Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

'Führerschein gegen Busticket' in RS machbar?

Viele Nahverkehrsunternehmen haben Senioren/-innen als neue Zielgruppe erkannt, die man mit speziellen Angeboten ansprechen und als Kundinnen und Kunden gewinnen möchte. So können Senioren/-innen beispielsweise bei einzelnen Verkehrsunternehmen ihren Führerschein gegen eine zeitlich begrenzte kostenfreie Nutzung des ÖPNV eintauschen. Vorreiter waren hierbei die Stadtwerke in Dortmund, die Senioren/-innen bei Abgabe des Führerscheins für zwei Monate eine kostenfreie Fahrkarte anbieten. Ähnliche Angebote gibt es inzwischen auch in Marl, Recklinghausen oder Gladbeck. Und nach der Probephase kaufen viele der ehemaligen Führerscheinbesitzer/-innen Jahreskarten der Verkehrsunternehmen, hat die SPD Ratsfraktion Remscheid in Erfahrung gebracht.

Die Verkehrswachten in Deutschland erinnern immer wieder daran, dass Autofahren bis ins hohe Alter mit Risiken verbunden ist, weil der Verkehr in den vergangenen Jahren zugenommen hat und sich die Reaktionszeiten im Alter erhöhen. Daher werben die Verkehrswachten dafür, regelmäßig die eigenen Fähigkeiten im Straßenverkehr in Sicherheitstrainings zu prüfen, zu üben und sich beraten zu lassen. Ein Beispiel dafür ist die Verkehrswacht Wuppertal, die ein Training für Senioren/-innen anbietet und im Anschluss eine objektive Empfehlung ausspricht.

Leider gibt es in Deutschland keine einheitliche Regelung, zu welchen Konditionen ältere Menschen den ÖPNV nutzen können. Lediglich schwerbehinderte Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind, haben Anspruch darauf, den öffentlichen Personennahverkehr unentgeltlich nutzen zu können. Das betrifft gehbehinderte, außergewöhnlich gehbehinderte, hilflose, gehörlose und blinde Menschen. Eine entsprechende gesetzliche Regelung für Menschen ab einem bestimmten Alter gibt es in Deutschland nicht.

Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion die Verwaltung zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 5. September  und des Seniorenbeirates am 26. September um Beantwortung der folgenden Fragen gebeten, um im Anschluss zu beraten, ob auch in Remscheid ein Projekt „Fahrkarte gegen  Führerschein“ für Senioren im höheren Alter umgesetzt werden könnte:

  • Wieviel Führerscheinbesitzer gibt es in den Alterskohorten, die von dem Projekt „Führerschein gegen Busticket“ profitieren könnten?
  • Welche Kosten entstünden bei der Bereitstellung von kostenfreien Fahrkarten für die Zeiträume von zwei, drei oder vier Monaten?
  • Wäre die Verkehrswacht Remscheid bereit, sich bei der Umsetzung eines ähnlichen Projekts in Remscheid durch gezielte Trainings- und Beratungsangebote für Seniorinnen und Senioren ähnlich wie in Wuppertal zu beteiligen?
  • Wären die Stadtwerke Remscheid bereit, sich an der Umsetzung in Remscheid zu beteiligen?
  • Welche Erfahrung haben Städte wie Dortmund, Marl, Recklinghausen und Gladbeck mit dem Projekt gemacht?

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

stefan holzhauer am :

Erst einmal müsste der ÖPNV in Remscheid und umgebung deutlich attraktiver gemacht werden. Wenn man nach der 20:00 Uhr-Vorstellung aus dem Kino kommt, muss man oft eine Stunde auf den Bus warten, da die Taktungen in Remscheid ab 20:00 lächerlich sind. Wenn man mit dem ÖPNV Samstags nach Bochum möchte, benötigt man zweieinhalb Stunden, mit dem Auto 35 Minuten. Wenn man so wie politisch gewünscht deutlich mehr Personen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen möchte, dann muss man auch hinreichend finanziell Mittel in diesen investieren, Taktungen erhöhen und die Wucherpreise des VRR abschaffen. Ohne diese Investitionen und Verbesserungen sind solche Aktionen politische Scheinaktivitäten.

