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Betriebe beantragen Kurzarbeit

Pleiten und Krisen

Die zweite Dekade des 21. Jahrhunderts brachte viele Krisen und Veränderungen. Wirtschaftlich ging es zumindest für Deutschland nach der Überwindung der 2009 durch die Lehmann-Pleite ausgelösten Weltwirtschaftskrise steil bergauf. Die Kurve der Arbeitslosenzahlen zeigte nach unten, gleichzeitig stiegen die Löhne kontinuierlich. International wurden die Zeiten unruhiger. 2014 annektierte Russland die Krim. Der 2011 ausgebrochene Bürgerkrieg in Syrien entfesselte eine beispiellose Flüchtlingswelle, die 2015 auch Deutschland und Remscheid erreichte. Insgesamt 890.000 Schutzsuchende registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in dem Jahr. Im Gefolge des starken Zustroms von Flüchtlingen entwickelte sich in Deutschland eine gesellschaftliche Debatte über die Ausrichtung der Asyl- und Flüchtlingspolitik der Europäischen Union sowie der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik Deutschlands.

Die ungeklärte Bewältigung der Flüchtlingskrise und die in vielen Ländern als Bedrohung der eigenen Identität betrachtete Zuwanderung führten in vielen europäischen Staaten zu Abwehrreaktionen. Politische Parteien mit fremdenfeindlichen Programmen und „nationaler Gesinnung“ fanden mehr und mehr Zulauf. Gefördert wurden diese Tendenzen durch die Angst vor islamistischen Terroranschlägen, die in den Jahren 2015 und 2016 Europa erschütterten. Allein in Paris, Nizza, Brüssel und Berlin wurden dabei mehr als 1.500 Menschen verletzt oder getötet.

Gefördert durch die „Verteilungskrise“ bei den Flüchtlingen und die in vielen europäischen Ländern immer noch schwelende Finanz- und Wirtschaftskrise geriet auch die EU in schwieriges Fahrwasser. 2016 beschloss Großbritannien den „Brexit“, den Austritt aus der Europäischen Union. Mit der Wahl von Donald Trump zum neuen amerikanischen Präsidenten Ende 2016, der seinen Wahlkampf mit den Parolen „Make America great again“ und „America first“ geführt hatte, entstanden weitere Probleme. Die lange gepflegte Freundschaft und die enge Zusammenarbeit in wirtschafts- und sicherheitspolitischen Belangen wurden plötzlich in Frage gestellt. Mit dem gleichzeitigen erstarken Russlands unter Wladimir Putin, das spätestens seit der Intervention auf der Krim eine neue Führungsrolle beanspruchte, endete für Europa eine lange Phase der friedlichen Entspannung.

Stadtleben

2010: Die Wirtschaftskrise bestimmt in vielen Bereichen die Remscheider Arbeitswelt. Betriebe beantragen Kurzarbeit. Ein starker Wintereinbruch macht Arbeiten im Außenbereich unmöglich. Die Arbeitslosenquote steigt auf 10,8 Prozent. Die künstliche Skipiste, die nach einem Planungswettbewerb unter dem Titel „SNOW“ auf der alten Mülldeponie an der Solinger Straße entstehen sollte, wird ad acta gelegt. Ein Investor für die futuristische Freizeitanlage lässt sich nicht finden. Remscheid drückt eine riesige Schuldenlast. Durch Streichungen, vor allem im sozialen Bereich, sollen in den nächsten fünf Jahren bis zu 60 Millionen Euro gespart werden. Das jährliche Defizit im städtischen Haushalt liegt bei 100 Millionen Euro. Damit steht Remscheid nicht allein. Die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise werden 2010 in den Kommunen immer stärker spürbar. In Lennep wird der neue Bahnhof eröffnet. „Ist die Müngstener Brücke dem Bahnverkehr weiter gewachsen“, fragen sich Stadt und Bürger. Die Deutsche Bahn sieht keine Probleme für den Zugverkehr auf der Strecke des für Remscheid so wichtigen RB 47.

2011: Großbrand an der Freiheitsstraße. Das „Teppichlager“ wird ein Raub der Flammen. Das Feuer ist so heiß, dass umliegende Häuser und etliche Feuerwehrfahrzeuge beschädigt werden. Menschen sind zum Glück nicht verletzt. Der zweite Großbrand an dieser Stelle. Schon 1978 vernichteten hier Flammen ein großes Holzlager.

2012: Die Grundschule Eisernstein in Lüttringhausen steht in Flammen. 50 Kinder, 25 Lehrer und Betreuer sowie der Hund des Hausmeisters sind im Gebäude, als ein Computer in Brand gerät. Im Nu sind Berufsfeuerwehr, Freiwillige Wehren und das Rote Kreuz am Ort des Geschehens. Verletzt wird niemand. Das Designer Outlet Center (DOC) überdeckt alle anderen Themen in der Stadt - das ganze Jahr über. Am Rand der Lenneper Altstadt könnte es angesiedelt werden. Wenn man denn einen anderen Standort für die Kirmes und das Stadion finden kann. Die erste Sekundarschule in Remscheid. Sie wird in den Räumen der ehemaligen Hauptschule Rosenhügel angesiedelt und muss öffentlich vorgestellt werden, damit zum voraussichtlichen Start im September 2013: mindestens 75 Schüler einsteigen. Die Sekundarschule ist ein erster Schritt zum zweigliedrigen Schulsystem.

Der Text der Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren, zu sehen im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums, stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“. Das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles veröffentlicht die einzelnen Kapitel der Ausstellung mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Agentur.

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