Internationale Förderklasse eines Berufskollegs. Nicht ausgeschlossen, dass im kommenden Jahr auch Grundschüler/innen mit Migrationshintergrund und deutschen Sprachdefiziten ein ähnliches Angebot gemacht werden wird, wie Matthias Spaan, Geschäftsführer des Trägervereins „Die Verlässliche“, in der Pressekonferenz andeutete.

„FIT in Deutsch“ ist ein abwechslungsreiches Programm aus Übungen, Spiel, Spaß und Aktivitäten, bei dem die Teilnehmenden gesetzlich unfallversichert sind. In den vergangenen Osterferien gehörten dazu auch Ausflüge nach Schloß Burg (Thema „Ritter und Burgen) und zum „Tierpark Fauna“ (Motto „Heimische Tierwelt“) in Solingen-Gräfrath. Darüber mussten die Jungen und Mädchen anschließend im Schulpavillon der EMA vor der Gruppe auf Deutsch kleine Vorträge halten - meist als stressig empfunden, aber auch als lehrreiche Erfahrung. Das machte das Reden auf Deutsch wieder ein wenig sicherer. Erstaunlich übrigens, wie akzeptfrei die vier jugendlichen Protagonisten gestern von ihrem Ferienkurs auf Deutsch erzählten – ein indirekter Beweis für die gute Arbeit ihrer beiden Deutschlehrer.

Ziel der für die Jungen und Mädchen kostenlosen FIT-Kurse ist es, deren Sprachkenntnisse außerhalb der Schulzeit weiter zu fördern, zu vertiefen und im Alltag anzuwenden. Von den Gesamtkosten in Höhe von ca. 23.000 Euro, die in diesem Jahr insgesamt anfallen werden, übernimmt das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen den größten Batzen (80 Prozent). Die übrigen 20 Prozent will Matthias Spaan mit Hilfe der Kooperationspartner einsammeln  – Kommunales Integrationszentrum Remscheid, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Alexander-von-Humboldt-Realschule, Stadt  Remscheid und Rotary Club Remscheid. Letzterer hat bereits 500 Euro gespendet, wie Michael Birker gestern berichtete. Gut investiertes Geld, schließlich gehe es dabei um eine Zukunft von zugewanderten Jungen und Mädchen, die umso aussichtreicher ist, desto besser sie sich auf Deutsch verständigen können.

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