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Patt: Damit war der Antrag abgelehnt

Was der Waterbölles
bisher berichtete

13. Mai: Mini-Demo für Erhalt des Sportplatzes Neuenkamp

9. Mai: Gründe für Verbleib des BV 10 am Neuenkamp

3. Mai: Ohne einen Bebauungsplan bliebe es beim Sportplatz

30. April: BV 1910 e.V. Remscheid braucht Zukunftsperspektive

22. März: Stadt wartet auf schriftliches Preisangebot des RSV

11. März: Der teuerste Kunstrasenplatz aller Zeiten

Das hatte gestern Premiere: Abordnungen der Kita „Ahörnchen“ und der Walter-Hartmann-Schule vom Hohenhagen nahmen mit Vorstandsmitgliedern des um seine Zukunft bangenden Sportverein BV 10 an einer Sitzung des Sportausschusses im Lüttringhauser Rathaus teil. Mitgebracht hatten sie einen symbolischen Sarg für den BV 10 und eine Reihe von Transparenten, auf denen sie sich für den Erhalt des Fußballvereins einsetzten und einen Kunstrasen für den Sportplatz Neuenkamp forderten. Denn beides sei für den Hohenhagen unverzichtbar. Das hatte wenige Tage zuvor auch der Reinhard Ulbrich, der Vorsitzende des Sportbund Remscheids, attestiert: „Der Sportbund Remscheid wird den BV 10 bei seinen Bemühungen um einen angemessenen Sportplatz am Neuenkamp voll und ganz unterstützen, da ein ‚Sportzentrum Süd‘ mit Sporthalle und Sportplatz vom Neuenkamp nicht mehr wegzudenken ist. Außerdem werden RSV, BV 10 und SBR konkrete Vorschläge machen und erwarten das Gleiche von Politik und Verwaltung.“

Dafür sprachen sich in der gestrigen Sitzung auch Klaus Wetzel (Linke) und Jens Peter Nettekoven (CDU) aus. Der Hohenhagen brauche ein wohnortnahes Sportangebot für seine Bewohner/innen „auf dem kurzen Weg der kleinen Füße“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende, auf Kitas und Grundschule in der Umgebung des Sportplatzes anspielend. Nettekoven betonte aber auch, dass der RSV als Besitzer des Platzes gegenüber der Stadt ein realistischeres Preisangebot abgeben müsse, sonst könne aus dem geplanten Verkauf nichts werden. Sportdezernent Thomas Neuhaus: „Wir haben vom RSV noch nichts Neues gehört. Unser Angebot von 540.000 Euro steht; das ist der ermittelte Grundstückswert!“ Könne man sich auf dieser Basis nicht einigen, wäre das „ein großer Verlust für den Stadtteil“, so Neuhaus (ob sich der RSV darauf einlassen wird, muss die Delegiertenversammlung am 10. Juli entscheiden). Dem RSV käme ein Verkaufserlös in Millionenhöhe gerade recht; er hat auf seinem eigenen Vereinsgelände einen hohen Sanierungsbedarf. Ein Preis von 3.635.000 € für das Grundstück (Sportfläche) liegt für die Stadt aber im Bereich der Utopie.

Sportausschussvorsitzender Markus Kötter wünschte sich „für jeden Stadtteil ein Sportzentrum“. Rein rechnerisch steht es allerdings schlecht um den Sportplatz Neuenkamp. Das ergab eine gestern auf Anfrage der Wählergemeinschaft Wir von der Sportverwaltung vorgelegte Statistik über die freien Kapazitäten aller Remscheider Großspielfelder. Diese summieren sich auf 2,5 freie Plätze. Da ließe sich also für den BV 10 leicht eine neue sportliche Heimat finden (Reinshagen, Klausen), verbunden allerdings mit längeren Anfahrten und eventuell auch mit der Fusion mit einem anderen Sportverein. Kötter: „Das wäre für den BV 10 keine Perspektive, sondern das Todesurteil!“

Egal, ob es zum Verkauf des Platzes an die Stadt kommt, oder ob es bei einem Tennenplatz ohne Aussicht auf eine Umplanung in ein Wohngebiet bleibt (Anfang Mai von Nettekoven als Druckmittel gegenüber dem RSV ins Gespräch gebracht): Am Neuenkamp wird der BV 10 in den nächsten Jahren mit keinem Kunstrasen rechnen können. Neuhaus: „Die Sportpauschale bis 2021 ist ausgeschöpft!“ Vielleicht ließe sich ja die Schulpauschale „anzapfen“, wagte Nettekoven einen mutigen Vorstoß, erntete bei Christine Krupp (SPD) und David Schichel (Grüne) aber nur Spott. Die Schulen litten unter einem Sanierungsstau in zweistelliger Millionenhöhe, wie Thomas Neuhaus bestätigte. Im Übrigen käme der Vorschlag von Nettekoven, den Flächennutzungsplan unverändert zu lassen, einer sachfremden Veränderungssperre gleich, betonte Schichel. Er wiederholte den Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Gruppen von FDP und W.i.R., die Verwaltung möge Gespräche mit dem Verein BV 10 Remscheid aufnehmen mit dem Ziel, „auch bei einem Verzicht auf den Sportplatz Neuenkamp einvernehmliche und zukunftsfähige Perspektiven für den Fortbestand und die positive Entwicklung des Vereins zu entwickeln“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende forderte die Antragsteller zu einem „klaren Bekenntnis für den Fortbestand des Sportplatzes Neuenkamp“ auf; dafür sahen diese aber keinen Anlass. Demgegenüber blieb für die CDU der Antrag unnötig. Markus Kötter: „Nach Alternativen zu suchen, ist das laufende Geschäfts der Verwaltung; die brauche dazu nicht aufgefordert werden!“ Was Thomas Neuhaus später im nichtöffentlichen Teil der Sitzung dadurch bestätigte, dass er die Sportvereine nannte, mit denen er über die Zukunft des BV 10 bereits gesprochen habe (dazu soll auch der Sportbund  Remscheid gehört haben, damals noch weniger eindeutig in seiner Forderung nach Platzerhalt). Zwar versuchten Krupp und Schichel noch einmal,  ihren Antrag der CDU durch Abschwächung in einem Appell an den RSV, „in die Pötter zu kommen“ (Krupp) schmackhaft zu machen. Der Tenor des Antrages blieb im Text jedoch unmissverständlich (siehe oben), so dass die CDU ihn ablehnte. Damit waren die Positionen klar abgesteckt und es kam zur Abstimmung: Acht Stimmen für den Antrag und acht dagegen (Patt). Damit war der Antrag abgelehnt. Fortsetzung vermutlich heute Nachmittag in der Ratssitzung.

