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Fa. Grote als gutes Beispiel für Wirtschaftsförderung

Dass Remscheider Firmen das Gelände der früheren Brauerei C.W. Kipper zwischen Nord- und Haddenbacher Straße gekauft haben und dort bauen wollen, ist nicht neu. Das berichtete der Waterbölles bereits am 6. Juni 2018. Das Sanitätsunternehmen Goll & Schracke Massing GmbH lässt sich dort nieder, die Nicola Romanelli GmbH (Garten- und Landschaftsbau) und die Firma „elektro-technik-grote“ (Ersatzteilservice für Maschinen, Motoren & Anlagen). Gegründet wurde diese von Stefan Grote, vielen Remscheidern besser bekannt als Bezirksbürgermeister (SPD) im Südbezirk. 20 Jahre lang arbeitete der gelernte Kaufmann bei der Supfina Grieshaber GmbH & Co. KG an der Greulingstraße, zuletzt als Lagerleiter. Ende 2008 musste die Tochterfirma der „Grieshaber-Gruppe“ aus   Wolfach (Baden-Württemberg) ihren 150 Mitarbeiter/innen dann kündigen, weil der Großkunde Volkswagen AG bei der neue Generation seiner Dieselmotoren auf die Spezialmaschinen für die Oberflächenbearbeitung von Supfina verzichten konnte.

Erster Spatenstich vor fünf Monaten zum Neubau elektro-technik-grote“ auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Kipper.

Für langjährige Mitarbeiter gab es Abfindungen, also auch für Stefan Grote. Im Lager der Firma standen damals fünf Paletten voller Maschinenteile, für die die Firmenchefs keine Verwendung mehr hatten, als sie das Werk auflösten. Kurzerhand kaufte Stefan Grote die Ersatzteile mit seiner Abfindung und bezog mit seinem neuen Ersatzteilhandel Räume des früheren Werkzeughandels seines Vaters in Kremenholl. Doch die wurden schon bald zu klein für das expandierende Unternehmen. In das Werksgebäude Greulingstraße 33 waren inzwischen vier Firmen als Mieter eingezogen. Dennoch standen dort noch jede Menge Räume leer. Was lag also näher, als - „back to the roots" - an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren?! „elektro-technik-grote“ mietete dort 500 Quadratmeter. An seinem letzten Arbeitstag bei Supfina hatte Stefan Grote seinen grauen Kittel in seinem Spind hängen lassen. Dort fand er ihn wieder, als er im Oktober 2010 als Unternehmer zurückkehrte. Der lokalen Presse verriet Stefan Grote im Februar 2013 bei einer Betriebsführung seine Geschäftsidee: „Wir bekommen Angebote von Firmen, die neue Maschinen angeschafft haben und nicht wissen, wohin mit den alten und dem dazu gehörigen Ersatzteillager. Damit selbst an den Markt zu gehen, ist diesen Firmen zu aufwendig. Und das ist dann unsere Chance!“ Inzwischen beliefert die Firma Kunden in aller Welt mit Ersatzteilen aus dem Elektro- und Elektronikbereich. Dass er sich jetzt nach einem neuen Standort für die weiter expandierende Firma umsehen musste, hatte auch etwas damit zu tun, das die Immobilie an der Greulingstraße nach dem Tod des Vermieters an eine Erbengemeinschaft übergegangen war.

Ein 6.000 Quadratmeter großes Baugrundstück fand Stefan Grote im April vorigen Jahres mit Hilfe der städtischen Wirtschaftsförderung und der Stadtsparkasse Remscheid; bei der er mit 16 Jahren seine erstes Konto eröffnet hatte und die mit der Firmengründung seine Hausbank wurde. Lange Zeit hatte der Remscheider Architekt Michael Geh, der der Kipper-Gelände überplant hatte, vergeblich auf Investoren wie Grote gewartet. Rege Bautätigkeit entfaltete sich dort erst nach dem ersten Spatenstich am 9. Januar (siehe Video). „Ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung von Elektro-Technik-Grote“, konstatierte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz Herbert Thelen, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse. „Stefan Grote kann stolz darauf sein, so viel unternehmerischen Mut gezeigt zu haben! Elektro-Technik-Grote ist ein Vorbild: Hier bekennt sich ein Remscheider Unternehmen sich zu seinen Wurzeln und nutzt die Expansionsmöglichkeiten, die sich ihm bieten!" Die nunmehr gelungene Erschließung des alten Kipper-Geländes nach jahrelangem Stillstand sei ein wichtiger Schritt, um Unternehmen in Remscheid zu halten und ihnen Wachstum zu ermöglichen. „Ohne Zweifel braucht Remscheid neue Gewerbeflächen. Hier kann man aber sehen, wie man auch innerstädtische Brachen erfolgreich einer neuen Nutzung zuführen kann", so Thelen.

