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Hauptsache, im Club 'Fortasie' macht alles viel Spaß

„Eltern-Taxen“ der besonderen Art steuern einmal in der Woche von der Gemeinschaftsgrundschule Dörpfeld (Struck) aus das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium am Ebertplatz an, und fahren dort zwei knapp zwei Stunden auch wieder vor, um acht Grundschülerinnen  und -schüler der 4. Klasse wieder abholen. In der EMA bilden sie seit Mai zusammen mit zwei Fünftklässlern des Gymnasiums den „Fortasie", ihren neuen, von der Stiftung Lesen geförderten  Leseclub. Für den Namen hatten sie sich selbst entschieden  eine Mischung aus „Fortnite", ein bei Kindern beliebtes Videospiel, und „Fantasie".

Und die Fantasie ist es, die in dem Leseclub aufblüht. Leider fänden Kinder heutzutage in den eigenen Familien kaum noch Lese-Vorbilder. „Vielleicht gerade mal in den Ferien“, so Rainer Schulz, der neue Leiter des AMA-Gymnasiums. Als er sich im Frühjahr bei Judith Flohr, der Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Dörpfeld, vorstellte, war die Idee des Leseclubs schnell geboren. Den dringenden Bedarf hätten sie beide gleich gesehen: Lesen regt die Phantasie an, fördert Empathie, die Fähigkeit, die Gefühle anderer Menschen zu erspüren. „Und die EMA hat die geeigneten Räume dafür!“ Im Selbstlernzentrum des Gymnasiums treffen sich die Schüler der EMA und der GGS Dörpfeld seit Mai. Und schon zeigt sich der Bedarf nach einem weiteren Leseclubs. Aber die Gründung eines zweiten Clubs sei nicht so einfach, sagte Schulz. Die Stiftung Lesen aus Mainz hat seit 2013 bundesweit 465 Leseclubs eingerichtet, damit Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren in ihrer Freizeit mehr Freude am Lesen gewinnen („Denn nur wer gerne liest, wird später gut lesen können und dadurch Chancen auf Erfolg in Schule und Beruf haben!“). Dass der Leseclub in der EMA recht schnell eröffnet werden konnte, habe daran gelegen, dass es in Remscheid bislang noch keinen Club gegeben habe. Zwei Leseclubs am gleichen Ort seien allerdings die Ausnahme von der Regel.

„Der Förderantrag war acht Seiten lang“, erinnert sich Katja Krempel. Lehrerin an der EMA. Aber dann sei alles recht schnell gegangen. Die Förderung des Projektes, für das der Verein Die Verlässliche die Trägerschaft übernommen  hat zwecks Verwaltung der Fördergelder,  ei nun  für drei Jahre gesichert (mit Option auf weitere zwei Jahre). Das von der Stiftung bereitgestellte Startkapital: 5.000 Euro. Da die EMA in ihren nagelneuen Selbstlernzentrum hinter der Mensa bereits über eine gemütliche Sitzecke und Bücherregale verfügte, konnte dieses Geld, abgesehen von meinem  zusätzlichen Regal und eigen Sitzsäcken zum Hineinkuscheln, zum größten Teil in Bücher und Kinder-Zeitschriften (z.B. „Wendy“ oder „StarWars“ investiert werden). Und erst kürzlich fragte die Stiftung in Remscheid, was noch auf der Wunschliste stehe, und lieferte weitere  fünf Pakete á 20 Bücher. Denn die Jungen und Mädchen sollen in „ihrem“ Club ihre Lieblingsbücher, Zeitschriften und Spiele vorfinden.

Dinah Langenbach, die Betreuerin des neuen Leseclubs in der EMA. Foto: Lothar KaiserDie Betreuung der angehenden „Leseratten“ hat Dinah Langenbach übernommen. Sie studiert noch in Wuppertal „auf Magister“, hat an der EMA 2017 ihr Praxissemester absolviert und derzeit dort einen Vertrag über 6,5 Wochenstunden für den Deutsch-Unterricht von jungen Flüchtlingen, die an den regulären Unterricht erst herangeführt werden müssen. Ihr Engagement im Leseclub – anderthalb Stunden in der Woche – ist ehrenamtlich. Damit gehört sie zu den rund 1.000 von der Stiftung speziell pädagogisch geschulten Leseclub-Betreuer/-innen, ohne die die Clubs gar nicht hätten aus der Taufe gehoben werden können. Längst haben die Betreuer die Erfahrung gemacht, dass die Kinder bei regelmäßiger Teilnahme zunehmend Freude am gemeinsamen Lesen bekommen und selbst zunächst sehr schwache Leser den Mut finden, innerhalb der Leseclub-Gruppe laut vorzulesen, teilte die Stiftung Lesen mit.

Klar, dass auch die Mitgliedschaft im Leseclub der EMA / GGS Dörpfeld nichts mit Unterricht im eigentlichen Sinne zu tun hat. Im Club ist alles freiwillig, nichts vorgegeben. Hauptsache, dass es Spaß macht, betonte Dinah Langenbach. So sei beispielsweise ihr Vorschlag, gemeinsam eine eigene Geschichte zu schreiben, bei den Kindern zunächst nicht so gut angekommen, sondern erst in der Version „Wir basteln ein Comic“. Wobei die hierfür erfundenen Figuren dann natürlich auch eine eigene Geschichte brauchten...

Meistens beginnt die angehende Lehrerin, die sich ihr Referendariat an der EMA wünscht, ein Clubtreffen mit einem Spiel „zum Auflockern“. Gestern war es anders, denn da war neben Lokaljournalisten auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gekommen. Und der las den Kindern vor – aus dem Kinder-Krimi „Ein Fall für Kwiatkowski“ des früheren Remscheider Lokalreporter Jürgen Banscherus. Der OB entpuppte sich dabei als talentierter Vorleser und hatte sehr schnell die gespannte Aufmerksamkeit seiner jungen Zuhörer/innen. Sie (und auch der Verwaltungschef) hätten es gerne gehabt, wenn er noch eine Viertelstunde weiter gelesen hätte,  doch das ließ der zeitliche Rahmen nicht zu. „Darf ich das Buch denn übers Wochenende mitnehmen!?“, fragte der OB die Kinder. „Ich möchte doch zu gerne wissen, wie die Geschichte ausgeht!“ Die Ausleihe wurde ihm gerne gewährt. Er lese ohnehin in seiner Freizeit viel mehr als er fernsehe, bekannte der OB. „Mal abgesehen vom Fußball!“

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