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Schutz vor Überflutung: Jeder kann betroffen sein

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Im Mai und Juni 2018 war das Wuppergebiet innerhalb von zwei Wochen dreimal von extremen Starkregen betroffen. Dabei entstanden enorme Sachschäden. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden. Die drei Ereignisse innerhalb von kurzer Zeit haben gezeigt, es kann jederzeit passieren und es kann jeden treffen. Neben Kommunen und ihren Kanal- und Entsorgungsbetrieben, Einsatzkräften und Wupperverband sind auch alle Eigentümer von Grundstücken und Eigentümer bzw. Bewohner von Gebäuden gefragt, Vorsorge zu treffen. Das bedeutet, zu hinterfragen, ob sie betroffen sein können und sich bestmöglich für dieses Risiko zu wappnen.

Nicht nur Anliegern an Flüssen und Bächen drohen Überschwemmungen. Auch von Flächen abfließendes Regenwasser oder Wasser aus der Kanalisation kann zu vollgelaufenen Kellern und Überflutungen führen. Einen 100-prozentigen Schutz vor Starkregen und Überflutungen gibt es nicht. Doch je besser man das individuelle Risiko kennt, desto besser kann man vorbeugen und Schäden eventuell verringern. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Kommunen haben Starkregengefahrenkarten in Arbeit oder bereits veröffentlicht. Hier kann jeder nachschauen, ob das eigene Grundstück oder Gebäude in einem Risikogebiet liegt. Auch die Karte der Überschwemmungsgebiete der Bezirksregierungen gibt hier Auskunft.

Am Gebäude selbst kann man verschiedene Schutzmaßnahmen treffen, z. B., Kellerlichtschächte erhöhen, hochwassersichere Fenster und Türen einbauen, Haustechnik möglichst nicht in den überflutungsgefährdeten Bereichen anbringen (höher legen), bei Neubau den Eingang erhöht bauen und an eine Kellerabdichtung denken (z. B. in Form einer so genannten weißen Wanne vorsehen) etc.
Wichtig ist auch eine Rückstausicherung, welche regelmäßig zu prüfen ist, damit nicht Wasser aus dem Kanal in das Gebäude zurückdrückt. Einige Tipps hat der Wupperverband auf seiner Homepage zusammengestellt:
http://www.wupperverband.de/internet/web.nsf/id/pa_de_ihre_moeglichkeiten.html
Eine Unterstützung für die Eigenvorsorge ist der Hochwasserpass des HochwasserKompetenzCentrums e.V. (HKC), den ein Fachmann des Wupperverbands mit entwickelt hat. Auf der Homepage www.hochwasser-pass.com steht neben verständlich aufbereiteten Informationen ein Fragebogen zur Verfügung. Mit dem Fragebogen können Eigentümer im ersten Schritt kostenlos den Ist-Zustand des eigenen Objekts einschätzen und Risikofaktoren erkennen.

Anschließend stehen in einer Kontaktliste Sachkundige zur Verfügung, die die notwendige Beratung durchführen können. Eine Beratung beinhaltet nicht nur die Erläuterungen zur persönlichen Betroffenheit, sondern auch die Empfehlungen für Maßnahmen zur Reduzierung. Ein ausgestellter „Hochwasserpass“ dient damit als Nachweis dafür, in welchem Grad ein Objekt hochwassergefährdet ist und welche Sicherungsmaßnahmen dagegen erfolgt sind. Diese Informationen unterstützen zum Beispiel bei Vermietung und Verkauf von Gebäuden.
Die Kosten für den Hochwasserpass hängen vom erforderlichen Aufwand (Stundenanzahl) und von lokalen Stundensätzen der Sachkundigen ab. Die Spanne reicht von ca. 300 Euro bis ca. 500 Euro. Wenn es umfangreichere Prüfungen sind, die mit einem (zu empfehlenden) Ortstermin und weiterer Datenerhebung verbunden sind, können die Kosten z. B. bei 500 bis über 1.000 Euro liegen. Das Spektrum ist damit auch vergleichbar mit dem bedarfsorientierten Energiepass, der zwischen ca. 200 und 1000 Euro liegt.

Frühzeitige Hinweise auf Gewitter, Unwetter, Starkregen oder andere Gefahren bieten heutzutage Warn-Apps, z. B. NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Im Wuppergebiet können sich die Bürgerinnen und Bürger kostenlos mit dem Hochwasserportal des Wupperverbandes informieren unter hochwasserportal.wupperverband.de. Hier sind kontinuierlich Informationen über Pegelstände im Wuppergebiet erhältlich. Ereignisbezogen, d. h. zum Beispiel im Fall von Hochwasser, gibt es zusätzlich eine Situationsanalyse und Prognose der Bereitschaft Hydrolog/in vom Dienst.

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