Die Versorgungsleitungen für die neuen Betriebe liegen inzwischen unter der Erde einschließlich Regen- und Abwasserkanälen. Und der zermahlene Bauschutt vom einstigen Ziegelbau der Brauerei, wurde zum größten Teil, bis zu 80 Zentimeter hoch, auf dem Gelände verteilt und planiert. Und weil bei seit dem 125. März die Baugenehmigung der Stadt vorliegt, können die Ausschachtungsarbeiten für das zweigeschossige Bürogebäude nebst Keller (ca. 500 Quadratmeter Betriebsfläche mit Option für ein weiteres Stockwerk) in Kürze beginnen. Im rückwärtigen Teil des Grundstücks wird nicht nur die 1.000 Quadratmeter große und sieben Meter hohe Lagerhalle liegen, sondern auch zwei für eine mögliche weitere Expansion hinzu gekauften Parzellen. Nicht ausgeschlossen, dass darauf als eine weitere Halle entsteht, denn Miet-Interessenten gibt es bereits. As eine „Mammutaufgabe“ bezeichnete Stefan Grote den Bezug der neuen Lagerhalle, für die er auch ein neues Lagersystem angeschafft hat. Dafür müssen alle Einzelteile - und des sind an der Greulingstraße 30.000 verschiedene, also beim einzelnen Produkt auch mal 100 Stück auf einen Streich – mit einem Barcode versehen werden, bevor der Umzug beginnen kann. „Ende des Jahres will ich eingezogen sein“, sagte Grote. Ab Herbst gilt für die 21 Mitarbeiter/innen und Mitarbeiter eine Urlaubssperre. Dann müssen alle Mann/Frau „an Bord bleiben“.

Etwas mehr als zwei Millionen Euro wird der Bau der neuen Firmengebäude kosten. Ein Batzen Geld für das junge Unternehmen! Da war es gut, dass die Kundenberater der Stadtsparkasse, Namensvetter Stefan Grote und Annika , den Unternehmer Grote mit Reinhard Steffens von der Firma GW-Partner zusammen brachte. Denn deren Berater befassen sich seit mehr als 20 Jahren mit der Optimierung der Finanzierungsstrukturen von mittelständischen Unternehmen und seit 2008 zusätzlich mit öffentlichen Fördermittel und nicht zurückzahlbaren, so genannten verlorenen Zuschüsse, kennen sich also im Dschungel öffentlicher Förderprogramm gut aus. Es gäbe gegenwärtig etwa 1.800 bis 2.000 verschiedene Förderprogramme, berichtete Steffens am Mittwoch. Entschieden habe man sich schließlich für das „Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm NRW“ (RWP) für strukturschwache Gebiete (zu denen auch Remscheid zählt) entschieden – aufgelegt im Zusammenhang mit dem „Ziel II“-Programm der Europäischen Union. „Verlorene Zuschüsse sind Subventionen des Staates, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Das schafft beim Unternehmen Entlastung, da weder Zinsen noch Tilgung anfallen. Im Fall von elektro-technik-grote konnten wir gemeinsam eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich akquirieren. Das ist gut gelungen, da die Firma die Förderbedingungen erfüllt und eine enge Zusammenarbeit zwischen ihm, GW-Partner und der Sparkasse stattgefunden hat", erklärte Firmenkundenberaterin Annika Falkenstein. Und Firmenkundeberater Stefan Grote ergänzte: „Die optimale Finanzierungsmöglichkeit herauszufinden, gehört zu unserem Selbstverständnis bei der Begleitung unserer Mittelstandskunden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit GW-Partner haben wir bereits begonnen, als sich abzeichnete, dass Remscheid ab 2014 regionales Fördergebiet wurde und nicht rückzahlbare Zuschüsse in die Stadt geholt werden konnten."

Voraussetzung für die Auszahlung von RWP-Geldern durch die NRW.Bank sind Sachinvestitionen und Personaleinstellungen. Ersteres belegt Grote durch Grundstückskauf und Bau von Bürohaus und Lager, letzteres durch die Neueinstellung von Mitarbeiter/innen. Inzwischen sind es insgesamt 21, und deren Arbeitsplätze müssen mindestens fünf Jahre lang bestehen bleiben, um die Fördergelder nicht zurückzahlen zu müssen. Stefan Grote sieht das gelassen und eher theoretisch. Sein Bekenntnis zum Standort Remscheid verbindet er mit dem Ziel, sein Unternehmen es eines Tages gesichert und gut aufgestellt an seine Tochter Alexandra zu übergeben. Die arbeitet schon jetzt in der Firma mit.

Kleiner Nachtrag: Die ersten Fördermittel sind unter Dach und Fach, da denkt Unternehmer Stefan Grote bereits an weitere: Das neue Lager könne auf dem Dach durchaus noch eine Photovoltaikanlage vertragen. Wenn die dann über Batteriespeicher und eine Ladestation („Wallbox“) Strom für Elektroautos liefere, werde das öffentlich gefördert...

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Hans Werner Degiorgio am :

Dem Satz “ Ende 2008 musste die Tochterfirma der „Grieshaber-Gruppe“ aus Wolfach (Baden-Württemberg) ihren 150 Mitarbeiter/innen dann kündigen, weil der Großkunde Volkswagen AG bei der neue Generation seiner Dieselmotoren auf die Spezialmaschinen für die Oberflächenbearbeitung von Supfina verzichten konnte. „ möchte ich widersprechen. VW war nie einer der Hauptabnehmer von Supfina Maschinen. VW stellte zwar von Pumpe-Düse auf Common-Rail in der Einspritzung um, aber deshalb wurde Supfina Remscheid nicht geschlossen. Nach dem Ausscheiden der Fam. Hentzen wurde Supfina ganz von der Fam. Grieshaber aus dem Schwarzwald übernommen. Nachdem die Produktpalette teilweise in den Schwarzwald verlagert wurde, blieb für Remscheid das Planschleifen und die Entwicklung übrig. Die Entwicklung Doppelseitenschleifen wurde dann wieder in den Schwarzwald verlegt und die Entwicklung „Waferschleifen“ führte ins Desaster. Danach wurde das Planschleifen an die Konkurrenz gegeben und Remscheid geschlossen. H.W.Degiorgio ehemaliger Betriebsratsvorsitzender Supfina Remscheid

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