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Kurzzeit- und Tagespflege entlastet Angehörige

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Remscheid (AGW)

Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Remscheid (AGW) macht auf die landesweite Initiative der Wohlfahrtsverbände aufmerksam. Mit der Pflege eines Angehörigen übernehmen Ehepartner/-innen, Kinder, Nachbarn und Freunde eine Aufgabe, die ihnen wichtig ist, sie aber auch belasten kann. Laut Pflegestatistik des Bundes wurden in NRW Ende 2017 rund 417.000 Pflegebedürftige, also mehr als zwei Drittel der insgesamt rund 770.000 Pflegebedürftigen, von Angehörigen gepflegt. Grund genug, die Leistung dieser Menschen mit dem „Internationalen Tag der Pflege“ am 12. Mai zu würdigen. Die Wohlfahrtsverbände in NRW rufen daher dazu auf, die Situation pflegender Angehöriger stärker in den Blick zu nehmen und weiter zu verbessern.

Die Pflege eines Angehörigen ist oft ein Vollzeitjob und für die Pflegenden mit Einschränkungen der eigenen Lebensführung verbunden. Häufig befinden sich pflegende Angehörige in psychischer Not und leiden unter Überforderung. Vielfach fehlt es dann an Zeit und Kraft, um die geeignete Unterstützungsform zu finden. Pflegende Angehörige benötigen daher leicht zugängliche Beratungsangebote und Transparenz über die vorhandenen Hilfen. Anstelle der klassischen „Komm-Struktur“ sind zugehende Beratungsangebote vorzuhalten. Unterstützung, Zusammenarbeit und Vernetzung von Hilfestrukturen müssen organisiert werden. Zudem müssen Pflege und Beruf besser vereinbart werden können.

Die Pflegestärkungsgesetze haben dafür gesorgt, dass pflegende Angehörige eine Reihe von Unterstützungsleistungen aus der Pflegeversicherung erhalten können. So gibt es beispielsweise einen Anspruch auf individuelle Pflegeberatung, auf Wunsch auch zuhause, durch die Pflegestützpunkte oder Pflegekassen. Für die konkrete Situation vor Ort und ein bedarfsgerechtes Angebot an Unterstützungsleistungen für pflegende Angehörige sind jedoch nach dem Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen die Kreise und kreisfreien Städte verantwortlich.

Die Mitarbeitenden in den Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege leisten mit hohem Einsatz individuell abgestimmte, maßgeschneiderte Unterstützung und Pflege. Gute Pflege ist vor allem Pflege im vertrauten Umfeld – oft mit Unterstützung durch ambulante Dienste. Gute Pflege findet auch in stationären oder teilstationären Einrichtungen statt. Besonders entlastend dabei für pflegende Angehörige: Kurzzeit-, Tagespflege, diese Angebote müssen weiter ausgebaut werden. Wichtig ist auch der Zugang zu Selbsthilfegruppen, wie z.B. die Remscheider Angehörigengruppe „Pflege und Demenz“.

 „Im Rahmen unserer diesjährigen Information zum „Internationalen Tag der Pflege“ wollen wir auch die guten Leistungen unserer Pflegekräfte hervorheben“, sagt Sandra Engelberg, Sprecherin der AGW Remscheid. „In unseren teilstationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten in Remscheid unterstützen wir pro Jahr rund 900 pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen.“ (Mehr Informationen zur Initiative und den Aktionen vor Ort: www.wir-fuer-sie-in-nrw.de)

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