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Carl und Ottilie im Archiv, bis Haus Cleff fertig ist

Remscheids ältester Werkzeughersteller, der sich mehrheitlich noch im Besitz der Gründerfamilie befindet, ist die ARNTZ GmbH + Co. KG. Das mittelständische Unternehmen mit Hauptsitz in Remscheid, Lenneper Straße 35, das auf 225 Jahre Firmengeschichte zurückblickt, hat sich auf Hochleistungssägebänder für die Zerspanung unterschiedlichster Metalle spezialisiert. Die werden in mehr als 80 Ländern nachgefragt. So wurden zum Beispiel auch die Doppel-T-Träger für das New Yorker „One World Trade Center“ in Manhattan mit Sägebändern von Arntz auf Maß gesägt. Geleitet wird das Unternehmen mit seinen 180 Mitarbeitern an vier Standorten in 7. Generation von Dipl.-Ing. Jan Wilhelm Arntz.

Dass Seniorchef Johann Wilhelm Arntz  zu den Remscheider „Fabrikanten“ gehört, die sich noch auf Remscheider Platt verstehen (und es mit ihrem Mitarbeitern auch noch gepflegt haben), wurde gestern im Deutschen Werkzeugmuseum deutlich. Dorthin war der 80-Jährige gekommen, um der Stadt Remscheid ein Geschenk zu machen: Zwei Öl-Gemälde aus der Mitte des 19. Jahrhundert. Stadtdirektor Sven Wiertz und Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht nahmen die beiden Werke des Malers Johann Richard Seel („Düsseldorfer Schule“) dankend an. Sie sollen auf unbestimmte Zeit „unter guten klimatischen Bedingungen “im Archiv des Historischen Zentrums an der Hastener Straße zwischengelagert werden. Der endgültige Standort der Gemälde steht aber schon jetzt fest: „Haus Cleff“. Denn die Bilder zeigen das Ehepaar, das dort  einst gewohnt hat: Carl Cleff (1820 - 1876) und seine Frau Ottilie.

Die Gemälde gehörten früher Werner Arntz, dem Onkel von dem Onkel von Johann Wilhelm Arntz. Nachdem dieser im vergangenen Jahr gestorben war und von den direkten Nachfahren sich niemand für diesen Teil des Nachlasses interessierte, gingen die Porträts an Johann Wilhelm Arntz über. Und der fühlte sich schon immer seiner Heimatstadt Remscheid und ihrer Geschichte verbunden. Nichts lag also näher, als die Gemälde dorthin zurückzubringen, wo sie lange in der „guten Stube“ gehangen hatten. „Hoffentlich gelingt es, Fördermittel für die Sanierung von Haus Cleff einzusammeln!“, wünschte der Spender gestern Stadtdirektor Wiertz. „Das alte Patrizierhaus in neuem Glanz, das würde ich gerne noch erleben!“

Hintergrund: „In dem auf den Niedergang der Sensenherstellung um 1700 folgenden Aufschwung der Kleineisen- und Werkzeugindustrie in Remscheid und Umgebung mit etwa 300 Schmiedebetrieben um 1760 und den darauf gegründeten prächtigen Wohnhäusern der Kaufleute auf den Höfen rund um Remscheid, ist die von der Familie Hilger gegründete und dann im Wesentlichen von den Cleffs entwickelte Anlage in Remscheid-Hasten eines der bedeutendsten Zeugnisse. (...) 1847 übernahmen die Brüder Fritz und Carl Cleff Häuser und Grundstücke und verlegten ihr Exportgeschäft von Solingen nach Hasten. Einer in Remscheid und Umgebung verbreiteten Tendenz folgend wurde das Doppelhaus der Kaufleute in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Cleffs ergänzt um Büro- und Produktionsbauten. Zunächst entstand 1873 ein Bürobau, dann 1881 eine Fabrik zur Produktion von Werkzeuge mit Dampfmaschine und 1897 wurde eine Shedhalle errichtet.“ (Prof. Dr. Walter Buschmann, Aachen, Lehr- und Forschungsgebiet Denkmalpflege und Historische Bauforschung)

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