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Unabhängige Medien leider nicht jedermanns Sache

Ansgar Lange, Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Remscheid, hat sich auf Facebook Gedanken gemacht über die Pressearbeit der Parteien. Zitat: „Ich kann die Aufregung darüber, dass Parteien verstärkt auf Social Media setzen und dabei angeblich die klassischen Medien umgehen, nicht verstehen. Früher waren Politik und Medien aufeinander angewiesen. Inzwischen haben Lokalzeitungen bis hin zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk einen drastischen Bedeutungsverlust erlitten. Zudem berichten Redakteure teilweise sehr selektiv und greifen nur das auf, was ihrer Gesinnung entspricht.“ Als „bestes Beispiel“ dafür nennt Lange die Grünen. Die seien nach der Europawahl „selbst in den kleinsten ‚Käseblättern‘ hofiert und bejubelt“ worden. Dagegen würden Pressemitteilungen anderer Parteien, die gerade mal vermeintlich nicht so angesagt sind, ignoriert. „Man könnte von einem Lückenjournalismus oder selektiven Journalismus sprechen“, so Lange. Wer könne es da den Parteien verdenken, „dass sie ihre Wähler, Mitglieder und die Bürger auch auf anderen Wegen informieren möchten?“ Der Vorteil dieser Art von Öffentlichkeitsarbeit: Kein Redakteur kürzt den Text, fragt nach oder kommentiert gar.

„Newsroom-Pläne der Landesregierung bedrohen die Pressefreiheit“, überschrieb der der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), Landesverband Rheinland-Pfalz, in Juni eine Pressemitteilung zur Absichtserklärung der Landesregierung von Rheinland-Pfalz, aus der eigenen Pressestelle einen Newsroom zu entwickeln. Es sei nicht Aufgabe einer Regierung, Informationen zu bündeln, zu vernetzen und zu analysieren, sondern das seien originäre Aufgaben der Journalistinnen und Journalisten und somit der freien, unabhängigen Medien, so der DJV damals. Stimmt. Die Politik sollte sich darauf beschränken, Regeln und Handlungsrahmen für die Kommunikation in den Online-Medien zu schaffen, und nicht den klassischen Medien mit einem kostenfreien Informationsangebot selbst Konkurrenz zu machen. So gerieten diese Medien nur weiter unter wirtschaftlichen Druck, was die Bedingungen für einen Qualitätsjournalismus weiter verschlechtere, stellte der DJV zu Recht fest.

Zurück zu Remscheid und dem Facebook-Kommentar von Ansgar Lange. Fakt ist: Die CDU Remscheid hat den v on Lange beklagten „Lückenjournalismus“ selbst befördert. Indem sie vor geraumer Zeit aus Ärger über einige kritische Kommentare den Waterbölles aus ihrem Presseverteiler strich – statt sich mit den Kommentaren (gerne kritisch) auseinanderzusetzen. Auch Einladungen zu Kreisparteitagen erhält der Waterbölles seitdem nicht mehr. Das könnte eine Art von Öffentlichkeitsarbeit sein, die auch bei der AFD Schule machen könnte: Bedient wird nur, wer alles unkritisch durchwinkt. Unabhängige Medien in einer demokratischen Gesellschaft sind leider nicht  jedermanns Sache.

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Kommentare

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Antonio Scarpino am :

Ich teile die Einschätzung, dass Politik und Medien aufeinander angewiesen sind. Mehr noch: unsere Demokratie bzw. unsere Gesellschaft sind darauf angewiesen, dass Politik und Medien jeweils ihre Arbeit machen. Gute Politik macht derjenige, der sich kritischer nachfragen gerne stellt. Guten Journalismus zeichnet sich dadurch aus, dass er auch gerne mal den Finger in die Wunde legt und die Politik im positiven Sinne fordert. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die (gedruckte) Zeitung aus den Kiosken verschwindet. Es ist mittlerweile die Ausnahme geworden, dass es in einer Stadt mehr als eine Zeitung gibt. Das bereitet mir ein wenig Angst. Die Frage, wie die Verlage ökonomisch stabilisiert bzw. die Journalist*innen nachhaltig vernünftig entlohnt werden können, ist existenziell für uns alle - eine Welt nur aus Self-Made-Medien möchte ich mir nicht vorstellen. Vor Ort in Remscheid haben wir eine fast noch luxeriöse Situation, auch wenn die beiden großen Zeitungen hier auch schon "kooperieren" müssen: RGA, BM, Radio RSG, LA, Waterbölles, RS1.TV und auch Lüttringhauser.de - das ist schon eine bemerkenswerte Vielfalt, die möglichst lange erhalten bleiben sollte.