Chronist am :

Kurze Antrwort: Ja! Die ausführliche folgt nun. Denn die Antworten der Verwaltung auf die Anfrage der SPD lagen zur gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor: „Wieviel Führerscheinbesitzer gibt es in den Alterskohorten, die von dem Projekt „Führerschein gegen Busticket“ profitieren könnten? Antwort: Eine genaue Auflistung nach Altersstruktur ist auf-grund fehlender Daten nicht möglich. Eine statistische Erfassung der Führerscheindaten erfolgt durch das Kraftfahrtbundesamt erst seit Einführung des EU-Kartenführerscheins im Scheckkarten-format im Jahr 2013. Hilfsweise ist im Folgenden der Anteil der Remscheider Bevölkerung in den einzelnen Alterskohorten angegeben. Zahlenmäßig sind etwa 28 Prozent der Remscheider Bevölke-rung (32.232) älter als 60 Jahre (Stand 31.12.2018). Welche Kosten entstünden bei der Bereitstellung von kostenfreien Fahrkarten für die Zeiträume von zwei, drei oder vier Monaten? Antwort: Die Kosten sind abhängig von der Inanspruchnahme des Angebotes. Hierfür liegen jedoch keine belastbaren Erkenntnisse vor. Unter Berücksichtigung der Annahme, dass max. 40 Personen (Erfahrungswert Dortmund 2017) das Angebot annehmen wür-den, würden sich für die Tickets bei Umsetzung des Projektes unter Federführung der Stadt folgen-de Kosten ergeben: 40 x 83,70 € (z.B. Ticket 2000 für Stadtgebiet Remscheid) x 2 Monate = 6.696,- € pro Jahr. 40 x 83,70 € (z.B. Ticket 2000 für Stadtgebiet Remscheid) x 3 Monate = 10.044,- € pro Jahr. 40 x 83,70 € (z.B. Ticket 2000 für Stadtgebiet Remscheid) x 4 Monate = 13.392,- € pro Jahr. Wären die Stadtwerke Remscheid bereit, sich an der Umsetzung in Remscheid zu beteiligen? Ant-wort der Stadtwerke Remscheid: „Bereits seit einigen Wochen werden die Rahmenbedingungen sowie eine mögliche Umsetzung eines solchen Projektes durch die Stadtwerke Remscheid geprüft. Das Thema beschäftigt uns somit schon seit längerer Zeit. Da ein solches Projekt in den unter-schiedlichsten Varianten bereits von anderen Verkehrsunternehmen umgesetzt wurde, galt es hier zunächst, die Ergebnisse zu bewerten und hieraus entsprechende Schlüsse für eine Umsetzung in Remscheid abzuleiten.Infolge dessen haben wir uns nun dafür entschieden, auch in Remscheid ein Projekt ‚Führerschein gegen Busticket‘ einzuführen. Allerdings möchten wir hierbei auch den Um-weltgedanken herausstellen und planen daher ein sogenanntes „Umweltpaket“, zur Verfügung ge-stellt vom SR-Unternehmensverbund. Dies beinhaltet bei einer freiwilligen und entsprechend nach-gewiesenen Rückgabe einer gültigen Fahrerlaubnis ein kostenloses Ticket 2000 der Preisstufe A2 für die Dauer von drei Monaten sowie unser Stromprodukt EWR*NATUR FIX 24 für eine Ver-tragslaufzeit zu den Konditionen des EWR*PREMIO STROM. Die Umsetzung eines solchen Pro-jektes ließe sich zum 01.01.2020 realisieren.“ Welche Erfahrung haben Städte wie Dortmund, Marl, Recklinghausen und Gladbeck mit dem Pro-jekt gemacht? Antwort: Die Erfahrung der genannten Städte sind positiv. (...) Dortmund (Busticket für zwei Monate) : 40 Personen (2017) Essen (Busticket für einen Monat) : 15 Personen (2016) Gladbeck (Busticket für drei Monate) : 120 Personen (2017) bzw. 60 Personen (2018) Recklinghausen (Busticket für dreiMonate) : 105 Personen (2018) Auf jeden Fall ist zu beachten, für welchen Zeitraum das angebotene Busticket gilt: Erst bei einem Busticket für mind. 3 Monate wird es für potentielle Nutzer der Umtausch-Möglichkeit interessant.“

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!