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Negativzinsen sind wahrscheinlicher als ein Zinsanstieg

Von den 316 Mitarbeiter/innen der Stadtsparkasse wünschte sich Michael Wellershaus, der künftige Chef der Stadtsparkasse Remscheid, in der Stadt gut vernetzt zu sein. Das lebt der 44-Jährige vor, der 1974 in Lennep geboren wurde und heute mit Ehefrau, Sohn und Tochter in Lüttringhausen wohnt: Er macht Sport (Fußball und Tennis): Er ist bei Möhrchen e.V. und den Rotariern aktiv und pflegt auch sonst in der Stadt gute Kontakte. Auch zur Politik, etwa zu den Mitgliedern des Verwaltungsrates der Stadtsparkasse mit dem Vorsitzenden, Oberbürgermeister Burkhard mast-Weisz. Das Gremium nehme seine Aufgabe wirklich ernst, so Wellershaus am Freitag in einem Pressegespräch, und man nahm ihm ab, dass dieses Los ehrlich gemeint war.
Der OB hat die Stadtsparkasse als das größte Geldinstitut in Remscheid (Bilanzsumme von 1,61 Millionen Euro, 75 000 Konten) im Blick, wie er am Freitag bestätigte. Er weiß, dass der Bankensektor weltweit vor Veränderungen steht. In den Finanz- und Kapitalmarkt drängen Google, Amazon und Facebook. Und die Regulierungsbehörden werden wohl auch künftig versuchen, den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die man in den anderen europäischen Ländern in dieser Form nicht kennt, das Leben schwerer zu machen. Da sei es ihm wichtig, so der OB, dass Aufsichtsrat und Vorstand der Stadtsparkasse mögliche Veränderungsprozesse gemeinsam gestalten und die Führungsmannschaft („2plus1-Spitze“) alsbald wieder komplett sein werde, wenn der bisherige Vorstandsvorsitzende Frank Dehnke Anfang Januar zur Sparkasse Oberhessen gewechselt sei.

Der Vertrag mit dem stellvertretenden Vorstandsmitglied Herbert Thelen wurde gerade erst für weitere fünf Jahre bis Ende 2024 verlängert; er bleibt für sämtliche Vertriebsbereiche verantwortlich, zu denen sowohl die Privat- und Firmenkunden sowie das Immobiliencenter inklusive Baufinanzierung, als auch Private Banking, S-Vermögensmanagement, Versicherungsservice und der Mediale Vertrieb gehören. Und weil Wellershaus als neuer Vorstandsvorsitzender die Aufgaben von Frank Dehnke übernimmt (Personalentwicklung, Organisationsprozesse und Revision) wird nach dem unverändert bleibenden Geschäftsverteilungsplan das zweite (neue) Vorstandsmitglied (egal, ob Mann oder Frau, von außerhalb oder ein „Eigengewächs“) das Rechnungswesen, die Regulatorik, der Bereich der Stresstests und die Stiftung der Stadtsparkasse zu verantworten haben.

Noch während der Sommerferien will der Oberbürgermeister dem Haupt- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung einen Personalvorschlag machen. Der Wunsch nach einer Frau im Sparkassenvorstand war schon vor einigen Wochen aus der Politik an ihn herangetragen worden. Burkhard Mast-Weisz hat da keine Präferenzen, wie er betonte. Mit einer Ausnahme: „Wir wollen den besten Bewerber / die beste Bewerberin!“ Das Dreier-Team sieht er allerdings nicht auf ewig in Stein gemeißelt – andere Sparkassen haben ihre Leitungsebenen längst verkleinert. Aber „Die digitalen Herausforderungen der nächsten Jahre erfordern ein bewährtes Team!“ Ob das als Hinweis darauf zu verstehen war, dass das neue Vorstandsmitglied aus den Reihen der leitenden Mitarbeiter/innen Sparkasse kommen könnte? Dazu schwieg der OB.

Mit „Eigengewächsen“ hat die Stadtsparkasse Remscheid gute Erfahrungen gemacht: Frank Dehnke und Michael Wellershaus kletterten beide bei der Stadtsparkasse Remscheid die Berufsleiter empor – vom Azubi bis zum Vorstand. Wellershaus begann nach dem Abitur, das er am Gymnasium Wermelskirchen abgelegt hatte, bei der Stadtsparkasse Remscheid 1994 eine Lehre als Bankkaufmann. In der Folgezeit durchlief er alle Ebenen der beruflichen Fort- und Weiterbildung in der Sparkassenorganisation (Sparkassenfach- und Betriebswirt, Dipl.-Sparkassenbetriebswirt) und schloss im September 2010 das Studium zum Master of Business Administration (MBA) an der Wirtschaftsuniversität Wien ab. Nach langjähriger Tätigkeit im Firmenkundengeschäft übernahm er 2006 die Leitung der Gesamtbanksteuerung (Rechnungswesen und Controlling). 2014 wurde er Verhinderungsvertreter des Vorstands; seit 2015 ist er Mitglied des Vorstands.