Eija Tirkkonen am :

"Das könnte eine Art von Öffentlichkeitsarbeit sein, die auch bei der AFD Schule machen könnte: Bedient wird nur, wer alles unkritisch durchwinkt." Das ist harter Tobak, wenn man die tendenziösen Verkürzungen und Weglassen von SPD-kritischen Passagen in Kommentaren durch Lothar Kaiser berücksichtigt. Facebook Kommentare, Meinungsäußerungen in verschiedenen Plattformen oder news-rooms von Parteien, sind doch nur dann kritisch zu betrachten, wenn sie die einzige Informationsquelle für Bürger darstellen. Die Jouranlisten können selbst viel für die Vielfalt tun: Investigativ berichten können nur freie Journalisten.

Lothar Kaiser am :

Kommentare in diesem Blog - auch in denen von Leserinnen und Lesern -sollten frei sein von Gerüchten und Unterstellungen. Diesbezüglich hatte ich in der Vergangenheit schon oft mit Zuschriften von Frau Tirkkonen meine Mühe. Da es in diesem Fall aber nur mich betrifft – sei’s drum!

Heinz Wäscher am :

Dieses neumodische Internetz bietet doch die zuvor nicht bestehend Möglichkeit, sich auf den Internetpräsenzen nahezu sämtlicher politischer Gremien selber darüber zu informieren, was von den gewählten Mandatsträger/-innen für wichtig erachtet wird und was nicht - ein schönes Beispiel stellt meiner bescheidenen Meinung nach diese Seite des Bundestages dar: https://www.bundestag.de/hib

Horst Klaeuser am :

Überall, bei Parteien, vermehrt auch in Bundesministerien, entstehen sogen. "Newsrooms", ein Wort, dem Englischen entlehnt, das eigentlich echten Redaktionen vorbehalten sein sollte. In den meisten Fällen sind es nichts weiter als Presse- und PR-Stellen, die sich das Mäntelchen neutraler Information umhängen. Gegen Pressearbeit von Parteien, Ministerien, NGOs, Verbänden etc. ist aus Sicht von Journalisten überhaupt nichts zu sagen. Im Gegenteil. Problematisch wird es, wenn diese Newsrooms sich den Anschein geben, unabhängig und objektiv zu berichten und gestalterisch wie textlich wie Medien darstellen. Dies ist die Vortäuschung journalistischer Arbeit. Denn eine Redaktion wählt aus, gewichtet, erklärt, bewertet, ordnet ein, wägt ab und - ganz wichtig - holt immer auch die Meinung anderer ein ("audiatur et altera pars" - „Man höre auch die andere Seite.“) Dies ist ein eherner Grundsatz aller journalistischer Arbeit, der sich ein Partei-"Newsroom" natürlich nicht verpflichtet fühlt. Wenn dann zu lesen ist, dass einzelne Medien bewusst nicht mehr zu Presseterminen eingeladen, resp. nicht mit Pressemitteilungen versorgt werden, offenbart sich hier nicht nur schlechter Stil, sondern ein höchst merkwürdiges Verständnis von Meinungsfreiheit, Journalismus und ganz offensichtlich ein gehöriges Minderwertigkeitsgefühl. Merke: wer sich als Politiker der Öffentlichkeit nicht stellt, hat darin auch nichts verloren.

