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Lütterkusen in der Bruderschaft der Metzmacher

Edles Lüttringhausen

Die mittelalterliche Entstehung Lüttringhausens liegt bis heute im Dunkeln. Vermutlich entwickelte sich bereits im 9./10. Jahrhundert oberhalb einer ausgedehnten Quellmulde eine erste Ansiedlung. Der Name „Luthelminchusen“ – der Hof des Liuthelms – wurde 1150 das erste Mal in einer Urkunde genannt. Unklar ist, ob wirklich das heutige Lüttringhausen gemeint war. Der Hofverband, bestehend aus Haupt- und Wirtschaftshof, lag mit seiner kleinen Pfarrkirche im Bereich des jetzigen Ortskerns. Landes- und somit Grundherren waren die Grafen von Berg. Noch vor 1350 gaben diese den Hofverband als Lehen an die Ritterfamilie von Bottlenberg. Zum Rittergut gehörten nun neben dem Haupthof weitere Gehöfte in den umliegenden Gemarkungen.

Am 23. August 1365 verlieh Graf Wilhelm II. von Berg den Bewohnern des Gutes, mittlerweile bäuerliche Pächter der Bottlenberger, das Privileg der Freiheit, so auch der Steuerfreiheit gegenüber dem Landesherrn. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf. 1730 standen dort 30 Häuser mit Nebengebäuden. Ein Brand legte 1733 den Kern des Marktortes in Schutt und Asche, aber schon 1737 waren Ort und Kirche wieder aufgebaut. 1806 begann die kurze französische Herrschaft im Bergischen Land. Das Lehnswesen wurde abgeschafft, eine Verwaltung nach französischem Vorbild eingeführt.

Der erste Bürgermeister – französisch Maire – war der Kaufmann Johann Abraham vom Baur. 1815 kam Lüttringhausen zu Preußen. Mit der Rheinischen Städteordnung erhielt Lüttringhausen am 18. August 1856 erstmalig das Stadtrecht. Zu jener Zeit lebten dort etwa 9.000 Menschen. 1870 entstand das erste Rathaus, das 1908 durch das heutige Gebäude ersetzt wurde. Mit dem Anwachsen der Gemeinden und dem Ausbau der Verwaltung kam es bereits im 19. Jahrhundert zu wiederholten Gebietsveränderungen. 1929 wurden die 9.277 Einwohner Lüttringhausens nach Remscheid eingemeindet.

Eisen, Stahl und Bänder

Seit langem existierten in Lüttringhausen neben der Landwirtschaft zwei Gewerbezweige, die dem Ort zu bescheidenem Wohlstand verhalfen. Als Nebengewerbe zur Landwirtschaft webten die Bauern schon im 16. Jahrhundert Tuche aus Wolle. Als 1563 und 1746 Lennep ein Raub der Flammen wurde, zog es Lenneper Bürger ins Dorf Lüttringhausen. So auch Caspar Moll und Johann Anton Morian, die mit der Fabrikation von Wolltuchen begannen und Färbe- und Waschhäuser betrieben. Urkunden aus dem 16. Jahrhundert belegen in Lüttringhausen den Gebrauch von Wasseranlagen zum Betrieb von Eisenhütten, Hammerwerken und Schleifkotten. Sie lagen an Morsbach, Leyerbach, Müggenbach und im Diepmannsbachtal. Produziert wurden Eisen und Stahl, Sicheln, Sensen, Tischmesser und vieles mehr.

1568 wurden Lüttringhauser Metz(Messer)macher in die Solinger Bruderschaft der Metzmacher aufgenommen. Um 1700 reihten sich an den Bächen 34 Hammerwerke und 10 Schleifkotten eng aneinander. Auch das Tuchgewerbe nutzte wassergetriebene Walkmühlen zur Herstellung dauerhafter Wollstoffe. Die Regierungszeit Napoleons führte zu einem ökonomischen Niedergang im Bergischen Land. Erst nach 1815 erholten sich Wirtschaft und Handel. Nun entstanden im Tal der Wupper Tuchfabriken. Die Hausweberei lohnte nicht mehr. Die Lüttringhauser Weber verlegten sich auf die Bandwirkerei.

Zwischen 1830 und 1870/71 „wirkten“ sie im Auftrag von Ronsdorfer und Barmer Unternehmen halbseidene Besatzbänder und sog. Herrenhuther Trachtenbänder. Bis zum 1. Weltkrieg erlebte die Bandwirkerei ihre größte Blüte. 1928, ein Jahr vor der kommunalen Neugliederung, bestanden in Lüttringhausen ca. 230 Textil-,105 Metall- und 207 landwirtschaftliche Betriebe.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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