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Kommentare

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Chronist am :

Michael Büddicker, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Es müssen alle Karten auf den Tisch. Bisher wissen wir, dass ein neuer Kunstrasen an der Neuenkamper Straße zwischen drei und fünf Millionen Euro kosten würde. Das ist nicht vertretbar. Wenn ich mir allein den Investitionsbedarf in unseren Schulen ansehe, den wir zwar deutlich gesenkt haben, der aber immer noch fast 41 Millionen beträgt, passt das nicht! Wir wollen daher wissen, ob es weitere Varianten gibt, etwa durch eine gemeinsame Nutzung von Sportanlagen. Dazu soll es Gespräche mit dem BV 10 geben. Der RSV muss Farbe bekennen, ob der aufgerufene Kaufpreis bleibt. Auf Aussagen vom Hörensagen können wir nicht beraten. Außerdem müssen wir uns ansehen, wieviel Bedarf für Kunstrasenplätze in unserer ganzen Stadt bestehen. Wenn diese Fakten auf dem Tisch liegen, werden wir weiter beraten und schauen, ob es weitere kluge Ideen gibt. Aber ich bin skeptisch, denn hier wurden vor 30 Jahren Versprechen gemacht, die heute nicht mehr zeitgemäß sind.“

Karsten Neldner am :

Herr Kaiser hat erkannt, dass Eltern und Kinder der Kita und der Grundschule sich für den Erhalt des Sportplatzes stark gemacht haben und, dass vom BV10 nur die Vorstandsmitglieder kamen. Wo waren die Mannschaften des Fussballvereins? Ist die Not beim BV10 noch nicht groß genug? Dem Hohenhagen würde ein Sportzentrum mit Kunstrasen und weiteren Trainingsmöglichkeiten gut stehen. Dazu passt auch die direkt in Nachbarschaft liegende Sporthalle. Aber nicht nur für den BV10. Die Grundschule, die Gesamtschule das Berufskolleg und die (demnächst) drei Kindergärten brauchen diesen Platz.

Erden Ankay-Nachtwein (SPD) am :

Offener Brief an Alexander Schmidt, den schulpolitischen Sprecher der CDU- Fraktion Sehr geehrter Herr Schmidt, bisher gab es einen breiten Konsens innerhalb des Rates, die Mittel der Bildungspauschale zweckentsprechend zu verwenden. Dieser Konsens spiegelt sich auch in der Haushaltsplanung wider. Die vom Land eröffnete Option einer „Umleitung“ der Bildungspauschale als zusätzliche Mittel für die Sportpauschale ist in Remscheid bewusst nicht aufgegriffen worden, da von der Verwaltung mehrfach dargelegt wurde, welcher Bedarf für die Schulen in unserer Stadt besteht. Umso erstaunlicher ist es, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven in der Sitzung des Sportausschusses am 15. Mai bei der Debatte über die Finanzierung eines möglichen Erwerbs und des Umbaus des Sportplatzes an der Neuenkamper Straße vorschlug, den durch die Sportpauschale nicht zu deckenden Löwenanteil der Bildungspauschale zu entnehmen. Nachdem Herr Neuhaus bekannt gab, dass die Sportpauschale bis 2021 ausgeschöpft ist, wagte Herr Nettekoven einen mutigen Vorstoß, vielleicht ja die Schulpauschale „anzuzapfen“. Wobei feststeht, dass die Schulen unter einem Sanierungsstau in zweistelliger Millionenhöhe leiden. Wenn dies also geschähe, würden Instandsetzung und Investition von Schulgebäuden verzögert. Die Remscheider Schulen und die Verwaltung verdienen jedoch Planungssicherheit. Können wir davon ausgehen, dass dies nur ein verbaler Vorstoß war und es nicht von Seiten der CDU beabsichtigt ist, Mittel der Bildungspauschale zur Mitfinanzierung von Maßnahmen der Sportpauschale zu verwenden und auch künftig keinen Gebrauch davon zu machen? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und stehe Ihnen für Rückfragen zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Erden Ankay-Nachtwein Sprecherin der SPD-Fraktion im Ausschuss für Schule

Heinrich Mahnke am :

Es gibt einen super tollen Sportplatz auf der Düppelstraße in Remscheid mit sehr gutem Belag. Der wurde still und leise stillgelegt und vergammelt. Jetzt ist er ein Auslauf für Hunde geworden. Es ist fatal, so gut erhaltene Sportobjekte nicht zu nutzen. Für Kinder die optimale Sportmöglichkeit.

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