Gerd Rothbrust am :

So richtig verstehe ich die Aufregung nicht! Ob eine politische „Informationsplattform“ Newsroom oder Pressestelle heißt, ist nebensächlich! Im Impressum steht der „Besitzer“, somit kann jeder den Inhalt einordnen! Zudem beweist die Aussage von Ansgar Lange die Macht, den Einfluss, die „Tödlichkeit“, der (freien…?) Presse! Erschreckend ist allerdings wie „gnadenlos“ den „Social“(= helfend…?) Medien vertraut wird!

Horst Klaeuser am :

Könnte es sein, Herr Rothbrust, dass in Sachen Journalismus, redaktionelle Arbeit und Medien noch ein bisschen tiefere Kenntnis helfen könnte? Damit bezweifele ich nicht, dass Sie Zeitungen lesen (können), das Internet bedienen und auch in "social media" zu Hause sind, sondern professionelle Abläufe und Aufgaben von uns Journalisten nicht wirklich kennen.

Gerd Rothbrust am :

Es geht hier nicht um Arbeitsabläufe in Redaktionen, Herr Klaeuser: Der Streitpunkt ist ein vermuteter Angriff auf die Pressefreiheit! Für mich sind Newsrooms der Parteien NUR Werbeplattformen! UND wenn Herr Kaiser von einer Remscheider Ratsfraktion „stiefmütterlich“ behandelt wird, hat er als professioneller Journalist bestimmt andere Möglichkeiten! Das Verhalten der angesprochenen Ratsfaktion bestätigt meine These!

Lothar Kaiser am :

Hallo Herr Rothbrust, ich frage mich, was an diesem Satz von Horst Kläuser missverständlich sein soll: "Wer sich als Politiker der Öffentlichkeit nicht stellt, hat darin auch nichts verloren."

Gerd Rothbrust am :

An dem Satz ist nichts Missverständliches, Herr Kaiser! Bleibt die Frage: Wie ist „sich der Öffentlichkeit stellen“ definiert?

Eija Tirkkonen am :

Ein ausgebildeter Journalist, der seine Handwerk beherrscht, wird sicherlich für einen "newsroom" einer Partei eingesetzt. Dass die journalistisch fundierte Handwerk nicht immer mit der unabhängigen Haltung eines Journalisten einhergeht, steht sicherlich außer Frage für viele seriöse Zeitungen. Jeder in Deutschland weiß, welche politische Richtung die überregionalen Zeitungen vertreten. Wäre es also nicht zu beanstanden, wenn der angekündigte newsroom der CDU nicht als CDU newsroom deklariert würde? Ist das nicht ehrlicher, klar zu einer Partei zu bekennen? Was ist Waterbölles, wenn nicht newsroom der SPD? (In Frageform, damit ich nicht wegen Gerüchteverbreitung gesperrt werde.)

Eija Tirkkonen am :

Viel mehr als zusätzliche newsrooms der Parteien ist der gemütliche Schulterschluss der unabhängigen Journalisten mit der Macht anzuprangern. Man kennt sich, trinkt gemeinsam Wein oder Bier. Lacht über dieselben Witze und hakt bei kritischen Stellen nicht mehr nach. In dieser Komfortzone entsteht reine Hofberichterstattung. Das ist nicht nur verfehlte journalistische Aufgabenerfüllung, sondern lässt eine der wichtigen Säulen unserer Demokratie zerbröckeln, nämlich Kontrolle der Macht.

Lothar Kaiser am :

Frau Tirkkonen, haben Sie sich schon das Video-Interview von Herrn Lange mit Herrn Nettekoven (beide CDU) angesehen? Sie finden es hier: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2904865269540453&id=547599508600386.

