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Brunnen am Markt hat die einzigen öffentlichen Sitzplätze

von Dr. Bernd Kuznik

Um wieviel ärmer sind Remscheider Plätze und die Alleestraße ohne Wasserspiele und Brunnen. Zur Sanierung des städtischen Haushalts fasste der Rat 2010 den Beschluss, die Brunnen im gesamten Stadtgebiet abzuschalten. Das Plätschern und Rauschen ist verstorben, Oasen sind ihrer Anziehungskraft beraubt.

Brunnen waren jahrhundertelang lebensnotwendige Voraussetzungen für die Versorgung mit Trinkwasser und Brauchwasser. Brunnen wurden deshalb zentral errichtet und bestimmten mit Gewerbebächen das Bild der Stadt. Neben der Versorgungsfunktion waren Brunnen auch künstlerische und architektonische Objekte, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Städte zeigten damit ihre Macht, Reichtum und die politische Einstellung. Die Brunnenplätze waren frei zugänglich und bildeten Zentren der Öffentlichkeit und der Kommunikation.

Durch den Bau zentraler Wasserversorgungsnetze wurden Brunnen in ihrer ursprünglichen Form überflüssig. Die Bedeutung von Brunnen und ihre Funktion haben sich gewandelt. Heute dienen Brunnen als Denkmäler und Kunstwerke zur Verschönerung und zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität in den Städten.

Der Kunstbrunnen am Markt wurde von dem Bildhauer Reiner Uhl geschaffen und durch die Jubiläumsstiftung der Stadtsparkasse Remscheid 1994 errichtet.  Der Kunstbrunnen thematisiert die Elemente des Bergischen Landes – Feuer, Wasser und Wind auf einem zentralen Sandsteinblock, der die Berge und Täler mit dem Wasserspiel zusammen unsere Heimat und den Ursprung der Bergischen Metallindustrie wiederspiegelt. Die am Grund des Wassers befindlichen Fliesen wurden in den Farben und Strukturen nach Luftaufnahmen des Bergischen Landes gestaltet.

Der Kunstbrunnen befindet sich auf der durch den Busverkehr gebildeten Insel an der oberen Seite  des Marktes zwischen Brauerhaus, dem Sozialkaufhaus und dem BarBeya. Bereits 1755 erhielt das Dorf Remscheid an diesem Ort das Privileg zur Abhaltung eines wöchentlichen Marktes, das im 19. Jahrhundert auf zwei Wochentage ausgedehnt wurde.  Dort befand sich auch die so genannte Hesseninsel. Samstags und Sonntag trafen sich dort Arbeiter, die aus Hessen nach Remscheid gezogen waren und die dort Nachrichten aus ihrer Heimat austauschten.

Die heutige Aufenthaltsqualität hängt maßgeblich von Sitzgelegenheiten, Bepflanzung und Wasserspielen ab. Der Kunstbrunnen mit seinem Durchmesser von 6,5 Metern bietet viele Sitzgelegenheiten (mehr als 20). Dies sind die einzigen Sitzgelegenheiten an einem historischen Ort von Remscheid; sie werden von vielen Bewohnern gerne genutzt.

Viele Brunnen wurden, wie der Kunstbrunnen am Markt, als künstlerische Anlagen errichtet. Sofern keine vertraglichen Regelungen getroffen wurden, können Künstler bis an ihr Lebensende – und in der Folge ihre Erben – Urheberrechte geltend machen, wenn an den Brunnen Veränderungen vorgenommen werden, oder auch wenn die Plätze verändert werden. Exemplarisch für eine solche Situation steht der Narrenbrunnen in Bühl, der 1995 als Kunstwerk auf dem Kirchplatz realisiert wurde. Im Jahr 2007 legte die Stadtverwaltung dem Gemeinderat Pläne zur Neugestaltung des Kirchplatzes vor. Der Narrenbrunnen sollte versetzt und anstelle dieser Anlage ein bodenebenes Fontänenfeld errichtet werden. Nachfolgend wurde mit der Künstlerin gesprochen. Sie berief sich auf ihr Urheberrecht, welches sich ihrer Auffassung nach ausdrücklich auf den realisierten Standort bezog. Vertragliche Regelungen zwischen Stadt und Künstlerin gab es nicht. Mit dem Tod der Künstlerin im Jahr 2012 gingen die Urheberrechte für weitere 70 Jahre an die Erben über.

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