Seine Wahl zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Remscheid ab 1. Januar 2020 sei im Aufsichtsrat wie im Haupt- undf Finanzausschuss einstimmig ausgefallen, verriet am Freitag der Oberbürgermeister. Und Michael Wellershaus bekannte, er verbinde mit dieser Aufgabe Stolz und Ehre, Respekt und Demut. Ihm sei es ein Anliegen, dass die Sparkasse ihr soziales Engagement beibehalte. Der Oberbürgermeister, dessen finanzielle Spielräume im Rathaus auch in den nächsten Jahren eng bleiben werden, hörte das gerne. Immerhin gibt die die Stadtsparkasse über ihre Stiftung für gemeinnützige Zwecke zwischen 500.000 und  600.000 Euro aus, im vergangenen Jahr verteilt auf  280 Projekte.

Kontinuität halten der Aufsichtsratsvorsitzende Mast-Weisz und der Vorstandsvorsitzende Wellershaus aber auch auf einem anderen Gebiet für sehr wichtig: „Die Nähe zu den Menschen!“ Beide verteidigten am Freitag zwar die Schließung von Zweigstellen in den Stadtteilen als eine Folge des Online-Bankings, durch das der eigene PC zuhause oder das Smartphone in der Jackentasche den Gang in eine Sparkassen-Filiale oder die Schalterhalle der Hauptstelle an der Alleestraße erübrige. Aber bei aller digitalen Technik, die unaufhaltbar sei, müsse die Sparkasse den Bürgerinnen und Bürger persönliche Ansprechpartner bieten. Zumal sich Konjunktur weltweit wieder etwas eintrüben könnte. Negativzinsen erwartet der neue Sparkassenchef jedenfalls eher als einen Zinsanstieg.

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Kommentare

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Norbert Landen am :

Keine Zinsen mehr für ein Sparkonto, Zweigstellen geschlossen. Der Service wird heruntergefahren, aber ein drittes Vorstandsmitglied, und der Verwaltungsrat stimmt dem zu. Unglaublich, aber wahr.

Heinz Wäscher am :

Die Zusammensetzung des Verwaltungsrates lässt sich aber glücklicherweise durch Stimmabgabe bei der nächsten Kommunalwahl mit beeinflussen.

Lothar Kaiser am :

Hallo, Herr Wäscher, warum schreiben Sie so bedeutungsschwanger? Sagen Sie doch ruhig, was Sie sich wünschen. Und vor allem - warum??? Zum Glück ist das in unserer Gesellschaft (noch?) möglich. Man muss diese Meinung dann ja nicht teilen.

Heinz Wäscher am :

Der Verwaltungsrat einer (Stadt-)Sparkasse, dessen Aufgabenbereich im § 15 des Sparkassengesetzes geregelt ist, setzt sich ja nicht aus gänzlich unbekannten Menschen zusammen. Im Geschäftsjahr 2017 bekleidete der Oberbürgermeister den Vorsitz - weiterhin gehörten 2017 dem Verwaltungsrat an: Kurt-Peter Friese, Peter Otto Haarhaus (verstorben am 3.3.2017), Jochen Siegfried, Jens-Peter Nettekoven, Rosemarie Stippekohl, Lothar Krebs, Sven Wolf, York Edelhoff, Brigitte Neff-Wetzel sowie Wolf Lüttinger. Als Stellvertreter/-innen fungierten: Ralf Wieber, Bernd Quinting, Norbert Schmitz, Ottmar Gebhardt, Thomas Friedrich Kase, Lothar Sill, Ilona Kunze-Sill, Fritz Beinersdorf sowie Jutta Velte. Bei einer Kommunalwahl wird also auch indirekt die (politische) Zusammensetzung des Verwaltungsrates der Stadtsparkasse mitbestimmt - ihm gehören ja weiterhin noch zehn Personalvertreter/-innen an.

Gerd Rothbrust am :

Ich habe mich bis jetzt noch nicht intensiv mit den Organen einer Sparkasse beschäftigt. Nach dieser Diskussion und (sehr) kurzem, unvollständigem Einlesen war ich erstaunt: Der Verwaltungsrat überwacht den Vorstand. Überwachen bedeutet: Umfangreiche Kenntnisse der zu überwachwenden „Sache“. Mir stellt sich nun die Frage: Reicht eine Parteizugehörigkeit aus um die nach §13 Abs.3 des Sparkassengesetzes geforderte Qualifikation zu besitzen?

Heinz Wäscher am :

Haben Sie im Sparkassengesetz für NRW nachgelesen? In Deutschland unterliegen die Sparkassengesetze dem Landesrecht, es gibt deswegen für NRW ein eigenes Sparkassengesetz.

Heinz Wäscher am :

§ 15 (4) des Sparkassengesetzes für NRW behandelt unter dem Unterpunkt d) Folgendes: 4) Der Verwaltungsrat beschließt auf Vorschlag des Vorstandes über ... d) die Eröffnung und Schließung von Zweigstellen; dies gilt nicht für Zweigstellen, die ausschließlich automatisierte Bank- oder Finanzdienstleistungen erbringen, ...

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