Chronist am :

Bei der Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises hat der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist, die Einführung eines Gütesiegels für Qualitätsjournalismus vorgeschlagen. Angesichts der Bedrohung freiheitlicher Demokratien durch Fakes und Manipulationen im Netz sei es wichtig, den Nutzerinnen und Nutzern Hilfen für die Einordnung von Informationen zu bieten. Grundlage könne ein „einfacher Kriterien-Katalog mit klaren Botschaften“ sein – bezogen auf Recherche, Quellentransparenz, Faktenchecking und Recht auf Gegendarstellung. Mit einem „Aktionsprogramm für freie und unabhängige Medien“ will die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag dafür sorgen, dass die professionelle Berichterstattung der Medien gesichert wird. Dazu gehören vordringlich der Ausbau der Informationspflicht von Behörden, die Wahrung des Berufsgeheimnis- und Informantenschutzes in allen Prozessordnungen, die Förderung des investigativen Qualitätsjournalismus‘ sowie der Schutz der Medienschaffenden durch die Sicherheitsbehörden. „Die Umschreibung unseres geliebten Berufes als vierte Macht war mir stets zu martialisch. Jetzt aber, in Zeiten, da Barbaren unsere Zivilgesellschaft attackieren und vor Mord nicht zurückschrecken, ist es der passende Begriff. Den Feinden der Demokratie, auf der Straße oder im Netz, ist zu begegnen mit aller Macht des Staates, aber auch mit unseren eigenen Waffen: Wörtern und Worten. Die werden gelesen. Analog wie digital. Lokal wie regional wie überregional. Wir sind Volkes Stimme. Nicht die anderen. Und wir sind die Mehrheit.“ (Michael Jürgs in seiner (durch Mathias Döpfner vorgetragenen) Rede am 26. Juni zur Verleihung des Theodor-Wolff-Preises für sein Lebenswerk; der frühere stern-Chefredakteur starb am 4. Juli in Hamburg) Quelle: Rundmail der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) von heute.

Gerd Rothbrust am :

Teilweise haben Sie recht Frau Tirkkonen – man kennt/schätzt sich. Ich bin aber nicht „nah genug dran“ um einschätzen zu können, wie weit „teilweise“ geht. Somit beurteile ich Politiker/Parteien weniger nach dem was sie sagen, sondern nach dem was sie tun. Wobei es auch hier schwer ist „Einzeltaten“ herauszufiltern – da bleibt oft nur „Sippenhaft“.

Horst Klaeuser am :

Liebe Frau Tirkkonen, Ihre persönlichen Erfahrungen mit JournalistInnen kann und werde ich nicht beurteilen. Aber ich darf meine eigenen aus mittlerweile 45 Jahren aktiven Journalismus, davon mehr als 40 Jahre bei einer öffentlich-rechtlichen Anstalt dagegenstellen. Das Bild, das Sie zeichnen, ist eine billige Karikatur. Ja, auch wir Journalisten gehen tatsächlich mal ein Bier trinken - sogar mir einem Politiker. Dass wir ihm danach nach dem Mund schrieben und Hofberichterstattung betrieben, grenzt an üble Nachrede und Beleidigung. Glauben Sie ernsthaft, seriöse Medien könnten überleben, wenn sie eine derartige Kumpanei betrieben? Ihre Verallgemeinerungen stellen uns als willfährige Propagandisten da, als korrupte Schreiberlinge, die, weil sie über dieselben Witze lachten, eigene Meinungen und Recherche-Erkenntnisse an der Türe abgäben? Sorry, das ist mies und beleidigt meinen Berufsstand und mich persönlich! Dass es "schwarze Schafe" gibt - geschenkt, in jeder Branche sind sie anzutreffen. Sollten wir mehr vor der eigenen Türe kehren? Ja! Machen wir Fehler? Ja. Aber Ihre Verallgemeinerungen zielen auf etwas ganz anderes ab: sie unterstellen, dass wir nicht ordentlich und unethisch arbeiteten. Von dieser Haltung zum Schlachtruf "Lügenpresse" ist nur ein ganz kleiner Schritt. Dagegen verwahre ich mich. Ich als Journalist würde mich nicht trauen, so etwas dem Berufszweig der Architekten zu unterstellen. Beste, wenn auch enttäuschte Grüße! HK

Ulrike Kaiser am :

Lieber Horst Kläuser, absolut auf den Punkt gebracht. Ich wundere mich immer wieder, mit welcher Verve manche Leute über andere urteilen und dabei kein Vor-Urteil auslassen. Das muss nicht argumentiert und nicht begründet werden, sondern wird mal einfach so dahingeschrieben. Dass man mit solchen Pauschalrundumschlägen auch weit an wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Journalismus vorbeigeht (ja, Frau Tirkkonen, es gibt tatsächlich eine kritische Journalismusforschung), ist dann auch egal. Man muss nicht wissen. Meinen und (ver)urteilen reichen aus dieser Sicht völlig aus, um selbst Meinung zu machen. Wenn Journalistinnen und Journalisten so arbeiten würden, dann hätte unsere Gesellschaft wirklich ein Problem!

