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Kunstschule und 'Verein Kinderpläne' auf einer Wellenlänge

Fallschirme sind ein Sinnbild dafür, dass „Mutter Erde“ wieder zu einer nachhaltigen Welt werden muss, um den Menschen Gesundheit, Sicherheit und Zukunft bieten zu können. Das Projekt „Mother Earth“, 2015 von der amerikanischen Künstlerfamilie Barton als Recylingsaktion ins Leben gerufen, baut inzwischen mit seinen 1.216 „ Parachutes for the Planet“ in 51 Ländern auf sechs Kontinenten eine Brücke zwischen Einzelpersonen, Gemeinschaften und Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit engagieren. Die vielen Fallschirme sollen das Bewusstsein schärfen für den Klimawandel und ein nachhaltiges Leben. Vernetzt sind die individuell gestalteten kreisförmigen Stoffstücke im Internet unter https://motherearthproject.org/parachutes/. Und dort wird demnächst auch ein Fallschirm aus Remscheid zu sehen sein, der den Appell „Take care of the Planet“ in einer bunten Weltkugel würdigt.

Geschaffen haben diesen Fallschirm in den vergangenen Wochen 20 Kinder und Erwachsene gemeinsam mit Ute Lennartz-Lembeck, der Leiterin der Remscheider „Kunstschule Heimat“: „Die vielen bunten Fallschirme können als ‚Sicherheitsnetze‘ angesehen werden und verwandeln sich in kraftvolle Zeichen der gemeinsamen Entschlossenheit, wenn sie von Gruppen während Demonstrationen festgehalten oder in großer Zahl gemeinsam gezeigt werden“, erklärte die Kunstpädagogin gestern auf einer Pressekonferenz in der pittoresken Halle Kaffeerösterei Rigano, Honsberger Straße 5. Dort hängt der Remscheider „ Parachut“ nun an der Decke, von wo aus er künftig jederzeit zu örtlichen Umweltaktionen heruntergeholt werden kann.

Bevor Mitarbeiter der benachbarten Dachdeckerfirma Radke den „Planet“-Fallschirm zur Decke schweben ließen, legten Elisa (10), Zara (10) und Michelle (9) ein letztes Mal Hand an, indem sie auf der symbolischen Weltkugel mit Klettplättchen überall dort handgearbeitete Kaffeebohnen aus Filz anhefteten, wo auf der Erde Kaffee angebaut wird. Denn Partnerin von Ute Lennartz-Lembeck ist bei dieser Aktion die Kaffeerösterin Stephanie Rigano. „Wir laufen ‚weltverbesserisch‘ auf einer Wellenlange“, sagte die Diplom-Soziologin gestern augenzwinkernd. Zusammen mit Familienangehörigen gründete sie 2015 den Verein „Aktion Kinderpläne“, um Kindern vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern Bildung zu ermöglichen. Den Verein verbindet mit der „Kunstschule Heimat“, wo Ute Lennartz-Lembeck das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schon bei den Jüngsten fördert, das Engagement für einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten. Anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums der Kaffeerösterei Rigano wurde im Juni mit der Bemalung des Fallschirms begonnen worden.

„Weltweit fehlt es Kindern an Chancen. Sie brauchen Menschen, die ihre Träume und Wünsche wichtig nehmen und ihnen bei der Verwirklichung Unterstützung geben“, sagt die Vereinsvorsitzende Stephanie Rigano. Das habe sie am schwierigen Leben einer alleinerziehenden Kaffeebäuerin und ihren drei kleinen Töchtern in Kolumbien erkannt. Der Verein hilft inzwischen Kindern und Jugendlichen in den kaffeeproduzierenden Ländern Honduras, Dominikanische Republik und Peru  („Ohne Umwege!“)

Honduras ist eins der ärmsten Länder Zentralamerikas. Obwohl sich die Situation der Kinder dort  in den letzten Jahren verbessert hat, ist der Lebensstandard gerade in den ländlichen Gegenden sehr niedrig. In der Kaffeeregion Marcala mit etwa 32.000 Einwohnerbesuchen im Ortsteil Barrio San Francisco 133 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren die Dorfschule. Stephanie Rigano: „Die alte Schulküche war in desolatem Zustand und konnte nicht mehr genutzt werden. Für den Neubau wurde zwar eine Baugenehmigung erteilt, es fehlte aber leider jahrelang das nötige Geld. Mit 3000 Euro konnten wir Ende 2018 den Ausbau, das Inventar sowie das Dach der Schulküche finanzieren. Zurzeit sammeln wir Spenden für den Bau eines zusätzlichen Klassenzimmers. Es werden rund 8.000 Euro benötigt. Die Familien stellen die Bausteine selbst aus Lehm her und bringen sich bei allen Arbeiten nach Kräften ein. Ein wundervolles, nachhaltiges Projekt mit einem großartigen Eigenengagement!“

Oder das kleine dominikanische Bergdorf Arroyo Frio, wo 52 Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren die kleine Dorfschule (fünf Klassenzimmer, sieben Lehrer/innen) besuchen. „Der Bau einer Küche war vor Jahren geplant; leider reichte das Geld der Gemeinde aber nur für die ersten Bausteine, die dann hinter der Schule verrotteten. Mit 6.000 Euro konnten wir den Bau der Küche inklusive Inneneinrichtung, eine Musikanlage für die Schule, zwei Notstromaggregate und fünf neue Tafeln finanzieren. Die im Sommer 2018 fertig gestellte Küche ist mehr als nur der Bereich der Essensausgabe. Sie ist zum Treffpunkt geworden und wird sogar für kleine Feierlichkeiten genutzt! Die Dorfbewohner haben sich tatsächlich mit vollstem Einsatz an den Baumaßnahmen beteiligt. Für die Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten war es Ehrensache, dass unser finanzieller Einsatz für die Kinder auch eigenes Engagement und Wertschätzung brauchte. Nach unserem Weihnachtsbasar 2018 konnten wir auch den Neubau der Schultoilette finanzieren. Und jetzt soll der Schulhof saniert werden. Dafür benötigen wir ca. 3.000 Euro!“

Aber auch im Bergischen Land engagiert sich der Verein. „Die Lebenssituation der Familien und vor allem der Kinder haben uns sehr berührt und uns bewogen, auf Hier kooperiert der Verein mit dem „Tanzraum Remscheid“ der Pädagogin und Tanzlehrerin Sandra Stoppert. Deren Vision sei die Schaffung eines Schonraums, in dem Kinder gesellschaftliche Teilhabe lernen und soziale Kompetenzen erwerben. Stephanie Rigano: „Wir übernehmen Patenschaften für die junge Tänzerinnen und Tänzer, wenn sie Training nachweislich nicht selbst finanzieren können.“ Geplant ist die Einrichtung eines eigenen Tanzraums mit Küche, Sitzecke und Musikanlage, um Wochenendveranstaltungen und Ferienangebote zu ermöglichen.

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