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Friday-for-Future-Gruppe ließ Selbstverpflichtung drucken

Auf eine „Bergische Friday-for-Future-Demonstration“ haben sich Initiativ-Gruppen aus Remscheid, Solingen, Wuppertal, Hückeswagen und Hahn verständigt. Sie soll „möglichst noch im Oktober“ in Remscheid stattfinden, berichteten Seyda Sahan und Francesco Lo Pinto (beide Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium) sowie Daniel Pilz (Röntgen-Gymnasium) gestern bei einem Treffen im Rathaus. Anlass war die Vorstellung der „Remscheider Selbstverpflichtung zum Klimaschutz“. Die hatte die Remscheider „Friday-for-Future“-Gruppe mit Unterstützung von Fachleuten (Umweltamt, Technische Betriebe Remscheid) formuliert und in einer Auflage von zunächst 1.000 Exemplaren drucken lassen. Beim morgigen Weltkindertag auf dem Rathausplatz wird die Gruppe mit einem Stand vertreten sein und die neue Selbstverpflichtung für Jugendliche und Erwachsene an Interessierte gerne abgegeben. Eine Version für kleinere Kinder mit einem Comic-Löwen, der durch die Thematik führt, liegt derzeit noch beim Grafiker, soll aber zur „Nacht der Kultur“ fertig sein. Daran will sich die Gruppe im Neuen Lindenhof beteiligen - wie sie überhaupt künftig bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen für die Umweltbewegung von Greta Thunberg Flagge zeigen will. Vorfinanziert hat die druckfrischen  1.000 Exemplare aus Kartonpapier übrigens der Remscheider Jugendrat, wie dessen Geschäftsführer Gerd Dietrich-Wingender gestern berichtete. Mit Hilfe von Sponsoren hoffe der Jugendrat jedoch darauf „dieses Konto wieder glatt stellen zu können“.

Die neue Selbstverpflichtung sei nicht dafür gedacht, gelesen zu werden und dann in einem Papierkorb zu landen, betonten die jungen Akteure gestern. „Schön wäre es, wenn sie einen festen Platz an einem Kühlschrank oder einer Pinnwand fände, einsehbar für alle Familienmitglieder!“ Auf der letzten Seite enthält das Papier sogar Platz für deren Unterschriften. Denn die Selbstverpflichtung sei so etwas wie ein „Vertrag mit sich selbst“, und der bekomme durch die Unterschrift einen höheren moralischen Wert. Natürlich werde nicht jeder einzelne Punkt in der Selbstverpflichtung sofort umsetzbar sein, so Seyda Sahan. „Hauptsache, einfach mal anfangen“, macht sie Mut. „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“, zitierte Daniel Pilz den Schriftsteller Stefan Zweig.

Das steht auch im Vorwort der Selbstverpflichtung. Weiter heißt es da: „Der Klimawandel ist allgegenwärtig und betrifft uns alle. Der Meeresspiegel steigt, Äcker verdorren, Ökosysteme verändern sich und Menschen müssen fliehen. Es ist klar: Wir müssen was ändern! Doch es fängt beim einzelnen Menschen an. (...) Ob die Lampen im leeren Zimmer einfach weiter brennen, ob der PC den halben Tag an ist, obwohl wir erst später wieder dran gehen oder ob wir zum Brötchenholen eben mal schnell ins Auto springen – oft sind es ja nur eingeschliffene, schlechte Gewohnheiten, die wir ändern müssen. Und das wissen wir meist auch. Auch wenn wir die Vergangenheit nicht rückgängig machen können, können wir unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen! (...) Nicht morgen, sondern JETZT!“

Die  Selbstverpflichtung nennt einfache, praktische Maßnahmen
für Klimaschutz im persönlichen Alltag. Aber lesen Sie selbst:

 