Uwe von Lonski am :

Sehr geehrte Frau Kaiser, es erscheint wie ein Déjà-Vu. „Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen“. Die Psychologen David Dunning und Justin Kruger von der Universität Cornell vertieften diese Erkenntnis des Evolutionsforschers Charles Darwin in ihrer gemeinsamen Forschung zum Thema „Kompetenz und Selbstwahrnehmung“ und entwickelten im Jahr 1999 die Theorie des sog. „Dunning-Kruger-Effekts“. Diese Theorie beschreibt das Phänomen, warum unwissende Menschen oft besonders beratungsresistent sind und sich ihrer mangelnden Fähigkeiten nicht bewusst werden können. Gleichzeitig tendieren diese Menschen dazu, die Fähigkeiten anderer zu unterschätzen. Im Umkehrschluss ist es so, dass der Wissende weitaus mehr Respekt vor dem Unterlegenen hat, als dieser für ihn aufbringen kann.

Gerd Rothbrust am :

In einer vielschichtigen, komplizierten Welt, in der „einer“ weiß, ein „anderer“ glauben muss; in der „einer“ vertrauen gelernt hat, ein anderer nur durch misstrauen überlebt hat; in der viele sehr dicht „aufeinander hocken“; ist das Zusammenleben problembehaftet! Ein Mensch ist die Summe seiner Lernbiographie. Diese Lernbiographie besteht aus unzähligen Komponenten. Allerdings Lernen/Dazulernen ist einem Relevanzdetektor und einem Neuigkeitsdetektor unterworfen, d.h.: Sie unterliegen der individuellen Selektion und Interpretation. Weil aber alles biografie- und erfahrungsabhängig ist, nehmen verschiedene Personen Situationen sehr unterschiedlich wahr. Innerhalb dieses Rahmens ist zwar ein Driften möglich, aber diese Driftzone besteht aus subjektiv konstruiertem Wissen. Diese Wissenskonstruktionen sind sehr unterschiedlich, denn menschliche Erkenntnis ist nicht nur kulturabhängig, sondern auch im Laufe der individuellen, familiären und schulischen Entwicklung qualitativen Änderungen unterworfen. Langer Rede kurzer Sinn: Diese Erkenntnis ist im Umgang mit dem Nächsten zu berücksichtigen!

Horst Kläuser am :

Über professionellen Journalismus im Unterschied zu Pressestellen kann man sich anderswo wunderbar schlau machen. Meinungen in Kommentaren machen aber eine Publikation gewiss nicht zu einem "Newsroom". Ein treffendes Beispiel für eine irreführende Pressearbeit liefert heute die Remscheider CDU selbst: sie stellt ein Sommer-"Interview" online, das Herrn Nettekoven im Gespräch mit Ansgar Lange zeigt. Nun ist letzterer alles andere als ein unabhängiger Journalist. Er ist Angestellter der CDU. Geschäftsführer. Ich als tatsächlich tätiger, professioneller Journalist nenne das (Vor-)Täuschung und gehe sogar soweit, so etwas unredlich zu nennen. https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2904865269540453&id=547599508600386

Eija Tirkkonen am :

Leider kann ich die Facebookseite nicht aufrufen, aber auf youtube habe ich das Video gefunden. Im Moment bin ich allerdings am PC ohne Tonwiedergabe, somit kann ich das Interview nicht anhören, aber das muss ich auch nicht. Zumindest auf Youtube ist es ganz klar als Eigenwerbung unter CDU angegeben. Da O-Ton-Videos von Politikern in eigener Sache gang und gäbe sind, ist das Format "Interview", was unredlich sei. Wo ist der Unterschied von einem parteiinternen inzenierten Interview, in dem der Politiker seine Überzeugung zum Besten gibt, zu einem unabhängigen Interview mit OB ohne kritische Nachfragen, Plattform zur Selbstdarstellung? Ist das Letztere nicht der Grund für die mediale Auswüchse in Oppositionsparteien? Beides lese oder höre ich nur mit Widerwillen. Ich wehre mich dagegen, den Leser als einen Minderbemittelten hinzustellen, der völlig der Informationsflut ausgeliefert ist.

