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Schwalbensommer: Glücksbringer gesucht!

Mehlschwalben an der Hammesberger Straße. Fotos: Hans Georg Müller

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die untere Naturschutzbehörde bittet alle Vogelfreunde darum, beobachtete Brutvorkommen von Mehlschwalben, Rauchschwalben und Mauerseglern in Remscheid zu melden. Sie freut sich über jeden Hinweis unter Tel. 163548 oder 162838. Mehl- und Rauchschwalbe gelten als Glücksbringer und Sommerboten hier im Bergischen. Als Zugvögel kommen sie jedes Jahr etwa im April aus den Winterquartieren in Afrika zu uns zurück, um ihre angestammten Brutplätze aufzusuchen. Auch nach Remscheid sind die lebhaften Vögel pünktlich zurückgekehrt. „Wenn Schwalben am Haus brüten geht das Glück nicht verloren“, sagt ein altes Sprichwort. Glaubt man dem Volksmund, so bringen Schwalben den Gebäuden, unter deren Dächern sie ihre Nester bauen, Glück. Durch ihre Anwesenheit sollen Blitz, Hagel, Sturm und anderes Unheil abgewehrt werden.

Noch leben die Mehl- und Rauchschwalben in unserer Stadt – und gleichfalls auch die nicht verwandten Mauersegler, die wegen ihres ähnelnden Äußeren leicht mit den Schwalben verwechselt werden. Um den Bestand dieser Arten steht es in Nordrhein-Westfalen allerdings immer schlechter, weswegen diese Tiere und auch ihre Niststätten ganzjährig durch das Bundesnaturschutzgesetz und EU-Recht geschützt sind.

Ziel der unteren Naturschutzbehörde ist es nun, mit Hilfe der Remscheider Bevölkerung die Vorkommen (Brutkolonien, beflogene Nester) der Mehlschwalben und Mauersegler sowie die Brutplätze und Nestzahlen der Rauchschwalben zu erfassen:

Zwei Schwalbenarten nisten in Remscheid, jeweils an unterschiedlichen Orten. Die Mehlschwalbe findet sich außen an Gebäuden. Sie wirkt mit ihrer dunklen Oberseite und ihrem weißen Bauch und Bürzel als hätte sie buchstäblich im Mehl gesessen. Im Flug sind die Mehlschwalben an ihren kurzen eingekerbten Schwänzen, der leuchtend weißen Unterseite und dem weißen Bürzel zu erkennen. Aus Lehm, den sie aus Pfützen holen, wird ein kugeliges Nest mit kleinem Einflugloch weit oben unter dem Dachüberstand geklebt.

Schwalben halten ihr Nest sauber. Anfangs tragen die Eltern den Kot aus dem Nest. Später „entsorgen“ die Jungvögel ihn selbst über den Nestrand hinweg. Eigenheimbesitzern und Hausverwaltungen platzt dann leicht der Kragen: Sie schlagen die Nester ab – manchmal inklusive Eiern oder Jungvögeln. Dies ist nicht nur verboten, sondern auch nutzlos: Schwalben sind ortstreu und bauen an der gleichen Stelle ein neues Nest. Abhilfe schaffen unter dem Nest montierte Brettchen. Die fangen den Kot auf und sorgen für eine saubere Fassade. Wenn Kot- oder Schwalbenbretter unter den Nestern angebracht werden, dann sollten diese maximal 20 – 30 cm breit sein, und der Abstand zu den Nestern muss mindestens 60 cm betragen, um freien Anflug für die Schwalben zu gewährleisten und die Nester nicht zu verdunkeln. Der bei der Reinigung der Kotbretter gewonnene Schwalbenkot lässt sich gleichzeitig als hervorragender Blumendünger nutzen.

Die Rauchschwalbe ist innen zu finden. Früher brütete sie gern in Schornsteinen und Rauchfängen, daher auch der Name. Rauchschwalben erkennt man im Flug an ihrem tief gegabelten Schwanz mit den langen Spießen. Der Rücken ist blauschwarz, der Bauch weißlich. Stirn und Kehle sind rostrot. Das offene Schalennest aus Lehm, Speichel und Grashalmen wird an Innenwänden von Gebäuden gebaut. Sie nisten vor allem in Ställen, Scheunen und Reithallen, wo sie auf Simsen unter der Decke oder auf Balken ihre Nester errichten. Ihr Gesang ist ein angenehmes „plauderndes“ Zwitschern, sie rufen „tswit“.

Leicht zu verwechseln mit den Schwalben ist der Mauersegler durch seine langen, gebogenen Flügel, kurzen Schwanz und bis auf den weißen Kehlfleck dunkles Gefieder. Vor allem gegen Abend jagt er mit einem schrillen „srih“ über Dächer und hohe Gebäude, der Flug ist „reißend“. Die Nester selbst sind kaum zu entdecken, nur durch ihren An- und Abflug verraten die Tiere ihre Anwesenheit. Die Mauersegler nutzen Nischen und Höhlen an hohen Hausmauern und im Dachbereich.

Noch vor einem Jahrhundert waren Mehl- und Rauchschwalbe weit verbreitet. Heute ist ihr Bestand so weit zurückgegangen, dass sie auf der Roten Liste bedrohter Vogelarten stehen. Ein Nestbau ist durch glatte Fassaden nicht mehr möglich. Auch finden die Schwalben nicht mehr genügend Nestbaumaterial und Nahrung aufgrund zunehmender Flächenversiegelung. In Bereichen, wo es noch Brutgelegenheiten gibt, sind die Zugvögel oft nicht willkommen, auch weil einmal bezogene Brutstätten oft über viele Jahre hinweg immer wieder aufgesucht werden.

Eine große Hilfe für die nützlichen Insektenvertilger ist, sie am eigenen Gebäude zu dulden. Wer aktiv etwas tun will, sorgt für ein paar Pfützen im Garten, in Einfahrten oder auf Wegen, die bei trockenem Wetter mit Wasser aufgefüllt werden, damit Mehl- und Rauchschwalben die Möglichkeit haben lehmiges Nistmaterial zu sammeln. Für ein ausreichendes Insektenangebot, mit dem die Schwalben ihre Jungen aufziehen können, sorgen naturnah gestaltete Gärten und Hecken. Leicht kann den Rauchschwalben geholfen werden, indem Einflugmöglichkeiten in die Gebäude wie kleine Fenster oder Luken offen gehalten werden.

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