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Surreal: Blumenschmuck vor Parade von Leerständen

Aktive Mitglieder des jungen Vereins „MyViertel“ (Alte Bismarckstraße) senkten den Altersdurchschnitt der Remscheiderinnen  und Remscheid (zumeist im Seniorenalter), die am Samstagvormittag der Einladung der Stadtverwaltung und des Innenstadtmanagements in das frühere Schuhhaus Deichmann, Alleestraße 34, gefolgt waren, neugierig durch die Schaufensterscheiben von Passanten beäugt. Die Stadt verstand diese öffentliche Veranstaltung als Bürgeranhörung zum Revitalisierungskonzept für die Innenstadt mit seinen mehr als 30 privaten und öffentlichen Maßnahmen. Doch bevor die Bürger an Thementischen zu Wort kamen, wurden sie von Planern und Architekten in Kurzvorträgen über die vorgesehene „vorbereitende Untersuchung“ für ein „Sanierungsgebiet Alleestraße“ und die Planung zu den Innenstadt-„Eingängen“ Alte Bismarckstraße und Fastenrathstraße sowie zum Friedrich-Ebert-Platz informiert.

Zum beabsichtigten Sanierungsgebiet im Bereich der Alleestraße waren insbesondere Eigentümer/innen und Mieter der Häuser entlang der Fußgängerzone eingeladen worden. Doch am Samstag waren die Mieter in der Mehrheit. Denn zahlreiche Hausbesitzer an der Alleestraße wohnen gar nicht (mehr) in Remscheid.  Sie waren die eigentliche Zielgruppe von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, als er appellierte: „Nutzen Sie die Chance, hier etwas Schönes zu gestalten!“ Und er bekannte: „Ja, dem einen oder anderen Gebäude sieht man die letzten 18 Jahren des Niedergangs an; da schlägt man die Augen nieder!“ Aber hier umzupolen sei von  heute auf morgen nun einmal nicht möglich.

Die Reihe der Kurzvorträge hatte zuvor der Technische Beigeordnete Peter Heinze eröffnet. Er lobte die Initiative der ISG Alleestraße (neue Blumenampeln an den Laternen), das Pflaster und die Platanen. Aber was nutze das angesichts der vielen leerstehenden Einzelhandelsgeschäfte? – „Inzwischen wirkt die Straße geradezu surreal!“

Im Gegensatz zu Ralf Wieber (Marketingrat/ISG), der in der späteren Diskussion ein stärkeres Engagement der Planer für die Alleestraße einforderte, betonte Heinze die Notwendigkeit einer grundlegenden Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes – und warb dafür mit Zahlen: 29 neue Bäume, viele neue Sträucher, 24 Sitzbänke mit seniorengerechten Rückenlehnen an allen 22 Bushaltestellen, zehn neue Fahrradständer. Der Ebertplatz sei schließlich das „Entree für die ganze Stadt!“ Da stimmte Stadtplaner Robert Wild später ein: „Die Aufwertung des Platzes ist eine für die ganze Stadt!“ Derzeit habe der Platz nur wenige Bäume und Grünflächen vorzuweisen, ergänzte der Landschaftsarchitekt Heinrich Sparla, und entsprechend gering sei die Aufenthaltsqualität.

Das wollen Architekt Stefan Schmitz und sein Team ändern. Durch die Entsiegelung von 200 Quadratmetern Platzfläche, durch Außengastronomie im Bereich des neuen Betriebsgebäudes der Stadtwerke, durch ein neuen Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte und durch einen kleinen, für Straßenmusik und kleinere Märkte geeigneten Freiplatz im westlichen Teil der neuen Aufenthaltszone. Auch auf das neue geschwungene Dach zwischen Omnibusbahnhof und Grünfläche („Bumerang“) ging der Planer ein. Der Platz falle zwar nach Osten ab, das ca. 100 Meter lange Dach aber sei waagerecht geplant, habe folglich im Westen eine Höhe von vier Metern und im Osten von fünf Metern. Allerdings seien zusätzliche Windbarrieren eingeplant worden.

„Sie bekommen da einen attraktiven ZOB mit einem tollen Dach“, lobte Dipl.-Ing. Martin Fladt die Planung. Er hatte es übernommen, den Zuhörer/innen das geplante Sanierungsgebiet  zu erläutern. Dieses eröffne Hausbesitzern die Chance von steuervergünstigten Abschreibungen (von Investitionen) über einen längeren Zeitraum, erläuterte der Frankfurter, der sich seit 15 Jahren mit innerstädtischen Sanierungsgebieten beschäftigt.

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

An der Bürgerinformation am vergangenen Samstag hätten nicht wenige, sondern gut 30 Hausbesitzer von der Alleestraße teilgenommen, korrigierte Ralf Wieber den Waterbölles. Wenn dem so war, dann ist dem so. Und muss hier nachgetragen werden.

Chronist am :

Die Veranstaltung sei von der Verwaltung gut vorbereitet und durchgeführt worden, lobte am Dienstag im Bauausschuss dessen Vorsitzender Otto Mähler (SPD).

Lothar Kaiser am :

„Für den neuen Platz zwischen ZOB und Konrad-Adenauer-Straße wurden die veranschlagten Kosten noch kurz vor der Ratssitzung (im Juli 2018) mit 7.947.000 € benannt, 2.714.570 € mehr als zuvor. Davon entfallen allein 1.960.000 Euro (brutto) auf das bumerangförmige Dach im Architektenentwurf, das man bis dahin aus nicht nachvollziehbaren Gründen gar nicht berücksichtigt hatte. Gesamtkosten des Platzes somit bislang: 14.647.000 Euro“, Zitat aus dem damaligen Bericht des Waterbölles (Für die Alleestraße das kleinere Stück vom Kuchen). Auf das neue „Bumerang“-Dach wird man zu achten haben - damit es nicht eines Tages wegen angefallener Mehrkosten vom Bund der Steuerzahler in seinem jährlichen „Schwarzbuch der Steuerverschwendung“ angeprangert wird. So wie jetzt beim neuen Dach des Busbahnhofs von Leverkusen geschehen. Das war gegenüber der Planvorgabe um 1,5 Millionen Euro teurer geworden.

Heinz Wäscher am :

Gibt es vielleicht noch andere Dinge des Entwurfs, die bisher „noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden”? Es könnte sich hierbei als zweckdienlich erweisen, eine offizielle Liste mit den wichtigsten Planungsvorhaben zu erstellen, damit „auch ja nichts vergessen” wird (hoffentlich jedenfalls)!

Chronist am :

Auf dem umgestalteten Friedrich-Ebert-Platz werde es zehn neue Fahrradständer geben, hieß es in der Bürgerversammlung. Und anderswo? Die Frage stellte in der gestrigen Ratssitzung Ottmar Gebhardt (CDU). Solche „Fahrradbügel“ müssten auch an verschiedenen öffentlichen Gebäuden installiert werden. Stadtdirektor Sven Wiertz sagte Gebhardt zur nächsten Ratssitzung am 12. Dezember eine diesbezügliche Mitteilungsvorlage zu.

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