Eija Tirkkonen am :

Ein großer Rundumschlag! Vielleicht wage ich doch auf den Ursprung des Ärgernisses hinzuweisen: CDU hat Waterbölles von ihrer Pressearbeit ausgeschlossen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Waterbölles kein unabhängiges journalistisches Produkt ist oder hat jemand schon miterlebt, dass SPD Pressemeldungen verkürzt erscheinen? Dass CDU dieses Spiel irgendwann nicht mehr mitmachen wollte, ist zumindest für mich einleuchtend. Dass die CDU deswegen in die Nähe der AfD gebracht und ich wegen meiner persönlichen Meinungsäußerung aufs Schafott der Lügenpresse-Schreihälse geschubst wird, scheint eher mit Wahlkampf zu tun als ernstgemeint.

Lothar Kaiser am :

Frau Tirkkonen, Ihr Satz „CDU hat Waterbölles von ihrer Pressearbeit ausgeschlossen“, entspricht den Tatsachen. Aber woher wissen Sie, dass dies geschehen ist, weil im Waterbölles die Pressemitteilungen der SPD immer ungekürzt erschienen seien, die der CDU aber nicht? Das ist unwahr und verrät, dass Ihr Grundverständnis von Presse sehr begrenzt ist. In keinem Medium müssen Pressemitteilungen in vollem Wortlaut veröffentlicht werden. Auch nicht die von SPD und CDU, FDP, Grünen, oder IHK oder Sportbund. Und auch nicht im Waterbölles! Es gibt keine einzige Partei, deren Pressetexte im Waterbölles allesamt ungekürzt veröffentlicht worden wären. Dass die CDU „dieses Spiel nicht mitmachen wollte“, ist Ihre Spekulation. Richtig ist, dass sich die Führungsspitze der Remscheider CDU über einige kritische Kommentare im Waterbölles geärgert hatte – und darauf vordemokratisch reagierte. Was davon zu halten ist, hat Horst Kläuser bereits trefflich festgestellt: „Wer sich als Politiker der Öffentlichkeit nicht stellt, hat darin auch nichts verloren.“

Gerd Rothbrust am :

Sehr geehrte Frau Tirkkonen, wo steht das der Waterbölles unabhängig ist? Ich lese nur von einem Diskussionsforum, dessen Diskussionsleiter SPD-affin ist. Ok, ich wurde auch schon zensiert, aber ein Diskussionsleiter darf das in seinem Forum. Wie begründen Sie ihre Behauptungen, haben Sie Originale der CDU- und SPD-Einsendungen gesehen? Zudem, das Verhalten der CDU ist nicht positiv zu sehen. Ich als Leser/Wähler frage mich: Ist diese Partei nicht kritikfähig, nicht in der Lage ihre Anliegen/Standpunkte zu vertreten, ist sie wählbar?

Horst Klaeuser am :

Man diesen einen Satz von Frau Tirkkonen und versuche Belege, Zitate dafür zu finden; "Dass die CDU deswegen in die Nähe der AfD gebracht und ich wegen meiner persönlichen Meinungsäußerung aufs Schafott der Lügenpresse-Schreihälse geschubst wird, scheint eher mit Wahlkampf zu tun als ernstgemeint." 1. Ich habe nirgendwo einen CDU / AfD-Vergleich entdeckt. 2. Kann mich nicht erinnern, Sie oder andere aufs Schafott geschickt zu haben. Im Gegenteil, sagen Sie bitte hier und wo auch immer, was Sie wollen. Ich nehme mir die Freiheit, manches anders zu sehen und dies auch zu sagen. 3. Wer journalistische Arbeit derart verunglimpft und Redakteure in die Nähe der Korruption rückt, macht genau das die "Lügenpresse-Schreihälse" auch tun. 4. Wahlkampf? Ich wüsste nicht, wo es den gäbe, achso, vielleicht im "Sommerinterview" ...

