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Wie das neue Lichtkonzept die Innenstadt verändern soll

Lebendiger durch dynamisch steuerbare Beleuchtung“, titelte der Waterbölles am 21. Juni zum neuen Beleuchtungskonzept für die Remscheider Innenstadt. Es beschreibt auf 112 Seiten, wie künftig für rund 3,2 Millionen Euro Straßen, historische/stadtprägende Gebäude, Plätze und Parks besser in Szene gesetzt werden sollen. Optisch hervorgehoben durch eine durch ruhige, abgestimmte und elegante Beleuchtung, wie Dipl.-Ing Olga Westermann, Landschafts- und Freiraumplanerin beim  Lichtplanungsbüro „Studio Dynamisches Licht“ (Studio DL) in Hildesheim, damals den Mitgliedern der Bezirksvertretung Alt-Remscheid erläuterte.

Weil die Fraktion der Grünen weiteren Beratungsbedarf anmeldete, wurde das Beleuchtungskonzept Ratssitzung am 4. Juli auf September vertagt. Den Förderantrag an das Land, der bis Ende September angegeben werden muss, kann die Stadtverwaltung bis dahin aber schon vorbereiten. Auf diesen Kompromissvorschlag von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz verständigte man sich in der Ratssitzung nach längerer hartnäckiger Diskussion, bei der es u.a. um die Frage ging, mit welcher Stromart („Öko“?) die neuen Straßenlampen betrieben werden sollen. In der BV hatte Beatrice Schlieper von den Grünen nach einer möglichen Lichtverschmutzung durch die ihrer Meinung nach dann heller ausgeleuchtete Alleestraße gefragt.

Olga Westermann hatte für die Fußgängerzone eine Lichtinszenierung empfohlen, ebenso für die stadtprägenden Gebäude. Gegenwärtig sei die Stadtsilhouette bei Nacht kaum noch erkennbar. Wie überhaupt die Stadt Remscheid nicht gerade überbeleuchtet sei. Das neue Beleuchtungskonzept sieht als „Beitrag zur Wiederbelebung der Innenstadt“ vor, dass die oberen Partien besonders angestrahlter Gebäude und Türme kühler, die unteren Partien dagegen wärmer inszeniert werden zwecks besserer Kontrastbildung.

Beleuchtungskonzepte und Lichtmasterpläne leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Entwicklung des öffentlichen Raumes und erhöhen die Lebensqualität in den Städten. Der Lichtmasterplan für die Remscheider Innenstadt „soll der Stadtplanung als Werkzeug für mindestens die kommenden 15 Jahre dienen“, heißt es in dessen Vorwort . „Bei der konventionellen Stadtbeleuchtung sind die Verkehrssicherheit und die normgerechte Straßenbeleuchtung sowie betriebswirtschaftliche Aspekte, aber auch gestalterische Elemente von Relevanz. Beim Leuchtendesign sind Ästhetik und Kapitalaufwand abzuwägen, beim Einsatz der Leuchtmittel stehen Lichtfarbe, Anschlussleistung und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Mit dem zunehmenden Einsatz der LED-Technologie haben sich die Anforderungen um ein Vielfaches erweitert: Lichtmanagement, Lichtszenarien, geänderte Betriebskosten sowie Wartungsarten und -intervalle haben sich stark verändert. Zudem hat die Informationstechnologie Einzug in den Alltag von Betreibern kommunaler Beleuchtungsanlagen gehalten.“

Mit den Vorteilen der neuen Technologien habe sich jedoch das nächtliche Stadtbild nicht nur zum Positiven verbessert. Durch die direkte Lichtlenkung der LED-Straßenbeleuchtung, die lediglich auf die Fahrbahnbeleuchtung ausgerichtet wurde, trete der Stadtraum als solcher in den Hintergrund. „Die zuvor unabsichtlich erhellten vertikal begrenzenden Fassaden des Stadtraumes, die in höchstem Maße der Orientierung dienen, verschwinden dadurch fast komplett in der Dunkelheit. Das hat höchst negative Auswirkungen auf den nächtlichen Stadtraum. Gleiches gilt auch für andere Aspekte der Stadtbeleuchtung, wie z.B. bunte Fassaden- und Werbebeleuchtungen, Werbe- und Fremdlicht. Sinn und Zweck des Lichtmasterplanes ist die Akzentuierung der stadtbildprägenden Bauwerke und Objekte, wie z.B. des Rathauses, der Stadtkirche sowie der Gebäude, die eine wichtige Rolle für die Stadtsilhouette spielen und die Herausarbeitung der übrigen bedeutsamen Stadträume mit Licht.“ Neben den stadtgestalterischen Aspekten seien die Neuordnung und die Optimierung des Leuchteneinsatzes und die damit verbundenen ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen weitere wichtige Bestandteile des Lichtmasterplans. Alle diese Maßnahmen sollen nicht nur zu mehr Qualität im öffentlichen Raum in den Abendstunden führen, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung des Sicherheitsgefühls der Einwohner leisten, so das neue Konzept. ((im Bild Lichtbeispiele aus Westermanns Vortrag)

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Kommentare

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Norbert Landen am :

Frau Schlieper ortet Lichtverschmutzung. Die Grünen sind nicht mehr auf der Höhe.

Chronist am :

„Der Masterplan sieht eine Dimmung oder Teildimmung vor, so dass sich die Beleuchtung steuern lässt. Es sollen aus-schließlich LED-Leuchtmittel Verwendung finden. Für den Bereich der Innenstadt wird bei 1.393 Lichtpunkten mit einer Senkung des Stromverbrauchs von derzeit ca. 505.000 kWh auf 302.000 kWh gerechnet. Zur Frage CO2-neutraler Stromquellen trifft das Konzept keine Aus-sage. Die Frage des Insektenschutzes ist abhängig von der Höhe der Beleuchtung, der Streuwirkung und der Farbanteile des Lichts. Die Beeinträchtigung der Insekten wird deutlich geringer sein als im Ist-Zustand. Die Frage der Beeinträchtigung des Biorhythmus der Bäume befindet sich in der wissenschaftlichen Diskussion und muss im Einzelfall betrachtet werden. Bäume reagieren insbesondere auf einen hohen Rotanteil im Licht; derartige Lichtquellen sind jedoch nicht vorgesehen.“ (aus dem Protokoll der Ratssitzung vom 4. Juli)

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