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Langsames Wachsen Richtung Stadtkegel

Remscheid auf der Höhe

Die ältesten Urkunden, die den Namen unserer Stadt nennen, sind leider nicht mehr erhalten. Im 12. Jahrhundert bezeugten sie eine Schenkung des Graf Engelbert I. von Berg an die Johanniter. Diese erhielten zwischen 1173 und 1189 Kirche und Fronhof zu Remscheid. In jener Zeit stand an der Stelle der heutigen Stadtkirche eine kleine Kapelle, die von einem Hauptherrenhof mit Wirtschaftsgebäuden umgeben war. Ihm waren benachbarte Höfe zugeordnet, so auch in Hoddinbegge (Haddenbach). Ganz langsam wuchs im Verlauf der folgenden Jahrhunderte das kleine beschauliche „Dorf“. 1675 standen dort nur 27 Häuser, seine Bewohner hießen Schlieper, Bertram, Engels oder Reinshagen. Sie waren Schmiede oder Händler, besaßen Hammerwerke oder bewirtschafteten Höfe.

Als die Franzosen 1806 das Bergische Land besetzten, hatte Remscheid ca. 5.500 Einwohner und wurde erstmals Stadt. Bürgermeister war der Kaufmann Johann Gottlieb Diederichs. 1815 fiel die Stadt an Preußen. 1839 errichteten die Bewohner ein erstes Rathaus an der Elberfelder Straße. Dort steht heute das Ernst Moritz Arndt Gymnasium.

Mit mehr als 14.000 Einwohnern stand Remscheid 1856 das preußische Stadtrecht zu. Langsam wuchs der Ort in Richtung Stadtkegel. Die ersten Straßen wurden gepflastert. Die Verbindungstraße vom Markt zur Bergkuppe, die Alleestraße, erhielt ihre Bäume. 1868 kam die Eisenbahn nach Remscheid. Eine wichtige Entscheidung für die aufstrebende Industriestadt. In den zahlreichen Fabriken gab es ausreichend Arbeit. Die Einwohneranzahl vervielfachte sich. Waren es 1885 erst 34.000, so zählte man 1900 schon 58.000 Bewohner. 1893 nahm die elektrische Straßenbahn ihren Betrieb auf. Sie war nicht nur die Zweite im Deutschen Reich, sondern musste mit einer Steigung von 10,6 % auch die steilste Strecke ganz Deutschlands ohne Zahnrad- oder Seilzughilfe bewältigen.

Immer mehr Menschen kamen auf der Suche nach Arbeit nach Remscheid. 1906 zählte die Stadt fast 65.000 Einwohner. Im selben Jahr wurde oben auf dem Berg das neue Rathaus eingeweiht. Die Alleestraße und der Bereich um das neue Rathaus wurden bebaut. Das Zentrum der Stadt verlagerte sich vom Markt nach „oben“. 1929, im Jahr des Zusammenschlusses, lebten in Remscheid 79.055 Menschen.

Wasser und Feuer

Verborgen unter dem dichten Laub unserer Wälder zeugen Reste von Schlackenhalden und Meilerplätzen von der frühen Geschichte der Metallverarbeitung in unserer Stadt. Schon im Mittelalter begann der obertägige Abbau der Erzvorkommen. In Rennöfen wurden Erze geschmolzen, in Waldschmieden aus dem gewonnenen Eisen Geräte für Haus und Hof geschmiedet. Als im 14. Jahrhundert die Nutzung der Wasserkraft begann, veränderten sich die Produktionsbedingungen.

Erste Hochöfen und der Einsatz von Blasebälgen verbesserten die Qualität des schmiedbaren Eisens - Stahl war das neue Produkt. Durch Veredelung entstand hochwertiger Raffinierstahl. Immer mehr Hütten, Hämmer und Kotten siedelten sich an den Bächen in den Tälern an, die gewerbliche Produktion begann. Einer der ältesten Standorte war die 1497 erwähnte Iserenhütte. Sie lag an der Stelle des heutigen Gockelshammers. 1623 arbeiteten am Mors- und Eschbach 28 Hämmer und etwa 35 Kotten, um 1700 waren es 60 Hämmer und 70 Schleifkotten. Die Hammerwerke spezialisierten sich in Rohstahl-, Reck-, Breit- oder Raffinierhämmer. Produziert wurden Sicheln, Sensen, Pfannen oder Sägen sowie Eisen und Stahl für die Weiterverarbeitung durch die Kleinschmiede. 1750 stellten Remscheider Kleinschmiede rund 400 verschiedene Werkzeugartikel her.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts vertrieben Remscheider Handelsfamilien wie Böker oder Hasenclever Remscheider Produkte in der ganzen Welt. Die französische Besetzung 1806 beendete die Blüte der Werkzeugindustrie. Erst 1815 unter preußischer Herrschaft kam ein neuer Aufschwung, aber auch Veränderungen. Die Erfindung der Dampfmaschine machte die Produktion wasserunabhängig. Die Produktionsstätten siedelten sich nun in der Stadt an. Der 1868 erfolgte Bahnanschluss begünstigte diese Entwicklung. Am Ende des 19. Jahrhundert entstanden Fabriken. Eine der ersten war die Feilenfabrik Mannesmann, bei der die unterschiedlichen Arbeitsschritte der Feilenproduktion unter einem Dach zusammengefasst wurden. Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, wurde zunehmend Gussstahl verarbeitet, allen voran im Werk der Brüder Mannesmann, der Bergischen Stahlindustrie der Familie Böker, dem Alexanderwerk des Alexander von der Nahmer oder dem Glockenstahlwerk der Gebrüder Lindenberg. Remscheider Erfindungen, wie die nahtlosen Rohre der Gebrüder Mannesmann, Remscheider Produkte, wie der Fleischwolf des Alexanderwerks, oder die hohe Stahlqualität der BSI und der Elektrostahl der Gebrüder Lindenberg trugen den Ruf der Werkzeugstadt Remscheid hinaus in die weite Welt.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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