Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Ausstellung bietet viele Kremenholler Ein- und Ausblicke

Wenn der Remscheider Fotograf Thomas E. Wunsch und die Vorsitzende des Initiativkreises Kremenholl, Gabriele Leitzbach,  sich zusammentun, um den 650sten Jahrestag der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Hofschaft Kremenholl mit einem fotografischen Porträt des heutigen Remscheider Stadtteils und dessen Bewohnerinnen und Bewohner künstlerisch zu würdigen, dann kann man gewiss sein, dass die Ausstellung zu ihrem Projekt keine herkömmliche Dokumentation sein wird, aber mit Sicherheit ausdrucksstarke Exponate präsentiert. Die Ausstellung ist während des Kremenholler Stadtteilfestes am kommenden Samstag von 14.30 bis 22 Uhr und Sonntag von 12.30 bis 17 Uhr in den Räumen des Schulgebäudes in der Dependance des Käthe Kollwitz Berufskollegs, Tersteegenstraße 1-5 zu besichtigen.

Was genau aber darf man sich unter „Kremenholler Ein- und Ausblicke“ vorstellen? Gemeint ist zum einen der Blick hinein in Wohnungen auf dem Kremenholl. Die Fotografien geben Einsichten in Privates, klären bildlich auf über Lebensweisen, intime Momente, die sonst Fremden verwehrt bleiben. Wir dürfen mit der Kamera von Thomas Wunsch in Augenschein nehmen und begutachten, was sich hinter den Fassaden und Gardinen Kremenholler Häuser und Fenster verbirgt. 

Einmal im Haus geben Fenster aber auch Blicke hinaus ins Freie. Ob fern oder nah, wir sehen mit den Augen des Fotografen durch das Objektiv der Kamera, was sonst nur die Bewohner der jeweiligen Wohnung von ihrem Stadtteil zu sehen bekommen. Die Aussichten sind nicht speziell für touristische Augen ausgewählt oder durch die rosarote Brille gefiltert. Die Fotos von Thomas Wunsch präsentieren den Kremenholl so alltäglich und authentisch, wie er ist. Wir nehmen als Betrachter bildlich die Standpunkte ein, von denen das Quartier tagtäglich von seinen Bewohnern gesehen wird. Uns eröffnen sich deren Perspektiven. Die Besucher der Ausstellung dürfen Ausschau halten auf Gegenwärtiges sowie Zukünftiges im Quartier. Jeweils 15 kurze Ein- und Ausblicke, die im übertragenen Sinne mehr dokumentieren als räumliche Verhältnisse auf dem Kremenholl, sie geben Spielraum für Erwartungen, Hoffnungen und Chancen, drinnen, wie draußen. Diese persönliche Sicht spiegelt sich dann auch in den in schriftlicher Form ausgestellten Aussagen der fotografierten Personen wider, die in den oft sehr langen gemeinsamen Gesprächen im Anschluss ans Fotoshooting getätigt wurden.

Das Konzept von „Kremenholler Ein- und Ausblicke“ beinhaltet auch, dass die Künstler bei ihren Besuchen mit den porträtierten Bürgerinnen und Bürgern sprechen, um auch in Textform vermitteln zu können, was die Menschen von ihrem Stadtteil halten und was sie bewegt. Die jüngste Kremenhollerin, die sie bei ihren Besuchen trafen, war gerade mal 13 Monate auf dieser Welt, und die älteste Bewohnerin bringt es immerhin auf stolze 94 Jahre. Die Aussagen stellen keinen Anspruch auf, repräsentativ zu sein. Sie sind vielmehr, wie auch die Auswahl der fotografierten Bürger, einfach spontan und aus dem Moment heraus entstanden. Hier geht es nicht um Vollständigkeit, sondern um authentische Momentaufnahmen des Kremenholler Alltags in Wort und Bild. So verweisen Angelika und Klaus F. beispielsweise auf ihr wunderschönes, denkmalgeschütztes, altes bergisches Haus, das sie mit viel Liebe saniert haben – nach ausgiebigen Recherchen und in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

Familie K. ist sichtlich froh, Kindergärten und Schule in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben. Marcus R. geht in seinem Haus gerne eine Etage tiefer zu seinen Nachbarn zum gemeinsamen Fußball gucken. Die beiden fußballbegeisterten Jugendlichen Timo K. und Nick H. wünschen sich einen Fußballplatz auf dem Kremenholl, Nick am liebsten mit Kunstrasen. Stephan H. beobachtet einen Generationenwechsel und freut sich, dass mehr und mehr jüngere Familien mit Kindern zuziehen. Hans Jürgen G. wurde 1940 auf dem Kremenholl geboren und wohnt auch heute noch dort. Seine Frau Gerhild und er sind in ihrer Nachbarschaft sehr aktiv und engagiert. In der Urlaubszeit kümmern sie sich zum Beispiel um die Häuser und Pflanzen ihrer Nachbarn. Erkrankt jemand übernimmt man kurzerhand den Einkauf und beim Rasen mähen und Hecke schneiden hilft man sich ebenfalls gerne aus.

Carolin und Arndt K. genießen die Nähe zur Trasse und zum Wald. Liesa W. vermisst am „Kremenholler Kopf“ gerade für ältere Menschen eine adäquate Nahversorgung. Der Weg zum Aldi eingangs des Stadtteils fällt ihr oftmals (insbesondere im Winter) recht schwer. Für Helmut S. sind die nachbarschaftlichen Kontakte sehr wichtig und werden ausgiebig gepflegt. Er bedauert die Schließung der Sparkassenfiliale sehr. Yasmin G. freut sich immer wieder, wenn sie nach längerer Abwesenheit, wie Urlaube, in den Stadtteil  hineinfährt und dann fühlt, hier bin ich zu Hause.

Malina W. hätte gerne mehr Spielgeräte auf den Kremenholler Spielplätzen. Vanessa W. vermisst den kleinen Supermarkt und u.a. Sportangebote für Kinder und Jugendliche vor Ort. Und Yasmin G. geht noch einen Schritt weiter und hätte generell gerne Treffpunkte im Wohnviertel.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!