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Woolworth: Nix wie raus aus dem Schatten des Pavillons

Zum 30. Juni 2020 hat die Modekette Olymp und Hades der Kölner Görgens-Gruppe ihre Filiale im Erd- und Obergeschoss des Hauses Alleestraße 68 nahe dem Alleecenter-Brunnen gekündigt. Damit hat es der Filialist in Remscheid gerade mal zehn Jahre ausgehalten; 2009 war er dort eingezogen, nachdem das Modegeschäft H&M den Standort aufgegeben hatte. Baudezernent Peter Heinze, darauf vor Beginn der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid angesprochen, nennt das einen „großen Verlust“, zuckt aber auch die Achseln. So sei eben das Marktgeschehen heutzutage. Ein Textilanbieter weniger in Remscheid. Man kann sie fast schon an einer Hand abzählen.
Der Nachmieter steht schon fest, reißt gleichzeitig aber an anderer Stelle der Alleestraße eine Lücke auf: Die Filiale Warenhauskette Woolworth zieht um. Immobilienbesitzer Leonhard Schönhals gibt sich gelassen. Wohnungen statt Kaufhaus? Der einzige Remscheider, den das wirklich umtreibt, scheint Ralf Wieber zu sein, der Vorsitzender des Marketingrates und Geschäftsführer der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße (ISG). Er sieht sich - wieder einmal – in der Auffassung der ISG und ihres Beraters Edgar Neufeld, Stadt- und Immobilienentwickler aus Bochum, bestätigt, dass die Pavillons auf der Alleestraße der Einkaufsmeile nur schaden. Für den Einzelhandel seien die Standorte im Schatten der Pavillons schwierig, deshalb sei jetzt auch Woolworth dort weggegangen, weil man das Geschäft von der oberen Alleestraße aus gar nicht sehen kann, betont Wieber.

Von der Politik bisher dazu offiziell kein Wort. Und die Verwaltung? Verweist in ihrer jüngsten Vorlage „Zeitplanung der Maßnahmen zur Revitalisierung der Innenstadt“ zur Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am vergangenen Dienstag auf einen Beschluss des Rates der Stadt, in dem der Abriss der (oberen) Pavillons abgelehnt wird. Kleine Hintertüre in der Vorlage: „In Abhängigkeit von den künftigen Sanierungszielen ist diese Maßnahme ggf. zu überprüfen.“ Ralf Wieber würde es freuen. Erst jetzt hat er in lokalen Medien Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu einer Kurskorrektur aufgefordert.

Aus der Sicht der ISG wäre eine Kehrwende schon lange fällig. Zur Erinnerung: Am 28. November 2017 veröffentlichte der Waterbölles ein Video-Interview mit Berater Neufeld. Zitat daraus: „Wichtig ist zu verstehen, welchen enormen, schwerwiegenden, negativen wirtschaftlichen Einfluss diese Fremdkörper auf die Immobilien der gesamten Allee haben. Das ist ein Vielfaches des Wertes der Pavillons.“ Das hat die ISG seitdem mehrfach bekräftigt. Etwa am 4. Februar 2019 im Waterbölles: „ISG sieht für Pavillons keine Überlebenschance“. Am 22. Mai auch Edgar Neufeld wieder, als er auf der Kleinkunstbühne der „Schatzkiste“ am Markt vor Immobilienbesitzern und Einzelhändlern sprach: Die Pavillons stünden dem Gebot „Sehen und gesehen werden“ diametral entgegen. Neufeld stellte an diesem Abend  s e i n  Konzept einer Umgestaltung der Alleestraße vor. Zitat daraus: „Die drei ... Pavillons blockieren Sichtbarkeit und Frequenzen. Der erste westliche Pavillon an der Grenze zur Oberen Allee wirkt optisch wie eine Wand, die die Sicht auf die Alleestraße als Ganzes versperrt, und ist ein gefühlter Endpunkt der Remscheider Hauptgeschäftslage.“

Interessant: Die Hildesheimer Lichtplaner, deren Beleuchtungskonzept die Mitglieder der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am Mittwoch zustimmten, teilen die Auffassung von Edgar Neufeld und der ISG, dass die Alleestraße durch die Pavillons zerteilt wird und nicht als Allee wahrnehmbar ist. Aber das ist weder den Kommunalpolitikern noch der Verwaltung eine Bemerkung wert. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

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Kommentare

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Ulrike Grabowski am :

Wann wird die Stadtverwaltung wach ? Die Pavillons müssen weg. Und dabei geht es nicht um die Immobilienbesitzer, die den Wert ihrer Immobilie erhöhen wollen. Nein, die Remscheider möchten wieder eine Alleestraße haben, auf der ein Aufenthalt Spaß macht; auf der es Geschäfte und Verweilplätze gibt.

Jochen Rohr am :

Die Kritik an den Pavillons ist so alt wie die Klötze selbst - wir haben schon bei der Planung Herrn Kennepohl auf die verheerende Wirkung hingewiesen- der Kommune war es aber egal, denn es ging ums Geld und nicht um eine städtebauliche Lösung - bis heute hat sich daran nichts geändert! Leider! Die 3 Pavillons sind ein wesentlicher Grund, warum die mittlere und untere Alleestrasse abgehängt wurde und in der Folge nun vergammelt - Neufeld und andere haben diese bittere Wahrheit lediglich wieder aufgenommen in die Dringlichkeitsliste - die Fehler und Schwächen der Alleestrasse müssen konsequent ausgeräumt werden, sonst machen Neuplanungen keinen Sinn! (Eintrag in Facebook)

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