Gerd Rothbrust am :

Nun Herr Klaeuser im angesprochenen Kommentar steht:“… Das könnte eine Art von Öffentlichkeitsarbeit sein, die auch bei der AFD Schule machen könnte…“, somit hat Frau Tirkkonen Recht. Zum Teil verständlich ist ihre Empörung über Korruptionsvermutungen, aber ihre Art sich zu empören wirkt bigott! Journalisten sind auch Menschen, d.h. sie (und ihre Familien) müssen leben! Somit wirkt ihre Art der Journalisten-Glorifizierung übertrieben, aufgesetzt und unglaubwürdig!

Ulrike Kaiser am :

Herr Rothbrust, nur im Missverständnisse zu vermeiden: Wenn Sie von "ihre" schreiben, beziehen Sie das nicht auf Frau Tirkkonen, sondern auf Herrn Kläuser (also "Ihre" als Anrede). Das vorausgesetzt: Wie können Sie Herrn Kläusers Kommentar entnehmen, dass er Journalisten "glorifiziert"? Bitte lesen. Er spricht von schwarzen Schafen, die es überall gibt. Er wehrt sich gegen pauschale Verunglimpfungen. Zu Recht. Er differenziert. Wenn Ihnen das bigott vorkommt, ist es schwierig, weiter zu argumentieren.

Bettina Stamm am :

Ich stehe der CDU nicht sehr nahe, aber warum wird hier das Video der Herren Lange und Nettekoven gleich zweimal als negativ Beispiel aufgeführt? Bewusst oder zufällig ausgewählt? Auch auf dem youtube channel der SPD und anderer Parteien, lässt sich zu diesem Thema ähnliches recherchieren und beispielhaft anführen. Statt eines Rundumschlages und dem Ausspielen der Betroffenheitskarte, hatte ich etwas anderes erwartet

Lothar Kaiser am :

Interessant, dass Sie wie Frau Tirkkonen von einem Rundumschlag sprechen. Und: Was h a t t e m Sie denn erwartet?

Eija Tirkkonen am :

...Redakteure in die Nähe der Korruption rückt...habe ich nirgends gesagt. Ich habe nicht einmal Sie, Herr Kläuser, persönlich angesprochen. Soll man das jetzt so ewig weiterführen? Das Verhältnis von Journalisten zu Lesern hat etwas gemein mit Verhältnis von Politikern zu Wählern. Beide kann man sich nicht passend kloppen. Jetzt spreche ich Sie, Herr Kläuser, zum ersten Mal persönlich an: Sie schreiben, dass es überall schwarze Schafe gibt, seis drum. Ich bin viel im Osten Deutschlands unterwegs und verfolge mit Interesse die Ostpresse. Die Abneigung gegenüber liberale Demokratie ist weit verbreitet, obwohl noch in klarer Minderheit. Noch. Diejenigen, die sich von der Demokratie abwenden, sprechen immer von eigennützigen Politikern und vom Machtmissbrauch. Von Liberalität der Unvernunft und Demokratie, in der die Bürgerbedürfnisse nicht mehr wiederfinden. Liberalität sei von der Westpresse manipulierte political correctness, was der natürlichen Haltung des nationalbewussten Bürgers nicht entspreche. Die radikale Gegenüberstellung der politischen Richtungen verbieten von selbst die Nonchalance-Haltung gegenüber denjenigen, die das demokratiche System zum persönlichen Vorteil auf Kosten der Allgemeinheit missbraucht. Seis drum.

Lothar Kaiser am :

Okay, Frau Tirkkonen, sei's drum. Nun machen Sie ein neues Fass auf, und bevor wir jetzt "ewig so weitermachen", sollen Sie das letzte Wort behalten und wir die Diskussion beenden. Ist ja auch schon spät.

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