  • Ich schalte das Licht aus, wenn ich den Raum verlasse
  • Ich drehe die Heizung ab, wenn ich lüfte
  • Ich schalte alle Elektrogeräte aus, wenn ich sie länger als 10 min nicht benutzen werde. (PC, Monitor, Fernseher, Radio, Tablet, Scanner, Drucker, Grafiktablet und alle anderen Peripheriegeräte)
  • Ich vermeide Stand by Betrieb der Geräte, nutze den Ausschaltknopf oder schaffe alternativ schaltbare Steckerleisten an, wenn die Geräte keinen Ausschaltknopf haben
  • Ich senke die Raumtemperatur um 1 Grad Celsius
  • Ich vermeide Lebensmittel, die lange Transportwege hinter sich haben, kaufe möglichst regional und saisonal, das spart Transportenergie! Ich kann zur Unterstützung einen Saisonkalender für Gemüse, Salat und Obst aus dem Internet nutzen (z.B. auf https://www.regional-saisonal.de/saisonkalender)
  • Ich steige um auf Ökostrom, Strom aus erneuerbaren Energien!
  • Ich achte beim Kauf von Großgeräten (Kühlschrank, Herd, Backofen, Waschmaschine, Spülmaschine … aber auch Fernseher und Unterhaltungselektronik auf den Energieverbrauch und darauf, dass der Standbybetrieb abgeschaltet werden kann.
  • Ich kaufe mehr in den lokalen Geschäften, als im Internet ein.
  • Ich achte beim Einkauf darauf, möglichst viel unverpacktes, zu kaufen, verzichte auf die Plastiktüten zum Abwiegen bei Obst und Gemüse
  • Ich achte beim Kauf von Kleidung auf Qualität und meide Billigstangebote und „schnelllebige Wegwerfmode“
  • Ich achte beim Kauf von größeren Geräten auf Qualität und Reparierbarkeit
  • Ich nutze ausschließlich Mehrwegpfandsysteme bei Getränken oder steige auf Soda-Streamer um und ich sorge dafür, dass in der Familie keine Einwegflaschen genutzt werden, wenn das gleiche Produkt in Pfandflaschenverfügbar ist
  • Ich kaufe keine Kaffee-To-G0 im Einwegbecher mehr
  • Ich sorge dafür, dass die Frühstücksbrote der Familienmitglieder in Butterbrotdosen statt in Folie verpackt werden
  • Ich kaufe Toilettenpapier, Taschentücher und Küchenrollen aus recyceltem Papier
  • Geräte, die ich selten brauche leihe ich aus (z.B. große Heimwerkermaschinen)
  • Ich kaufe (auch für Partys und Kindergeburtstage) kein Einweggeschirr (Teller, Becher) und -besteck mehr, sondern versuche sie bei Bedarf zu leihen
  • Ich kaufe Grundnahrungsmittel in Großpackungen
  • Ich kaufe auch in Unverpacktläden ein
  • Ich nehme zum Einkaufen immer Taschen oder Körbe o.ä. mit und habe immer eine Tasche für den kleinen Einkauf zwischendurch dabei
  • Ich nutze Verpackungsmaterial mehrfach und werfe es nicht sofort weg (Kartons, Füllmaterial, Folien)
  • Ich kaufe feste Seifenstücke statt Duschgel
  • Ich vermeide Einwegartikel, wie Einwegfeuerzeuge, Kugelschreiber, Füller, Toner- bzw. Tintenpatronen, achte beim Kauf auf Nachfüllbarkeit
  • Ich sortiere den Müll nach Glas, Grüner Punkt (Gelber Sack), Papier, Kompost und Restmüll und entsorge entsprechend in den Tonnen oder Containern.
  • Ich entsorge Elektrokleingeräte in den bereit gestellten Containern. Die Standorte erfahre ich bei der TBR (https://www.tbr-info.de/standorte-sammelcontainer.html)
  • Nicht mehr benötigte Dinge, verkaufe ich auf dem Flohmarkt oder über Kleinanzeigen, tausche oder verschenke es. (z.B. über: https://www.tbr-info.de/tauschboerse.html bzw. https://remscheid.verschenkmarkt.info/02/ )
  • Ich kaufe auch in Second-Hand-Läden oder auf dem Flohmarkt ein (z.B. Kaufhaus Remscheid) und nutze Kleidertauschbörsen
  • Ich gebe gebrauchte Kleidung, Spielzeug und Möbel, die noch nicht verschlissen sind bei einer gemeinnützigen Einrichtung ab.
  • Ich nutze öfter den ÖPNV, das Fahrrad oder gehe kurze Strecken zu Fuß. Ich nutze Mitfahrgelegenheiten und Fahrgemeinschaften z.B. zur Arbeit oder auf weiteren Strecken
  • Ich achte beim Kauf von neuen oder gebrauchten Fahrzeugen auf den tatsächlichen Verbrauch
  • Ich vermeide Flüge oder kompensiere den CO2 Ausstoß z.B. bei atmosfair.de oder klimakollekte.de (Bitte informieren Sie sich im Internet, welche Kompensationsprojekte Sie unterstützen möchten)
  • Ich nutze das Angebot des Car-Sharing, wenn es in meiner Nähe verfügbar ist Teamwork
  • Wir erinnern uns in der Familie gegenseitig an den Klimaschutz und die Selbstverpflichtung!

