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Lennep hat so manche Helfer bei der Ahnenforschung

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Kennen Sie diese Häuser noch? Dieser Tage suchte ein genealogisch interessierter Herr danach, weil Vorfahren der Familie in früheren Zeiten dort ein Haus besessen hatten.  Er schrieb mir: „Im Rahmen unserer Ahnenforschung waren wir in der vergangenen Woche in Lennep, wo der Großvater meiner Frau geboren ist: Hugo Otto Burghoff (1879-1942). Sein Vater war August Burghoff (1845-1915), der Schumacher war und verheiratet mit Emma Ackermann. Wir haben das Stadtarchiv  in Remscheid besucht. Auch haben wir mit Willi Oberlis vom Pilgerbüro gesprochen. Anbei ein Bild des Elternhauses aus unserem Familienarchiv, datiert 1910. Auf dem Foto steht geschrieben, dass die Adresse Hindenburgwall ist. Im Adressbuch von 1903 haben wir gesehen, dass die Familie im Haus Alleestraße 5 lebte. Es gab zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Namensänderung der Straße. 1922 wurde der Name der Straße wiederum geändert und hieß dann Thüringsberg. Eines der Kinder, Hugo Burghoff (1879-1942) ist der Großvater meiner Frau. Im Alter von 15 Jahren begann er bei der Firma Schlieper zu arbeiten, und 1898 ging er für die Firma nach Niederländisch-Ostindien.  1909 gründete er ein eigenes Unternehmen: die Borneo Industrie Maatschappij. Er war auch Vorsitzender des Deutschen Vereins in Surabaya. Möglicherweise wurde er  durch die Unternehmer in der Alleestraße inspiriert, selbst Unternehmer zu werden. Vielen Dank für Ihre Hilfe."

Gern geschehen, kann man da nur sagen. Das Remscheider Stadtarchiv, das Lennepbüro von Lennep Offensiv und das Lenneparchiv Schmidt arbeiten halt gut zusammen. So erhielt der Herr bzw. seine Familie Namen, Daten, Fakten und Fotos. Gestern schrieb ich ihm zurück: „Die in Frage stehenden alten Häuser standen direkt an der heutigen Straße "Am Thüringsberg". Hinter ihnen, vor dem späteren Fabrikgebäude von 1910, gab es noch einen Durchgang zum Kaiserplatz, dem heutigen Mollplatz. Heute befinden sich auf dem Areal der beiden alten Häuser nur Parkmöglichkeiten. Das Areal wurde zu diesem Zweck in den 1960er Jahren aufgeschüttet. Die beiden alten bergischen Fachwerkhäuser stammten noch aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, aus der Zeit vor dem ersten Lenneper Ur-Kataster. Damals war das Areal angrenzend zum heutigen Mollplatz industriell genutzt, d.h. es gab kleinere Fabrikwerkstätten mit Wohnhäusern dazu. Dass alles das tiefer gelegen war, dies erklärt sich daraus, dass sich hier ursprünglich ein Ausläufer der beiden Teiche befand, die sich heute überwölbt über den ganzen Thüringsberg hinziehen. Hier wurden noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Postpferde getränkt oder wie man sagt "in die Schwemme geritten".

Ich habe die beiden alten Häuser noch gekannt, ich bin 1947 geboren und kam zum Kindergarten und zur Volkschule bzw. Gymnasium an dieser Stelle immer vorbei (1951-1966), da ich am Mollplatz wohnte. Die im Jahre 1960 abgerissenen Häuser waren zuvor schon längere Zeit unbewohnt, wir Schüler warfen dort mit Steinen die alten Fenster ein. Nach dem zweiten Weltkrieg haben dort aber noch Leute gewohnt. Meine älteren Cousins erinnern sich, dort im Winter "Klingelmännchen" gespielt zu haben, indem sie Schneebälle auf  einen in einer Vertiefung befindlichen Klingelknopf warfen. Wahrscheinlich würde man heutzutage die beiden Häuser nicht mehr so ohne weiteres beseitigen können wie in den 1960er Jahren, als man  in Lennep begann, "Stadtsanierung" zu betreiben. Ich habe übrigens über die Entstehung der Straße "Am Thüringsberg" schon öfters mal was geschrieben, weil vieles dort mit meiner Familie zusammenhängt. Schauen Sie doch mal in diesen Aufsatz rein: https://www.lennep.eu/lenneps-unterwelt-baeche-teiche-und-kanaele/. Dort finden Sie u.a. eine Zeichnung meines Urgroßvaters Albert Schmidt, auf der die gesuchten alten Häuser eingezeichnet sind. Übrigens taucht in diesem Zusammenhang der Name Wülfing auf, das war eine frühe Familie der Lenneper Tuchproduktion, ein Teil davon wurde später zur Weltfirma.“

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Kommentare

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Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Lieber Waterbölles, vielen Dank, dass Sie den Beitrag gebracht haben, mit vereinten Kräften kommt oft dann noch mehr Historisches zusammen, mehr noch, die persönlichen Erinnerungen sind wertvoll, und die meisten Remscheider wollen die nicht missen. Ich bekam jetzt noch eine Erinnerung einer ehemaligen Lenneperin mitgeteilt, ursprünglich von der Lüttringhauser bzw. Endringhauser Straße. Sie lebt bei Toronto in Kanada und ist seit langem im Verteiler meines Lenneprundbriefs. Sie schrieb, dass sie in den 1950er Jahren am Thüringsberg 5 im ersten Stock noch Klavierunterricht erhielt, von einem Herrn, der auch Kantor bei der Katholischen Kirche in Lennep war. Seine Familie habe ich noch bis 1968 im Adressbuch nachweisen können.

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