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Alte Strichzeichnung vom Alter Markt in Lennep

Der Alte Markt in Lennep im Jahre 2013. Samlung Lempe.von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkt unser heutiges Lennep-Bild. Es handelt sich um eine sog. Strichzeichnung vom „Alten Markt“; der Künstler hat selbst das Jahr 1913 darauf vermerkt. Wenn man heute aus der Wetterauer Straße in dieselbe Richtung schaut, dann bemerkt man zwar einige Veränderungen, aber das Gesamtbild ist immer noch dasselbe. Erst bei näherer Betrachtung fällt auf, dass das große Haus links heute eine spanische Gastwirtschaft beherbergt, den vorgebauten Kellerzugang der früheren Gaststätte "Reichshof" gab und gibt es in Lennep noch an vielen Häusern. Ja, das waren noch Zeiten, als Kartoffeln und Kohlen über ein Brett in unsere Keller rutschten, und in den Wirtschaften natürlich die Bierfässer sowie das angelieferte Stangeneis zur Kühlung. Allerdings waren diese Kellereingänge oft auch Stolperfallen für die Fußgänger.

Gut erkennbar sind auch die beiden Geschäfte im Zentrum der Abbildung vor der evangelischen Stadtkirche. Neben dem Geschäft von Hermann Platte, in dem bis in die 1930er Jahre die Jungens ihre Schülermützen und die Herren ihre Zylinder, Hüte und Stockschirme kauften, sieht man das Geschäft von Betten- und Gardinen Rader, das in seiner langen Geschichte schon mehrere Funktions- und Besitzerwechsel verzeichnet hat. Rechts davon befindet sich neben dem heute nicht mehr existenten alten Fachwerkhaus die von den Lennepern so genannte Blutgasse. Der Name rührt von einer frühen Metzgerei her, aus der beim Schlachten immer Blut auf die Gasse geflossen sein soll.

In Wirklichkeit führt diese Gasse den Namen Kirchgasse, da sie direkt zur nahen Stadtkirche führt, wie man auf unserem Bild gut sieht. Die Zeichnung war in etwas anderer Form seinerzeit Teil von „Steigers heimatkundlichen Anschauungsbildern“ aus dem „Verlag Aug. Steiger in Mörs“ (andere historische Schreibweise von Moers). Als Ansichtskarte wurde das Motiv durch Albrecht Häse in Duisburg per Alleinvertrieb angeboten. In allen Buchhandlungen zu haben war das Motiv seinerzeit auch in dem Bändchen „Heimatkunde des Reg.-Bez. Düsseldorf unter Mitwirkung des Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz“. Insgesamt wurden hier 84 Strichzeichnungen wiedergegeben, und unsere heutige trug dabei die No. 59.

Einer meiner Vorgänger in Sachen Lenneper Geschichte und Heimatkunde kaufte die Ansichtskarte vor ungefähr 35 Jahren im Antiquariatshandel für zwölf Mark. Mit vielen anderen zusammen befindet sich das Original inzwischen als Spende im Remscheider Stadtarchiv, wie erwähnt auch als heimatkundliches Anschauungsbild aus dem Bergischen Land. Wir sehen hier also, "wie es früher war". Und damit ein frohes Pfingstfest im Bergischen, in Remscheid und anderswo!

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