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Mehr Raum für wirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftsnot

Die Folgen des Ersten Weltkrieges stellen die junge Weimarer Republik vor neue Aufgaben. Der Friedensvertrag von Versailles spricht dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten die alleinige Schuld und Verantwortung am Ausbruch des ersten Weltkrieges zu. Dies hat hohe Reparationszahlungen zur Folge, die in Goldmark, Devisen und Sachgütern geleistet werden müssen. Um die Schulden bei den Siegermächten tilgen zu können, muss der deutsche Staat Auslandsanleihen aufnehmen. So bezahlt man Schulden mit Schulden.

Hinzu kommt die hohe Staatsverschuldung durch die Finanzierung des Ersten Weltkrieges und dessen Folgekosten. Um das für den Krieg benötigte Kapital zu beschaffen, war die Geldvermehrung durch rückzahlbare Kriegsanleihen anstatt durch Steuern erfolgt. Die aus beidem resultierende Inflation findet 1923 ihren Höhepunkt. Massenarbeitslosigkeit, Armut und Hunger prägen das Deutschland jener Zeit.

Die extremen wirtschaftlichen Belastungen bringen das noch nicht auf festen Füßen stehende demokratische System ins Wanken. Die innenpolitische Lage verschlechtert sich. Unterschiedlichste politische Kräfte lehnen das parlamentarische System ab und lassen sich nicht demokratisch einbinden. Noch immer vorherrschendes monarchistisches Denken blockiert Erneuerungen. Langsam radikalisiert sich die politische Lage.

Länder und Kommunen

Die hohen Schuldenlasten erdrücken auch die Länder und Kommunen. Die Verwaltungsspitzen, noch in den Strukturen des 19. Jahrhunderts verharrend, stehen der negativen Entwicklung hilflos gegenüber. Verstärkt kommen Forderungen nach einer durchgreifenden Verwaltungsreform auf. Bereits seit Anfang der 1920er Jahre beschäftigt sich auch die preußische Landesregierung mit dem Gedanken einer Neuordnung der kommunalen Grenzen und der Verwaltung. Oberstes Gebot ist die Zukunftsfähigkeit des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. So gilt es einheitliche Wirtschaftsräume zusammen zu legen, bestehende Gemeinden durch Eingemeindungen zu vergrößern, zu stärken und Raum für ihre zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zu geben. Die Zusammenlegung von Kommunalverwaltungen soll Einsparungen fördern und ihre Effizienz steigern.

Im November 1925 bringt der Preußische Innenminister Carl Severing einen Gesetzentwurf „Über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch-westfälischen Industriebezirk“ in den Düsseldorfer Landtag ein. Noch findet sein Anliegen dort wenig Anklang. Als der neue Preußische Innenminister Albert Grzesinski am 6. Dezember 1927 die Regierungspräsidenten des „rheinisch-westfälischen Industriebezirks“ beauftragt, die Vorarbeiten zu einer kommunalen Neugliederung in die Wege zu leiten, beginnen sich die Rädchen langsam zu drehen. Betroffen sind die Stadtgemeinden Gladbach-Rheydt, Duisburg-Hamborn, Oberhausen, Bottrop, Mü!heim, Essen, Barmen-Elberfeld, Remscheid, Solingen, Gelsenkirchen-Buer, Bochum, Wattenscheid, Wanne-Eickel, Herne, Castrop-Rauxel, Dortmund, Recklinghausen, Gladbeck, Bottrop, Hagen und zahlreiche Landkreise, so auch der Landkreis Lennep.

Auch der Düsseldorfer Regierungspräsident Bergemann nimmt das Projekt nach den Vorgaben des Innenministers in Angriff. Am 12. Januar 1928 legt er ein erstes Konzept vor. Lennep und Lüttringhausen (ohne Beyenburg) sollen zu Remscheid, Barmen und Elberfeld werden eine Stadt. Über Cronenberg wird noch gestritten. In Remscheid ist man sehr erfreut, denn „jeder Laie kann erkennen, dass die vorhandene Fläche für eine durchgehende Bebauung nicht ausreicht und zu wenig Fläche für die Industrie zur Verfügung steht.“ In Lennep, Lüttringhausen und Wermelskirchen fühlt man sich „wie erschlagen“. Die Proteste nehmen ihren Lauf.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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