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Von fleißigen Kaufleuten und Tuchmachern

Lennep - Stadt der strahlenden Tuche

Wer sich mit der Geschichte Lenneps beschäftigt, hat es schwer. Drei große Brände legten die Stadt in Schutt und Asche. Und im Feuer verbrannten die wichtigen Urkunden zur Stadtwerdung. Sicher ist: An einem alten Handelsweg von Köln nach Dortmund entstand, vermutlich im 12. Jahrhundert, eine erste Ansiedlung. Im Zentrum des Ortes lagen ein Haupthof, der Bongartzhof im Bereich der heutigen Klosterkirche, eine Kapelle und mehrere Höfe. Hinzu kamen der Weiherhof, der in der Nähe des heutigen Röntgengymnasiums stand, und weitere Höfe im nahen Umkreis.

Zwischen 1260 und 1276 erhielt die gewachsene Siedlung von den Grafen von Berg die Stadtrechte. Bald schützten Mauer und Graben die Bewohner. Vier Tore sicherten die Zugänge. Letzte Reste der Stadtmauer wurden Ende des 18. Jahrhunderts niedergelegt. Die geschützte Lage an der Handelsstraße begünstigte den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt. Handwerker ließen sich nieder, unter ihnen die Tuchmacher. Nicht nur Händler nutzten die wichtige Straße, sondern auch Pilger auf ihrem Weg nach Santiago di Compostella. Herberge fanden sie im Minoritenkloster, das seit dem 17. Jahrhundert, an Stelle des alten Bongartzhofes, mitten in der Stadt stand. Aus der mittelalterlichen Kapelle war in der Zwischenzeit die lutherische Stadtkirche erwachsen.

1806 bis 1813 regierte Napoleon das Bergische Land. Eine Verwaltung nach französischem Vorbild wurde eingeführt. Franz Hasselkus war 1808 der erste Bürgermeister der Munizipalität. Mit ihm wurde Lennep 1815 auch preußische Kreisstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf. 1857 erhielt Lennep preußische Stadtrechte und war bis 1929 Sitz des gleichnamigen Landkreises. Trotz vieler Proteste erfolgte 1929 die Eingemeindung von 14.463 Einwohnern in das größere Remscheid.

Von fleißigen Kaufleuten und Tuchmachern

Die günstige Lage an einer Fernhandelsstraße und das Recht, Wochen- und Jahrmarkt abhalten zu dürfen, förderten früh das Wachstum und den wirtschaftlichen Erfolg Lenneps. Schon im 14. Jahrhundert pflegten Lenneper Kaufleute europaweite Handelsbeziehungen zu den Kaufmannshäusern der großen Hansestädte und waren dem Hansebund angegliedert. Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammen erste Hinweise auf Weber, die in Lennep ihr Gewerbe betrieben und sich bald auf Leinen- und Wollweberei spezialisierten. Um sich von der Konkurrenz im Umland abzusetzen und die Qualität ihrer Tuche zu sichern, schlossen sich die Weber in Zünften zusammen.

1571 erhielten nur die Lenneper Weber vom Herzog von Berg das alleinige Recht, Lammwolle zu groben Tuchen verarbeiten zu dürfen. Nur gut 100 Jahre später, 1695, gründeten die Kaufleute Wülfing, Hardt, Frielinghaus, Moll und Melchior die „feine Gewandschaft“. Von nun an ließen diese Kaufleute in Auftragsarbeit spanische Wolle zu feinen Tuchen weben. Die Tuchfabrikation und der Handel verhalfen Lennep zu großem Wohlstand. Der dritte Stadtbrand 1746 und die nachfolgende französische Herrschaft beendeten die Blüte der Stadt. Viele Tuchfabrikanten verließen den Ort und zogen nach Eupen oder Verviers. 1813, nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft, kehrten sie zurück. Einige nahmen ihre Produktion innerhalb der Stadt wieder auf. Doch die meisten Familien verlagerten ihre Fabriken zur Nutzung der Wasserkraft in das Tal der Wupper. Die Kontore und Wohnhäuser verblieben in der Altstadt.  Unternehmen der Textilindustrie dominierten das städtische Wirtschaftsleben bis weit in das 20. Jahrhundert. Die Tuchproduktion fiel der Globalisierung zum Opfer. Das Nachfolgeunternehmen eines Herstellers für Textilmaschinen, die Oerlikon-Barmag, ist jedoch noch heute Weltmarktführer im Bereich der Filamentspinnanlagen für Chemiefasern.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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