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Die Lenneper Altstadt wird saniert

Umbruch

Unter der sozial-liberalen Regierung beginnt der Wandel. Neue Ziele in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden gesucht. Die Ordnung gerät aus den Fugen. RAF, Bombenterror, Morde und Entführungen, Mogadischu. Der Deutsche Herbst verändert die Bundesrepublik. Auf der anderen Seite leitet die neue Ostpolitik Willy Brandts die Ära der Versöhnung und Annäherung ein.

Die Ölkrisen von 1973 und 1979 führen zu einem Anstieg von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Insolvenzen. Die Zerstörung der Umwelt beschäftigt die Jugend. Die Partei der Grünen wird gegründet. Der wirtschaftliche Umschwung ist auch in Remscheid spürbar. Kurzarbeit, die Arbeitslosenquote steigt auf 2,4 %, die BSI schließt ihre Gießerei und 500 Arbeitsplätze gehen verloren. Die Stadt beginnt zu schrumpfen. Für Aufregung, vereinzelte Streiks und Demonstrationen sorgen vor allem die 2. Kommunale Neugliederung und Eingemeindung von Bergisch Born, Lehrermangel und das neue gegliederte Schulsystem.

Stimmen aus der Remscheider Politik und Wirtschaft

Während die Vorbereitungen zur großen 750-Jahr-Feier in Lennep auf vollen Touren laufen, beginnen die Planungen zur 50-Jahr-Feier der Großstadt erst spät.

„Wir müssen mit Steuergeldern umgehen, da wollen wir sparsam sein“, heißt es von Seiten der Stadt. Es wird eine kleine Feier zum Jubiläum, vier Veranstaltungen und ein „bisschen Beiwerk“. Die Eröffnungs- und Abschlussfeiern finden in Remscheid statt, je eine Festivität in Lüttringhausen und Lennep.

Kritische Stimmen werden laut: Das Programm sei mickrig gegenüber der 750-Jahr Feier in Lennep. Auch hätte man Vereine, Verbände, Clubs und Cliquen einspannen können. Interessant sei, dass die Festsitzung im Stadttheater in Remscheid stattfände. „Haben da die Lenneper zugestimmt, oder sind sie wieder einmal rücksichtslos von der Stadt Remscheid überrollt worden, hat man ihre Meinung wieder völlig ignoriert? Wir dürfen gespannt sein, ob Lenneper zu dieser Veranstaltung kommen werden. Bis heute hat noch kein einziger ein Visum beantragt.“

Stadtleben

Das Jahrzehnt beginnt mit Feierlichkeiten in Lennep. Gefeiert werden der 125-jährige Geburtstag von Wilhelm Conrad Röntgen, 75 Jahre Entdeckung der Röntgenstrahlen und 40 Jahre Röntgenmuseum. Der Bau des neuen Krankenhauses (1971), der neuen Sporthalle Hackenberg, des Gartenhallenbades (1975) und die Eröffnung des ersten Jugendzentrums „Die Welle“ im ehemaligen Hallenbad stärken Lennep.

Die Lenneper Altstadt wird saniert. Gefallen finden die Bürger 1975 am ersten Altstadtfest und dem ideellen Weihnachtsmarkt. In der Lenneper Bäckerei Schmitz backen 1979 vierzehn Konditoren an der größten Torte der Welt. Mit 3,43 Metern Höhe und einem Gewicht von 2.856 kg kommt sie ins Guinness Buch der Rekorde. In Lüttringhausen wird 1973 der erste Trimm-Dich-Pfad der Stadt eröffnet. 1974 feiert der Heimatbund sein 50-jähriges Bestehen und lädt zwei Jahre später zum ersten Weihnachtsmarkt im „Dorp“ ein. In Remscheid wird 1971 mit dem Umbau der Alleestraße zu einer der ersten Fußgängerzonen Deutschlands begonnen, 1972 die Neuenkamper Halle eröffnet und vier Jahre danach das neue Stadion Reinshagen. Wirtschafts- und Blumenschauen, eine Europa-Woche und die Weltausstellung der Fotografie, das erste Cityfest (1977), der erste Weihnachtsmarkt auf der Alleestraße und der historische Jahrmarkt zur 90-Jahr-Feier des RGA begeistern Tausende.

Aber das gemeinsame Ereignis der ganzen Stadt ist 1975 die Radiosendung „Allein gegen Alle“ mit Hans Rosenthal. Mit Rateteams in der ganzen Stadt, zahlreichen „Mitratern“ und „Lexikawälzern“ spurtet Remscheid nach zwei Runden ins Finale. Im Februar 1976 wird Remscheid vor 2 Millionen Radiohörern „unschlagbare Rätselstadt“.

Nach 40 Jahren schon wieder Umgemeindungen? Der Rhein-Wupper Kreis soll auflöst werden und ein Landkreis Remscheid mit Wipperfürth? Das Ergebnis zeigt sich 1974. 1969 sind in Remscheid 95 Personen arbeitslos.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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