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Unrecht und Willkür der NS-Militärjustiz

In Kooperation mit der Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen, sowie der Stiftung „Gedenken und Frieden“ lädt der Verein Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V. zur Eröffnung der Ausstellung „Was damals Recht war ... – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ für den 6. September um 12 Uhr in die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall. (Bitte nutzen Sie den Zugang über die Treppe gegenüber der Hausnummer 61 der Martin-Luther-Straße, Parkmöglichkeit auf dem Schützenplatz)

Die Wanderausstellung informiert über Unrecht und Willkür der NS-Militärjustiz und dient der gesellschaftlichen Verankerung der erst zwischen 2002 und 2009 erfolgten rechtlichen Rehabilitierung ihrer Opfer. Im Zentrum stehen Fallgeschichten, bei denen es nicht nur um Personen geht, die als Deserteure abgeurteilt wurden, sondern auch um so genannte Wehrkraftzersetzer und Volksschädlinge. Darüber hinaus werden Biografien von Angehörigen des Widerstandes in besetzten europäischen Ländern dargestellt. Insgesamt wurden mindestens 22.000 Menschen hingerichtet, unzählige andere starben in Lagern oder in Strafeinheiten. Die Fallgeschichten (auch aus unserer Region) werden in Überblicksdarstellungen zur Geschichte der deutschen Militärjustiz zwischen 1871 bis 1939 eingebettet. Auch nimmt die Ausstellung die Ausgrenzung und Nichtachtung überlebender Justizopfer in den deutschen Nachkriegsstaaten in den Blick.

Zur Eröffnung der Ausstellung werden neben einem Vertreter des Remscheider Vereins auch Thomas Kutschaty (MdL, SPD), Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Stadt Remscheid und Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Kurator der Ausstellung, das Wort ergreifen.

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Chronist am :

Auf die heutige Ausstellungseröffnung folgen zwei Führungen am Samstag, 7. September, um 10.30 Uhr durch Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Kurator der Ausstellung, und am Sonntag, 8. September, 11 Uhr, durch ausgebildete Guides (Bitte nutzen Sie den Zugang über die Treppe gegenüber der Hausnummer 61 der Martin-Luther-Straße, Parkmöglichkeit auf dem Schützenplatz.)

Eija Tirkkonen am :

Die Gedenkstätte Pferdestall ist von einer außerordentlichen Bedeutung, weil sie die Grausamkeit sehr nah an Menschen bringt; dahin wo die Ausführung der menschenverachtenden Ideologie auch ausgeführt wurde: In den Kommunen. Da ich selbst als Ausländerin keinen familiären Bezugspunkt zu der Zeit haben kann, weckt meine Interesse vor allem die kommunalen Strukturen und die Menschen dahinter, die offenbar in großer Mehrheit die Entstehung des Unrechtstaates aus freiem Willen unterstützt hatten. Aus diesem Grund reicht nicht der plakative Ruf "Nie wieder!". Der Ruf zum Mitmachen an einem menschenverachtenden Unrechtsystem hieß damals: "Bereichert euch!" Es ging also nicht allein um den Rassenwahn, sondern der Rassenwahn war gekoppelt mit eigenen wirtschaftlichen Interessen. Das war die Bedingung, damit das Unrechtsystem befestigen konnte. Im Hintergrund herrschte wirtschaftliche Interessenlage. Der Staatsapparat wurde zu einem Club von Räubern. Dabei achtete die kommunale Verwaltung penibel darauf, dass der Raub durch Interpretation der Gesetzeslage legitimiert war. In den Verwaltungen entstanden Parallelstrukturen der NSDAP zu der unabhängigen Verwaltung. In der Ausführung gab es jedoch kaum Abweichler oder Protestler. Es setzte ein nüchtern kalkulierter Raubmord aus Sachzwängen ein. "Nie wieder" heißt für mich nicht nur die politischen Bewegungen rechtsaußen auszugrenzen, sondern auch darauf zu achten, dass die Verwaltungen in ihrer Unabhängigkeit gestärkt werden. Hass kann man zu leicht jederzeit entfachen. Leseempfehlung: Adam Tooze Wirtschaftshistoriker und Sozialhistoriker Götz Aly.

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