(Die Selbstverpflichtung steht auch zum Download bereit unter www.jugendrat-remscheid.de/downloads)

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Kommentare

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Heinz Wäscher am :

Bei strikter Einhaltung dieser Selbstverpflichtung (Stichwort: Gruppenzwang) sollte sich das Problem mit den Elterntaxis vor Schulen und Kindergärten doch alsbald von alleine erledigt haben.

Norbert Landen am :

Das ist ja eine tolle Selbstverpflichtung. Für die Schüler ist sie hervorragend. Die können jetzt selbst erst mal an den Schulen dies umsetzen. Ich freue mich schon über eine saubere Schulumgebung,

Gerald Wolf am :

Herr Wäscher, Sie scheinen ja ganz offensichtlich alle diese Jugendlichen persönlich zu kennen, oder wie kommen Sie sonst dazu zu unterstellen, dass alle oder viele sich zur Schule fahren lassen? Des Weiteren habe ich arge Zweifel, dass Kindergartenkinder tatsächlich an FFF teilnehmen und diese oben genanntes Papier mit erarbeitet haben.

Björn Guhlke am :

Ja viele lassen sich zur Schule fahren, es sind auch viele, die zur zb Berufsschule fahren weil sie danach vielleicht noch arbeiten müssen.( ich hatte 1.5 Tage Berufsschule und musste den halben Tag danach zur Arbeit). Kindergartenkinder nehmen des öfteren ihre älteren Geschwister als Vorbilder. Also kann es dann auch einen Effekt geben. Allerdings - erste gute Winter und die Moral ist für den A..

Heinz Wäscher am :

Wenn der Weg zwischen Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb tatsächlich nur schlecht per ÖPNV zu bewältigen ist würden sich doch Fahrgemeinschaften anbieten. Das Bilden von Fahrgemeinschaften sollte meiner bescheidenen Meinung nach auch z. B. vom eigenen Arbeitgeber wohlwollend unterstützt werden. Dabei fällt mir ein: wenn man in den beiden zum oberbergischen Kreis gehörenden Nachbarstädten einen Ausbildungsplatz gefunden haben sollte kann es passieren, dass man zwei mal in der Woche zum Unterricht nach GM-Dieringhausen ins dortige Berufskolleg geschickt wird. Von z. B. Radevormwald aus sind das knapp 40 km einfache Strecke.

Heinz Wäscher am :

Bis jetzt ging ich davon aus, dass diese „unverbindliche” Selbstverpflichtung für alle Kinder und Jugendlichen in Remscheid als Anreiz zu einem umweltbewussteren Handeln dienen soll und nicht nur für diejenigen gelten soll, die diese Selbstverpflichtung ausgearbeitet und veröffentlicht bzw. an deren Entstehen mitgewirkt haben. Und der Verzicht auf Elterntaxis sollte meiner bescheidenen Meinung nach ein erstes - aber umso deutlicheres - Zeichen sein, dass man durch eigenen Verzicht auch wirklich bereit ist, selbst etwas ändern zu wollen.

