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Als Betriebe als kriegsentscheidend galten

Krieg und Frieden

Zwei scharfe Gegensätze, Krieg und Wiederaufbau, diktieren das Leben der Deutschen in dieser Dekade. Am 16. Mai 1940 erreichen die Zerstörungen des Krieges Remscheid. Erste Bomben fallen auf Überfeld. In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1943 erfolgt der große Angriff alliierter Bomberverbände auf die Stadt. 1063 Tote sind zu beklagen. 3418 von 14276 Häusern werden zerstört. Am 10. März 1945 fällt noch ein Bombenteppich auf Lennep, aber schon am 15. April besetzen amerikanische Truppen die Stadt. Wenig später werden sie von den Engländern abgelöst, die bis 1952 bleiben.

Die Stadtverwaltung wird neu geordnet. Im Oktober 1946 folgt die erste demokratische Wahl der Stadtverordnetenversammlung. Remscheid ist bereit. Mit der 1. Bundestagswahl am 14. August 1949 und der Wahl des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss durch die Bundesversammlung wenig später, beginnt der Weg der Bundesrepublik Deutschland in eine demokratische Zukunft.

Stimmen aus der Remscheider Politik und Wirtschaft:

„Es ist Pflicht der Selbsterhaltung einer Großstadt, ihr Gemeinschaftsleben so ein- und auszurichten, daß der Arbeitsertrag seiner Eigenbevölkerung ... durch Leistungen des Verkehrs, der Wirtschaft sowie der Hochleistungen in Kulturdarbietungen und Sport ….begünstigt … allen Beteiligten dienstbar wird.“

Stadtlebeben

Zu Beginn des Jahrzehnts wird auch die Remscheider Wirtschaft auf Kriegsproduktion umgestellt. Zur Beschaffung von Arbeitskräften für rüstungswichtige Betriebe wird „ausgekämmt“; die Zivilproduktion wird zurückgefahren, die freiwerdenden Arbeitskräfte gehen in Rüstungsbetriebe. Schon kurz nach dem Polenfeldzug kommen erste Zwangsarbeiter. Zunächst nur für die Landwirtschaft.

Remscheid und seine Nachbarstädte gehören im 2. Weltkrieg zu den Hauptgebieten der Luftwaffenfertigung im Westen. DEW und BSI gelten als „kriegsentscheidende Betriebe“. 1940 verschönern 100.000 blühende Blumen nicht nur das Stadtbild in allen drei Stadtteilen, sondern erfreuen in den schweren Zeiten auch die Herzen der Remscheider. In Lennep und Remscheid werden Großbunker gebaut. Doch nur 13% der Stadtbevölkerung finden dort Schutz.

Ende Juli 1943 geht das alte Remscheid unter. Lennep und Lüttringhausen überstehen den Krieg weitgehend unbeschädigt. Das Röntgen- und das Heimatmuseum werden im August 1945 wiedereröffnet. 1947 findet die Remscheider Kulturwoche statt, im September das 1. Rheinische Turn- und Spielfest. Die Wohnungsbauförderung zur Behebung der Wohnungsnot trägt erste Früchte. 1949 lockt das Reit- und Fahrturnier des „Ländlichen Reit- und Fahrvereins Lennep e.V.“ bei schönstem Wetter 20.000 Besucher ins Stadion Lennep.

Die große Modenschau des Remscheider Einzelhandels lässt „ob des vielen Schönen und Neuen namentlich die Herzen der Damen höher schlagen“. Endlich wieder Kirmes. Zum Feuerwerk auf dem Rathausplatz gibt es im Sparkassengebäude Fensterplätze mit bestem Ausblick für nur 3 DM. Das Städtische Verkehrsamt bittet alle sportfreudigen Jungen am Seifenkistenrennen um den „Großen Preis von Remscheid“ teilzunehmen. Die kurvenreiche Strecke von der Fichtenhöhe zur Unterführung bringt so manchen „Rennwagen“ an seine Grenzen.

Das Städtische Kulturamt lädt den NWDR Köln für die Sendung „Froher Samstagnachmittag“ nach Remscheid ein. Höhepunkt ist das Fußballspiel der NWDR Mitarbeiter gegen Mitarbeiter der Stadt. Den NWDR vertreten u.a. Sepp Herberger, Rene Deltgen, Hans Bertram und Kurt Brumme. Auch in Remscheid gibt es Heimatspiele. Die Spielschar Schirmer aus Lüttringhausen und der Haddenbacher Turn- und Ballspielverein von 1890 e.V. laden im Sommer zur Uraufführung des „Bergeschen Schelm“ ein. Veranstaltungsort ist die Bühne der Turnplatzanlage Rath. Als Geschenk der Stadt an die Lenneper und Lüttringhauser Bevölkerung wird die Schauspielbühne in Aula des Röntgen Gymnasiums neu aufgerüstet.

Bei der Großübung der Remscheider Feuerwehr auf dem Rathausplatz ist die ganze Stadt auf den Beinen. Die Vorführungen von Rettungsübungen und Wasserkanonen werden von der Realität eingeholt. Zwei „echte“ Brände legen in Lennep zwei Häuser in Schutt und Asche – obwohl die Feuerwehr bereits nach zehn Minuten vor Ort ist. Am Samstag, den 29. Oktober 1949 erscheint auch endlich der seit 1945 verbotene RGA wieder.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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