Gerd Rothbrust am :

„…Hauptsache, einfach mal anfangen. …“ (Seyda Sahan, FfF) da ist er wieder der Satz: Egal wie Hauptsache das! „… Viele kleine Leute… die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“ (Daniel Pilz, FfF). SICHER DAS können sie, denn: Diese „vielen kleinen Leute“ werden sich mit der Zeit immer weniger leisten können! Diese Selbstverpflichtung, genau wie viele andere Forderungen, sind eine Preisspirale nach oben. Zudem ist politischer Mainstream: Der deutsche Lebensstandart muss sich in Richtung der Entwicklungsländer bewegen, damit die Gegenrichtung unterdrückt wird. Bleibt das ALLERDINGS: Vielen Deutschen (Europäern) fehlt der Puffer – noch weiter runter geht nicht! Dann kommen wir zu dem, was ich hier schon gefordert habe: Die Wirkungen der Lösungsvorschläge müssen berücksichtigt werden!

Bürgerinitiative Lennep e.V. am :

Die Bürgerinitiative Lennep e.V. begleitete die Freitagskundgebung des Leipniz-Gymnasiums am 20. September im Rahmen der weltweiten Proteste für das Klima mit einem eigenen Plakat. In den Augen der Bürgerinitiative ist das geplante DOC in Remscheid-Lennep einer der größten Umweltfrevel vor Ort. Einerseits werden Massen von motorisierten Shopping-Touristen die Straßen in Warteschleifen verwandeln und CO2 und Feinstaub in die Umgebung emittieren, andererseits wird die Produktion in den Ländern weiter angeheizt, die Kleidung, Schuhe und andere Konsumgüter unter fragwürdigen Bedingungen für den europäischen Konsum billig herstellen. Und wenn man die Selbstverpflichtung der Remscheider Fridays for Future Gruppe liest, so ist ein Designer Outlet nicht das, was die Jugend will, was die Zukunft braucht oder was Zukunft hat.: „Ich achte beim Kauf von Kleidung auf Qualität und meide Billigstangebote und „schnelllebige Wegwerfmode“ - Ich kaufe auch in Second-Hand-Läden oder auf dem Flohmarkt ein (z.B. Kaufhaus Remscheid) und nutze Kleidertauschbörsen.“ Vereinszweck der Bürgerinitiative ist der Umweltschutz, dies wird die BI der Politik immer wieder bewusst machen und sie gemeinsam mit anderen Kräften zum Handeln gegen die umweltschädliche DOC-Planung aufrufen. (Ursula Wilms

Klaus Runge am :

Ein verspäteter Kommentar zu Herrn Rothbrust: Mit von sich selbst überzeugter Altersklugheit warnt er die jugendlichen Friday-for-future- Heißsporne vor überhastetem Aktionismus. Für ihn scheint dadurch nur ein katastrophaler Verlust an Lebensqualität und Wohlstand zu drohen. Der Klimawandel und dessen Folgen scheinen ihn und viele seiner Altersgefährten noch nicht genügend zu erhitzen. Sie vertrauen auf ihren unübertrefflichen Altersvorteil. Sie möchten vor allem weiter (ihre) bedrohte Lebensqualität bewahren und warten (höchstwahrscheinlich) auf die großen technischen Wunderwaffen. Dass Lebensqualität und auch Wohlstand schon längst auch in Deutschland durch den Klimawandel bedroht und sogar untergraben werden, wird verleugnet. Die dafür sprechenden Zeichen werden immer deutlicher erkennbar (als nur zwei Beispiele: a) tote braune abgestorbene Fichtenbestände im Bergischen, Sauer- und Siegerland, mit denen ursprünglich Waldbesitzer ihr Geld verdienen wollten; b) Sturm- und Unwetterschäden). Der Verdacht, dass sich der Klimawandel in dieser Richtung entwickeln könnte, ist mindestens 50 Jahre alt. Trotz immer dringlicher werdender Warnungen hat die oben erwähnte Altersklasse (zu der auch ich gehöre) diese Zeit größtenteils in Wohlstand und meistens ohne große Aufregung verstreichen lassen. Weiter so, geht nicht! Wir sollten den „Heißspornen“ danken, statt sie überheblich zu warnen. Es ist ihr ureigenes Recht und höchste Zeit, für i h r e Zukunft zu sorgen (nicht für meine und erst recht nicht für die der Klimawandelleugner). Für die Jugend ist schon viel zu viel wertvolle Zeit verstrichen. Wir sollten sie unterstützen und können nur hoffen, dass es nicht zu spät ist.

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